Kurz empfing Johnson in Wien

Johnson betonte in Wien auch künftige Zusammenarbeit

Freitag, 02. September 2016 | 12:21 Uhr

Der britische Außenminister Boris Johnson hat am Freitag in Wien die weitere Zusammenarbeit seines Landes mit den EU-Staaten auch nach dem Brexit betont. In seinem Gespräch mit Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) sei es um Russland, die Türkei und die Flüchtlingskrise in Europa gegangen, “und wie wir diese Fragen gemeinsam angehen können”, sagte Johnson bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.

“Wir im Vereinigten Königreich sind sehr daran interessiert, diese Art von Thema weiterhin gemeinsam in Angriff zu nehmen, wie auch immer unsere Beziehung zur Europäischen Union sein wird”, sagte Johnson. Er unterstrich auch erneut: “Wir verlassen nicht Europa, wir verlassen die Europäische Union. Wir wollen eine starke Europäische Union, wir wollen auch ein starkes Vereinigtes Königreich, und ich denke, wir teilen eine Vision für eine starke neue europäische Partnerschaft zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union und immer engere Beziehungen zwischen Großbritannien und Österreich.”

Kurz bezeichnete die Zusammenkunft mit seinem britischen Amtskollegen – die erste in Wien – als “sehr produktiv” und “sehr interessant”. Es seien auch die bilateralen Beziehungen besprochen worden, ebenso wie “die nächsten Schritte” hinsichtlich des geplanten britischen EU-Austritts: “Unser Ziel muss es sein, dass wir weiterhin enge Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU haben, und dass wir auch weiter enge Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und Österreich haben”, fügte Kurz hinzu. Beide Minister sollten nach der Begegnung zum EU-Außenministertreffen nach Bratislava weiterreisen.

Im Hinblick auf Österreich kam der frühere Londoner Bürgermeister in seinem kurzen Statement auch auf das “Cable Car” über die Themse und die am Bau beteiligte Vorarlberger Seilbahnfirma Doppelmayr zu sprechen: “Ich bin stolzer Besitzer einer Kuhglocke, die ich von Doppelmayr bekommen habe”, sagte er. Der Bau sei “eine österreichische Investition in London” gewesen, “für die wir sehr dankbar sind”.

Johnson ist seit Juli Außenminister seines Landes. Er war einer der Wortführer des Austrittslagers im Vorfeld des britischen EU-Referendums am 23. Juni und stellte sich mit dieser Haltung gegen den damaligen Premierminister David Cameron, einen Tory-Parteifreund. Cameron kündigte nach dem Referendum, bei dem rund 52 Prozent für einen Austritt des Landes aus der EU stimmten, seinen Rücktritt an. Seine Nachfolgerin Theresa May machte Johnson zum Außenminister.

Von: apa

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