Carles Puigdemont hält am Referendum fest

Katalanischer Regierungschef erstmals mit Haft bedroht

Montag, 25. September 2017 | 17:12 Uhr

Sechs Tage vor dem umstrittenen Referendum in Katalonien über die Loslösung von Spanien ist dem Chef der separatistischen Regionalregierung in Barcelona Haft angedroht worden. Es gebe die Möglichkeit, dass die Justiz die Festnahme des katalanischen Ministerpräsidenten Carles Puigdemont u.a. wegen der Veruntreuung öffentlicher Gelder anordne, sagte Generalstaatsanwalt Jose Manuel Maza am Montag.

Puigdemont bekräftigte inzwischen, dass die für den 1. Oktober ausgerufene Befragung trotz des Verbots durch das Verfassungsgericht und auch gegen den Willen der Zentralregierung in Madrid stattfinden wird. “Ich bestätige, dass es Urnen und Wahlzettel geben wird. Und noch wichtiger für die Abhaltung eines Referendums: Es wird Wähler geben”, versicherte er.

Im Interview des französischen Radiosenders France Inter räumte Puigdemont ein, er könne nicht sagen, ob eine Mehrheit der Katalanen für die Unabhängigkeit der Region im Nordosten Spaniens sei. Aber er sei sicher, dass 80 Prozent dafür seien, abzustimmen.

Ministerpräsident Mariano Rajoy versicherte mehrfach, das Referendum werde nicht stattfinden. Mit vielen Aktionen versuchen Madrid und die Justiz, die Befragung zu verhindern. Am Montag führte die staatliche Polizeieinheit Guardia Civil Durchsuchungen in rund 30 der insgesamt über 700 Gemeinden Kataloniens durch, die das Referendum unterstützen, wie Medien berichteten.

Bei Dutzenden von Razzien hatte die Guardia Civil vorige Woche bereits 14 separatistische Politiker und Beamte in Gewahrsam genommen. Zudem waren rund zehn Millionen Wahlzettel und 1,5 Millionen Wahlplakate beschlagnahmt worden. Zudem wurde die katalanische Polizei vorläufig dem Innenministerium in Madrid unterstellt. Aus Protest gegen diese Aktionen gehen seit Tagen Tausende Menschen in Katalonien auf die Straßen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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14 Kommentare auf "Katalanischer Regierungschef erstmals mit Haft bedroht"


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MartinG.
MartinG.
Superredner
26 Tage 20 h
Der “Referendumsputschist” hat sich in eine politische Sackgasse manövriert hat. Die Aussicht sein “Referendum” durchzuführen tendiert aus verfassungsrechtlichen Gründen und weil sich der spanische Staat wehrt, mittlerweile gegen Null; die EU hat ebenfalls klar gemacht, daß der Wunsch der Cat-Nationalisten, den eigenen Staat in die EU “mitzubringen” jeglicher Grundlage entbehrt. Nach dem Brexit ist ein politischer Schrebergarten fanatischer Cat-Nationalisten das Letzte, was die EU braucht. Es ist vorbei; die Separatisten sollen ihr Vorhaben abblasen, bevor sich der spanische Staat gezwungen sieht Artikel 155 der Verfassung(Suspendierung der Autonomie) anzuwenden und Piugdemont zu verhaften. Der weitere Weg soll sein, daß auch die… Weiterlesen »
Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
26 Tage 13 h

Dann mal gucken aus welchem Holz er geschnitzt ist. Zieht er das Ding durch und wird in Haft genommen haben die katalanen einen Märtyrer. Das volk wird ihm folgen, dann gute Nacht spanien…

Robin Hood
Robin Hood
Tratscher
26 Tage 7 h

@MartinG.

Mal schauen.

Die Leute lassen sich von den Linken nicht mehr vorschreiben, Was, wie oder wo Sie etwas machen dürfen.

Freiheit für die, die es wünschen.

Baduila
Baduila
Tratscher
26 Tage 17 h

Angeblich zählt Demokratie zu den Grundwerten der EU.
Man sollte halt nur nicht dagegen stimmen….

Tabernakel
26 Tage 16 h

Wenn man die Verfassung bricht ist das sicher nicht demokratisch.

MartinG.
MartinG.
Superredner
26 Tage 20 h

In Italien übrigens haben sich die Separatisten selbst entschärft:
Il Paese dei campanili così legato alle tradizioni: “Noi prima di tutto italiani”
http://www.repubblica.it/politica/2017/09/25/news/il_paese_dei_campanili_cosi_legato_alle_tradizioni_noi_prima_di_tutto_italiani_-176427225/?ref=RHRS-BH-I0-C6-P12-S1.6-T1

Natürlich bleiben ein paar Separatisten für unsere einheimischen “Helden” immer übrig. 

geronimo
geronimo
Tratscher
26 Tage 16 h

Die gute spanische Zentralregierung wird diese Lawine auch nicht aufhalten können!

MartinG.
MartinG.
Superredner
26 Tage 17 h

Eine interessante Stimme aus dem Land der Volksabstimmungen:
“Das Referendum in Katalonien ist undemokratisch
Die politische Philosophie nennt drei Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit sich ein Landesteil abspalten kann. In Katalonien ist keine einzige davon gegeben.”
https://nzzas.nzz.ch/meinungen/referendum-in-katalonien-ist-undemokratisch-ld.1318094?reduced=true

Lex
Lex
Tratscher
26 Tage 5 h

Wie oft postest du das noch? Es ist eine Meinung, nichts mehr.

MartinG.
MartinG.
Superredner
26 Tage 1 h

@Lex Ist halt aus der Schweiz, dem Land der Volksabstimmungen und des feinen Gespürs für Recht und Gesetz. Nicht ST, wo Separatisten glauben mit Direkter Demokratie die Italiener zu diskriminieren.

MartinG.
MartinG.
Superredner
25 Tage 20 h

@MartinG. Siehe auch:

Das «Demokratie»-Spektakel in Katalonien führt in die Irre
Mit ihrem Referendum schüren die katalanischen Separatisten Ressentiments – und sie gefährden die regionale Autonomie.”
https://www.nzz.ch/meinung/gefaehrliches-demokratie-spektakel-in-katalonien-ld.1318430

bon jour
bon jour
Superredner
26 Tage 16 h

die Begeisterung der Selbstbestimmler wird dann enden, wenn die Italiener im Land die Abtrennung von Deutschsüdtiroler fordern werden.
Ist Südtirol unteilbar? Nein. Warum auch

Lex
Lex
Tratscher
26 Tage 5 h

Ist doch okay. Es wird unsere Aufgabe sein, die Italiener zu überzeugen, dass sie in einem mehrsprachigen Südtirol nur Vorteile haben.

MartinG.
MartinG.
Superredner
25 Tage 20 h
@Lex Das glauben Sie wohl selber nicht. Das was beim Autonomiekonvent herausgekommen ist, war ja wenig mehr als ein Maßnahmenkatalog, wie man die Italiener am besten diskriminieren und assimilieren könnte. Aus ital. Forderungen wie Kompromiss bei den Ortsnamen und Schule wurde wie immer nix. Ihr offener und dumpfer Deutschnationalismus und Antiitalianismus ist den hiesigen Separatisten am meisten im Weg; eine widerliche Form von Politik wie sie gestern erst wieder FH-Schütze Reber selbst in eine Pressemiteilung gegossen hat. Sie haben eigentlich recht; die Selbstbestimmung hätte auch bei den Italienern Chancen; aber ein faires Angebot und die Bereitschaft, sich ehrlich und ohne… Weiterlesen »
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