Telefonat mit Macron - Stand der Brexit-Gespräche unverändert: "Es gibt Probleme"

Johnson will Problem der Grenzschließung “schnell lösen”

Montag, 21. Dezember 2020 | 19:19 Uhr

Nach einem Telefonat mit dem französischen Präsident Emmanuel Macron hofft der britische Premierminister Boris Johnson auf eine rasche Wiederaufnahme des Warenverkehrs mit dem Festland. Er sei hoffnungsvoll, dass das Problem “in den nächsten Stunden” gelöst werden könne, sagte Johnson am Montag. “Wir wollen das Problem so schnell wie möglich lösen.” Es müsse sichergestellt werden, dass Lastwagen in beide Richtungen “covid-frei” fahren könnten.

Der Premier versuchte, die Bevölkerung zu beruhigen. “Die große Mehrheit von Lebensmitteln, Medikamenten und Versorgungsgütern erreichen uns wie immer”, sagte Johnson. Über den seit Sonntagabend geschlossenen Hafen Dover am Ärmelkanal würden nur 20 Prozent der Güter gehandelt und beträfen nur Waren, die von Menschen begleitet werden, also Lastwagen. Der Lkw-Stau sei zudem bereits deutlich reduziert worden, betonte Johnson.

Frankreich hatte am Sonntagabend wegen der raschen Ausbreitung einer neuen Variante des Coronavirus die Grenzen zu Großbritannien geschlossen. Das betrifft auch die Fährverbindungen zwischen Dover und dem französischen Calais sowie den Eurotunnel. Auch Österreich verhängt Einreisebeschränkungen: Ab Mitternacht dürfen keine Flugzeuge aus Großbritannien mehr landen.

Bei den seit Monaten anhaltenden Brexit-Verhandlungen ist unterdessen laut Johnson weiter keine Einigung in Sicht. Die Situation sei unverändert, sagte Johnson: “Es gibt Probleme.” Großbritannien werde es jedoch auch ohne ein Abkommen gutgehen. Die dann geltenden Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) wären “mehr als zufriedenstellend”, sagte er. “Wir kommen mit Sicherheit klar.”

Der britische Verkehrsminister Grant Shapps sieht im Umgang seines Landes mit Einschränkungen für den Warenhandel wegen der neuen Coronavirus-Variante den Beweis für erfolgreiche No-Deal-Vorbereitungen. Die für das Ende der Brexit-Übergangsphase getroffenen Maßnahmen würden nun Früchte tragen, sagte Shapps in der Pressekonferenz mit Johnson am Montagabend. Die Zahl der Lastwagen, die sich auf der Autobahn zum Fährterminal in Dover stauten, sei von 500 rasch auf etwa 170 reduziert worden. “Wir sind bereit”, so Shapps.

Fast zeitgleich erklärte in Paris der für die EU zuständige Regierungsvertreter Clement Beaune, es gebe weiter große Differenzen bei der Frage der Fischerei. Man werde der Sache noch einige Stunden, einige Tage geben. Ein französischer Regierungssprecher hatte zuvor erklärt, sein Land bleibe bei den “roten Linien” bei den Verhandlungen.

Großbritannien und die EU forderten zuletzt Zugeständnisse von der jeweils anderen Seite. Das Königreich war Ende Jänner offiziell aus der EU ausgetreten. Am 31. Dezember endet die Übergangsphase, in der das Königreich noch EU-Regeln anwenden muss. Ohne ein Handelsabkommen rechnen Experten unter anderem mit höheren Zöllen auf viele Produkte sowie langen Wartezeiten an der Grenze.

Von: APA/dpa/Reuters

Kommentare

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11 Kommentare auf "Johnson will Problem der Grenzschließung “schnell lösen”"


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Jiminy
Jiminy
Kinig
1 Monat 3 h

by by baby Johnson

eisern
eisern
Tratscher
1 Monat 2 h

Er hat bekommen wo für er jahrelang gegen Europa gekämpft hat und merkt jetzt das er auf einer Insel lebt und kein Selbstversorger ist. Vielleicht wirkt ja BSE noch nach im Vereinigten Königreich.

Reitiatz
Reitiatz
Universalgelehrter
1 Monat 3 h

wegat dia 2wochn auf odr oh, nochn brexit isch nor decht zua😬

brunner
brunner
Universalgelehrter
1 Monat 2 h

Schickt die Engländer in die Wüste….tun und lassen eh was sie wollen

faif
faif
Superredner
1 Monat 3 h

…jetzt testen die doch glatt unfreiwillig den harten brexit ??

doco
doco
Grünschnabel
1 Monat 21 Min

jetzt kriegen die Engländer endlich einen Vorgeschmack auf Brexit😂😂

Faktenchecker
30 Tage 22 h

Der Brexit ist schon angekommen.

50 km Warteschlange

Peerion
Peerion
Grünschnabel
1 Monat 1 h

Wie gut, dass die vollen Flieger Richtung Fluchtausgangsstaaten alle pünktlich mit Ende der Präsenzschulpflicht abhoben. Und bestimmt gibt es für deren Einreise wieder grosszügige Quarantänebefreiungen, das war ja schon diesen Herbst kein Problem.

Ars Vivendi
30 Tage 14 h

Die Reaktionen einiger Briten auf die “Verbannung” erinnert mich an eine Pressemeldung in den 70er Jahren. Damals wurde mit deren ureigenen “Humor” bzw. Selbstüberschätzung (British Empire 🙈) gemeldet : ” Fog blocks channel traffic, continent completly isolated “

Faktenchecker
30 Tage 22 h

Nach dem Telefonat hätte ich eine Lösung erwartet MIster Brexit!

50km Stau in Dover.

Look_at_Yourself
30 Tage 15 h

Time to say goodby.
Scotland welcome.

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