Die Brexit-Verhandlungen dürften äußerst zäh werden

Juncker kündigt “unnachgiebige” Haltung gegenüber London an

Freitag, 07. Oktober 2016 | 12:28 Uhr

Im Streit um den EU-Austritt Großbritanniens hat EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker eine harte Haltung angekündigt. Europa werde angesichts der britischen “Manöver” rund um den Brexit “unnachgiebig” bleiben, sagte Juncker am Freitag in Paris. “Man kann nicht mit einem Fuß drinnen und mit einem Fuß draußen sein. Und mit dem Fuß, der draußen ist, alles zertrampeln, was aufgebaut wurde.”

Die Regierung in London hatte angekündigt, sie wolle nach dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union die Freizügigkeit für EU-Bürger einschränken. Gleichzeitig will London aber auch nach dem Austritt freien Zugang zum europäischen Binnenmarkt haben.

Juncker wies dies nun entschieden zurück: Wenn Großbritannien einen freien Zugang zum EU-Binnenmarkt haben wolle, dann müssten “alle Regeln und alle Freiheiten rund um den Binnenmarkt vollständig eingehalten werden”.

Zuvor hatte sich bereits der französische Präsident Francois Hollande mit ungewohnt scharfen Worten zum Brexit geäußert. “Es muss eine Drohung geben, es muss ein Risiko geben, es muss einen Preis haben”, sagte Hollande am Donnerstagabend in Paris im Hinblick auf die Brexit-Verhandlungen. “Großbritannien hat sich für einen Brexit entschieden, ich glaube sogar, für einen harten Brexit.” Nun müsse der Wille der Briten auch umgesetzt werden.

Die Äußerungen des französischen Präsidenten wurden mitverantwortlich gemacht für eine rasante Talfahrt des britischen Pfunds an den asiatischen Märkten Freitagfrüh. In Tokio rutschte das Pfund zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit 1985.

Von: APA/ag.