Odinga von seinen Anhängern umringt

Kenias Präsident bei Stimmenauszählung leicht in Führung

Dienstag, 08. August 2017 | 21:58 Uhr

Kenias Präsident Uhuru Kenyatta ist nach der Auszählung der ersten Stimmen bei der Präsidentenwahl am Dienstag leicht in Führung gegangen. Nach Auszählung von 5455 der 40.883 Wahllokale kam er auf 58 Prozent und liegt damit vor seinem Herausforderer Raila Odinga. Das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Kenyatta und Odinga würde bedeuten, dass es mehrere Tage dauern könnte, bis das Ergebnis feststeht.

Die Abstimmung war weitgehend friedlich verlaufen. Mehr als 150.000 Sicherheitskräfte waren im Einsatz, um zu verhindern, dass es in Ost-Afrikas größter Volkswirtschaft zu ähnlichen Ausschreitungen zwischen den Bevölkerungsgruppen wie vor zehn Jahren kommt. Damals wurden 1.200 Menschen getötet, 600.000 mussten aus ihren Wohnorten fliehen.

Vor der Wahl hatte die Opposition mehrfach der Regierung vorgeworfen, die Abstimmung manipulieren zu wollen. Gewaltsame Zwischenfälle und die Deportation von zwei ausländischen Beratern Odingas sorgten ebenfalls für Unruhe. Die Wahlkommission rief die Bevölkerung auf, in Ruhe das Wahlergebnis abzuwarten. Kenyatta hatte bei der Stimmabgabe erklärt, er werde das Ergebnis akzeptieren und zurücktreten, wenn er verliere. Er erwarte ein solches Herangehen auch von Odinga. Dieser äußerte sich nicht bei der Stimmabgabe.

Der 55-jährige Kenyatta ist ein reicher Geschäftsmann und Sohn des Gründungspräsidenten Kenias. Odinga (72) ist ein ehemaliger politischer Häftling und Sohn des ersten Vizepräsidenten Kenias. Er stammt aus dem Luo-Volk im Westen des Landes. Die Menschen dort fühlten sich über Jahre von der Regierung in Nairobi vernachlässigt und von der politischen Macht ausgeschlossen. Kenyatta ist ein Kikuyu. Diese Volksgruppe hat drei der vier kenianischen Präsidenten seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1963 gestellt.

Von: APA/ag.