Ukrainische Artillerieangriffe auf russische Stellungen (Archivbild)

Kiew meldet neuen Artillerieschlag gegen russische Truppen

Dienstag, 03. Januar 2023 | 16:29 Uhr

Die Zahl der in der Silvesternacht durch Artillerieschläge getöteten russischen Soldaten in der Ukraine könnte weitaus höher sein als zunächst gedacht. Wie der ukrainische Generalstab am Dienstag in seinem Lagebericht mitteilte, wurden auch im Gebiet Cherson im Süden des Landes Hunderte Soldaten getötet und verletzt. Erst am Montag hatte Kiew von einem Schlag gegen die russischen Besatzer in der Ostukraine an Silvester mit Hunderten Toten berichtet.

Der am Dienstag bekannt gewordene Artillerieangriff soll nahe der Ortschaft Tschulakiwka, südlich von Cherson erfolgt sein. “Die Verluste des Gegners belaufen sich auf 500 Tote und Verletzte”, so der Lagebericht der Ukrainer. Die gegnerischen Verluste bei dem Angriff auf eine Unterkunft russischer Soldaten in der Stadt Makijiwka im ostukrainischen Gebiet Donezk bezifferte Kiew auf 400 Tote und 300 Verletzte.

Die Angaben des ukrainischen Militärs ließen sich nicht unabhängig prüfen. Beide Kriegsparteien sprechen häufig von hohen Verlusten der gegnerischen Seite. Das russische Verteidigungsministerium räumte lediglich den Tod von 63 Rekruten ein. Doch auch russische Militärblogger sprachen von mehreren hundert Opfern.

In der russischen Stadt Samara gab es am Dienstag eine Trauerfeier für die an Silvester ums Leben gekommene Soldaten. “Wir zerschlagen den Feind”, versicherte eine Rednerin, eine Generalsgattin, lokalen Medien zufolge bei der Veranstaltung. Zur von kremlnahen Organisationen abgehaltenen Kundgebung kamen demnach etwa 500 Menschen.

Unter den in der Region Donezk getöteten russischen Soldaten sollen viele Rekruten aus der Region Samara gewesen sein. Nach dem Artillerieschlag hatte es in russischen sozialen Netzwerken Kritik an der eigenen Militärführung gegeben, die die Soldaten auf engstem Raum und noch dazu in der Nähe von Waffen und Munition einquartiert hatte.

“Zehn Monate nach Beginn des Krieges ist es gefährlich und kriminell, den Feind als einen Dummkopf zu betrachten, der nichts sieht”, sagte Andrej Medwedew, stellvertretender Vorsitzender des Moskauer Stadtparlaments.

Der frühere Anführer pro-russischer Separatisten in der Ostukraine, Igor Strelkow, sagte zu dem Angriff, die Soldaten seien in einem ungeschützten Gebäude stationiert gewesen. Dieses sei “fast vollständig” zerstört worden, da dort gelagerte Munition bei dem Angriff detoniert sei. Er sprach von “hunderten” Getöteten und Verletzten.

Mehrere russische Kriegsreporter – deren Einfluss im Land zuletzt gewachsen ist – sprachen ebenfalls von hunderten Opfern. Sie warfen ranghohen Militärkommandeuren vor, nicht aus früheren Fehlern gelernt zu haben.

In Onlinenetzwerken warfen einige Nutzer den russischen Behörden vor, die Zahl der Toten herunterzuspielen. “Mein Gott, wer wird die Zahl von 63 glauben? Das Gebäude wurde vollständig zerstört”, schrieb eine Frau im in Russland populären Dienst VKontakte. Auf der Plattform wurden Russen aufgefordert, Kleidung, Medikamente und Ausrüstung für die Überlebenden des Angriffs zu sammeln.

Bei der Trauerfeier in Samara wurden den Berichten zufolge aber weder die Fehler der eigenen Generalität noch die Anwesenheit russischer Soldaten in der Ukraine diskutiert. Die Redner sprachen sich vielmehr für eine Fortsetzung der Kriegshandlungen aus.

Britische Militärexperten halten unterdessen einen wesentlichen Durchbruch des russischen Militärs nahe der umkämpften ukrainischen Stadt Bachmut in den kommenden Wochen für unwahrscheinlich. Das ging am Dienstag aus dem täglichen Geheimdienst-Update des Verteidigungsministeriums in London hervor. Die ukrainischen Truppen hätten ihre Positionen verstärkt. Die russischen Angriffe ließen demnach zuletzt nach – nachdem sie Mitte Dezember einen vorläufigen Höhepunkt erreicht hatten. “Beide Seiten haben hohe Verluste erlitten”, hieß es in der Mitteilung weiter.

