Der Hurrikan hat Windgeschwindigkeiten von knapp 300 km/h

Karibik und Florida wappnen sich für Hurrikan “Irma”

Mittwoch, 06. September 2017 | 11:23 Uhr

Die Bewohner und Behörden der Karibik-Inseln und des US-Staats Floridas bereiten sich auf einen der stärksten Hurrikans der vergangenen Jahrzehnte vor. Im US-Territorium Puerto Rico rief Gouverneur Ricardo Rossello die 3,4 Millionen Einwohner auf, sich in Sicherheit zu bringen, etwa in einem der 460 Schutzräume.

In Süd-Florida, wo der Wirbelsturm am Samstag erwartet wird, wurden erste Schulen geschlossen. Die US-Behörden haben vor “potenziell katastrophalen” Folgen des anrückenden Rekord-Hurrikans “Irma” gewarnt. Der Wirbelsturm mit Windgeschwindigkeiten von fast 300 Kilometern pro Stunde werde auf den Kleinen Antillen zu lebensgefährlichen Sturmböen und Regenfällen führen, erklärte das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC). Es gab Warnungen der höchsten Stufe auch für die Dominikanische Republik aus.

“Irma” befand sich Mittwochfrüh etwa 65 Kilometer nördlich von Antigua. Dort wurden nach Berichten von Bewohnern schon erste Dächer abgedeckt. Auf Antigua und Barbuda fiel der Strom aus.

Der Wirbelsturm der höchsten Kategorie 5 ist nach Angaben des NHC der stärkste Hurrikan, der jemals außerhalb der Karibik und des Golfs von Mexiko verzeichnet wurde. Experten können zwar nicht genau vorhersagen, welchen Weg er nehmen wird. Allerdings wurde damit gerechnet, das er am Samstag die Südspitze von Florida erreichen dürfte. Am Mittwoch bewegte er sich west-nordwestwärts. Diese Route werde der Hurrikan wohl in den kommenden zwei Tagen beibehalten.

Florida wie auch Puerto Rico und die Jungferninseln haben den Notstand ausgerufen und bei der Regierung in Washington Hilfe angefordert. In der puerto-ricanischen Hauptstadt San Juan verbarrikadierten Geschäftsleute ihre Lokale mit Holzplatten. American Airlines setzte drei zusätzliche Flüge von San Juan, St. Kitts und St Marten nach Miami ein, um Menschen aus der Gefahrenzone auszufliegen. Andere Fluggesellschaften sagten Flüge in die Region ab.

Im Touristengebiet Florida Keys ordneten die Behörden die Evakuierung an. Alle Besucher sollten ab Mittwoch aus dem Gebiet gebracht werden. Die Bewohner des dicht besiedelten Bezirks Miami-Dade wurden aufgefordert, sich in höher gelegene Gebiete in Sicherheit zu bringen.

Der Süden der USA kämpft noch mit den Folgen von “Harvey”. Der Hurrikan der Stufe 4 hatte Ende August die Küste von Texas heimgesucht und dort vor allem durch lang anhaltende, sintflutartige Regenfälle für erhebliche Zerstörungen gesorgt. Schätzungsweise 60 Menschen kamen durch “Harvey” in Texas und im benachbarten Louisiana ums Leben, über eine Million Menschen mussten vorübergehend ihre Häuser verlassen.

Von: APA/ag.