Sobald die neue Regierung steht, muss Kern seinen Sessel räumen

Kern wird wohl kürzestdienender Kanzler

Montag, 16. Oktober 2017 | 13:40 Uhr

Christian Kern (SPÖ) wird wohl als kürzestdienender Bundeskanzler der Zweiten Republik in die Geschichte eingehen. Wird Wahlsieger Sebastian Kurz (ÖVP) tatsächlich Kanzler, startet er gleich mit einem Rekord: Alle Vorgänger waren bei der Angelobung wesentlich älter. Das Durchschnitts-Angelobungs-Alter liegt bei 52, Kurz ist erst 31 Jahre alt.

Kein einziger der zwölf nach Wahlen angelobten Bundeskanzler war bisher unter 40 Jahre alt – und nur einer, Leopold Figl, (im Jahr 1945) nicht viel darüber, nämlich 43 Jahre. Alfred Gusenbauer (SPÖ) zog 2006 mit 46 im Kanzleramt ein, alle anderen waren nahe oder über 50.

Mit genau 50 kam Kern ins Amt – und mit 51 wird er es höchstwahrscheinlich verlassen. Dauern die Regierungsverhandlungen nicht ungewöhnlich lange, wird er der kürzestdienende Kanzler seit 1945. Erst am 9. April 2018 wäre er einen Tag länger im Kanzleramt als Parteikollege Alfred Gusenbauer (SPÖ), der zwar 2006 überraschend den ersten Platz für die SPÖ geholt hatte, aber schon ein Jahr und elf Monate nach Angelobung Werner Faymann weichen musste. Und ein halbes Jahr lang wurde in Österreich noch nie um die nächste Regierung gerungen.

Ist deren Chef Kurz, wird er der 13. oder 14. Bundeskanzler der Zweiten Republik – je nachdem ob man auch die nach dem Zweiten Weltkrieg eingesetzte provisorische Regierung unter Staatskanzler Karl Renner (SPÖ) dazuzählt oder nicht. Seit der ersten freien Wahl am 25. November 1945 stellte die SPÖ sieben und die ÖVP fünf Kanzler. Andere Parteien kamen bisher nicht zum Zug.

Von: apa