König Abdullah II. kam persönlich

Jordanischer König erhielt Westfälischen Friedenspreis

Samstag, 08. Oktober 2016 | 12:51 Uhr

Der jordanische König Abdullah II. ist am Samstag in Münster mit dem Westfälischen Friedenspreis ausgezeichnet worden. In seiner Laudatio im Rathaus von Münster hob der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck das Engagement des Preisträgers für Flüchtlinge aus Syrien hervor. “Sie und Ihre Landsleute setzen damit Maßstäbe für Humanität und Mitmenschlichkeit.”

Rund 656.000 syrische Flüchtlinge lebten in Jordanien, hob Gauck hervor. “Die Versorgung dieser Menschen verschlingt einen guten Teil des Staatshaushalts.” Jordanien sei in dieser und in früheren Krisen bis an die Grenze seiner Kapazitäten gegangen, um zu helfen. Das Land habe sich geöffnet und in einer Weise großzügig gezeigt, die beispielhaft sei, fügte das deutsche Staatsoberhaupt hinzu.

Jordanien benötige daher die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft, mahnte Gauck. “Hilfe nicht nur, um die drängendsten Probleme zu bewältigen, sondern auch um die langfristigen Herausforderungen zu meistern.”

Auch König Abdullah II. rief dazu auf, sein Land bei der Aufnahme von Flüchtlingen aus Syrien und anderen Krisenstaaten der Region zu unterstützen. Die internationale Gemeinschaft sehe sich der “größten weltweiten Flüchtlingskrise in der Geschichte der Menschheit gegenüber”, sagte er in Münster. “Wir stehen vor einer weltweiten Krise, die weltweites gemeinsames Handeln erfordert.”

Die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe ehrte mit dem Preis den Einsatz des Königs für Frieden und Stabilität im Nahen Osten. Neben Abdullah II. erhielt auch die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste den zweigeteilten Preis.

Der Preis des Westfälischen Friedens wird seit 1998 im Zwei-Jahres-Rhythmus verliehen und ist mit 100.000 Euro der höchstdotierte deutsche Friedenspreis. Mit ihm werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich beispielhaft für die Versöhnung der Völker einsetzen.

Zu den früheren Preisträgern zählen die ehemalige Chefanklägerin des Kriegsverbrechertribunals in Den Haag, Carla Del Ponte, Frankreichs Ex-Präsident Valéry Giscard d’Estaing sowie die beiden früheren deutschen Bundeskanzler Helmut Schmidt und Helmut Kohl.

Von: APA/ag.