Lawrow nimmt Nusra-Front ins Visier

Kampf gegen IS in Syrien laut Lawrow größtenteils vorbei

Mittwoch, 27. Dezember 2017 | 14:16 Uhr

Der Krieg gegen die Extremistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) in Syrien ist nach den Worten des russischen Außenministers Sergej Lawrow größtenteils vorbei. Die Nachrichtenagentur RIA zitierte Lawrow am Mittwoch mit den Worten, jetzt komme es darauf an, die Nusra-Front zu zerschlagen. Diese Gruppierung ging aus der Terrororganisation Al-Kaida hervor und kämpft gegen Präsident Bashar al-Assad.

Der sogenannte IS hatte in Syrien und im benachbarten Irak ein Kalifat ausgerufen und ein streng islamisches Herrschaftssystem errichtet. Im Kampf gegen den IS waren sich fast alle Akteure in Syrien und dem Irak einig. Die syrische Regierung wurde dabei von Russland, dem Iran und der libanesischen Hisbollah-Miliz militärisch unterstützt.

Im Irak kämpften Regierungstruppen und kurdische Verbände mit Unterstützung einer von den USA angeführten Militärkoalition gegen den IS. Beide Staaten teilten kürzlich mit, der IS sei weitgehend zerschlagen. Die USA erklärten am Mittwoch, in den Gebieten Syriens und Irak, in denen sie mit ihren Verbündeten gegen den IS vorgingen, seien weniger als 1.000 IS-Kämpfer übrig geblieben.

Mit der Zerschlagung des IS sind aber auch die Differenzen zwischen den beteiligten Seiten wieder offen ausgebrochen. Russlands Armeechef, General Waleri Gerassimow, warf den USA vor, in Stützpunkten auf syrischem Gebiet ehemalige IS-Kämpfer auszubilden, um das Land zu destabilisieren. Der US-Stützpunkt bei Tanf an der Grenze zum Irak sei illegal. Dort könnten sich Extremisten ungehindert bewegen, sagte der General der Zeitung “Komsomolskaja Prawda”.

Nach Darstellung der USA handelt es sich um einen temporären Stützpunkt, auf dem Kämpfer gegen den IS trainiert werden. Nach Gerassimows Worten hielten sich auf dem Stützpunkt viele Kämpfer und ehemalige IS-Angehörige auf. Sie würden jetzt unter anderen Namen wie “Neue Syrische Armee” auftreten. Ihre Aufgabe sei es, die Lage in Syrien zu destabilisieren.

Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan erklärte unterdessen, dass eine Nachkriegsordnung in Syrien mit Präsident Bashar al-Assad an der Spitze für ihn unvorstellbar sei. “In Syrien mit Assad zu gehen, funktioniert absolut nicht”, sagte er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Assad sei ein “Terrorist”, fügte Erdogan hinzu. Man könne keine Zukunft mit einem Präsidenten planen, der “fast eine Millionen Bürger getötet” habe, sagte Erdogan weiter nach Angaben von Anadolu.

Von: APA/ag.