Nach Angaben von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg will ein Teil der Alliierten die gemeinsamen Zielvorgaben für die Verteidigungsausgaben verschärfen. “Einige Verbündete sind entschieden dafür, aus dem gegenwärtigen Zielwert von zwei Prozent einen Mindestwert zu machen”, sagte der Norweger der Deutschen Presse-Agentur zum Jahreswechsel. Als Vorsitzender des Nordatlantikrats werde er nun die Verhandlungen zu dem Thema leiten. “Wir werden uns treffen, wir werden Ministertreffen haben, wir werden Gespräche in den Hauptstädten führen”, erklärte er.

Ziel ist es demnach, spätestens beim nächsten regulären Gipfel eine Einigung zu erzielen. Er wird am 11. und 12. Juli in Litauens Hauptstadt Vilnius organisiert.

Das derzeitige Zwei-Prozent-Ziel sieht vor, dass sich alle NATO-Staaten bis 2024 dem Richtwert annähern, mindestens zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Verteidigung auszugeben. Dieses Ziel war 2014 bei einem Gipfeltreffen in Wales vereinbart worden. Damals hatte sich Russland gerade die ukrainische Schwarzmeerhalbinsel Krim einverleibt.

Welche NATO-Staaten nun ein deutlich ambitionierteres Ziel fordern, sagte Stoltenberg nicht. Zuletzt hatten sich nach Angaben von Diplomaten vor allem östliche Bündnisstaaten wie Polen und Litauen sowie Großbritannien dafür ausgesprochen, angesichts von Russlands Krieg gegen die Ukraine strengere Vorgaben zu vereinbaren. Deutschland und einige andere Länder wie Kanada und Belgien gelten als Gegner dieser Idee. Sie geben bisher deutlich weniger als zwei Prozent des BIP für Verteidigung aus.

Von: APA/dpa/AFP

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12 Kommentare auf "Kiew meldet neuen Artillerieschlag gegen russische Truppen"


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Look_at_Yourself
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Universalgelehrter
1 Monat 23 Min

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Die jungen Soldaten, die von Russland in einem sinnlosen Krieg verheizt werden, können einem schon leid tun.

Faktenchecker
30 Tage 23 h

Warum lassen die sich das gefallen?

sarkasmus
sarkasmus
Superredner
30 Tage 23 h

Sind es in der ukraine nur alte?

Oracle
Oracle
Universalgelehrter
30 Tage 22 h

… leider wissen wir nicht, was ihnen da erzählt wird… wahrscheinlich einige voller Tatendrang, Nazis zu bekämpfen, obwohl die Russen eigentlich die Nazis sind, in einen anderen Staat einmarschieren, diesen bombardieren und “befreien”….viele kommen aus sehr armen Verhältnissen und meinen sich was zu verdienen. Das Leben hat keinen Preis….. der Kremldrakula, der nur mehr per video sich meldet, und seine Saufkumpane haben jeden Bezug zur Vernunft verloren und verheizen ohne Skrupel die eigenen Soldaten…

andr
andr
Universalgelehrter
30 Tage 22 h

@sarkasmus nein, keine Frage, man will nur die Sinnlosigkeit darstellen

Look_at_Yourself
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Universalgelehrter
30 Tage 18 h

Sark
A blöds Gelaber hot mer vei gleich zamm.

fingerzeig
fingerzeig
Tratscher
30 Tage 17 h

@Oracle
laut ihren statements… würden sie die homo südtirolensis auch verheizen… hauptsache ihr ego…oder ihr dasein nimmt keinen schaden.

klablueter
klablueter
Grünschnabel
30 Tage 17 h

@sarkasmus
Nicht mal Soldaten, sondern unschuldige Bürger

Dagobert
Dagobert
Kinig
1 Monat 1 h

Die Angehörigen dieser Toten, können sich beim kleinwüchsigen Möchtegernzar im Kreml bedonkn!

andr
andr
Universalgelehrter
30 Tage 22 h

Die Verantwortlichen Terroristen sitzen im Kreml, da braucht man nicht lange suchen, wahrscheinlich essen sie gerade kaviar, während hunderte junge Menschen sterben müssen diese Verbrecher

Zugspitze947
30 Tage 20 h

Nur mit massiven Gegenschlägen auch in Russland werden die Russen endlich kapieren das sie auf verlorenen Posten sind 😡😝👌Es wäre an der zeit sich zurück zu ziehen und das STERBEN zu beenden 😢👌

OH
OH
Superredner
30 Tage 15 h

Melden kann man Vieles !!!!

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