Für Boris Johnson ist Brexit der Anfang

Johnson will Briten nach Brexit “vereinen”

Freitag, 31. Januar 2020 | 05:24 Uhr

Der britische Premierminister Boris Johnson will die durch die erbitterte Debatte um den EU-Austritt entstandenen tiefen Risse in der britischen Gesellschaft überwinden. Es sei seine Regierungsaufgabe, das Land zu “vereinen” und “nach vorne zu bringen”, erklärt Johnson in im Voraus veröffentlichen Auszügen der Fernsehansprache.

Den EU-Austritt bezeichnet der Premierminister darin “nicht als ein Ende, sondern als einen Anfang”. Es sei der “Moment einer neuen Morgendämmerung” gekommen: “Der Vorhang hebt sich zu einem neuen Akt.” Johnson beschreibt den Brexit auch als “Moment einer wahren Erneuerung” und des “nationalen Wandels” für das Vereinigte Königreich.

Großbritannien tritt am Freitag um Mitternacht nach 47 Jahren Mitgliedschaft in der EU aus der Europäischen Union aus. Seine Fernsehansprache will Johnson eine Stunde vor dem Austritt halten. Zuvor will der Premier am Freitag eine Kabinettssitzung im nordostenglischen Sunderland abhalten. Die Stadt hatte beim Referendum des Jahres 2016 mit 61 Prozent für den EU-Austritt gestimmt.

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon warnte Johnson unterdessen erneut, Schottland ein weiteres Referendum über die Unabhängigkeit zu verweigern. Johnson könne “nicht ewig dem Willen der Schotten im Weg stehen”, sagte sie der Zeitung “Die Welt”.

Die Schotten hatten bereits 2014 über eine Unabhängigkeit abgestimmt. Damals votierte die Mehrheit für einen Verbleib im Vereinigten Königreich. Einem erneuten Unabhängigkeitsreferendum müsste die Regierung in London zustimmen. Johnson hat allerdings wiederholt ausgeschlossen, ein weiteres Referendum zuzulassen.

Von: APA/Ag.