Die Stadt im Osten der Ukraine ist heftig umkämpft

Kiew: Russische Sturmangriffe im Osten der Ukraine

Dienstag, 14. Juni 2022 | 21:00 Uhr

Russische Truppen haben nach Kiewer Militärangaben am Dienstag an mehreren Stellen in der Ostukraine Sturmangriffe geführt. In der Stadt Sjewjerodonezk werde weiter um jede Straße gekämpft, teilte der ukrainische Generalstab am Abend mit. Der Feind gruppiere seine Truppen um und versuche Verstärkung heranzuführen. Russische Sturmangriffe wurden außerdem bei Rubischne im Gebiet Charkiw und bei Solote im Gebiet Luhansk verzeichnet.

Bei Berestowe im Gebiet Donezk sei ein solcher Angriff abgewehrt worden, hieß es. Die Militärangaben waren wie meist nicht unabhängig überprüfbar. An fast allen Frontabschnitten im Osten und Süden wurde von schwerem russischen Artilleriefeuer berichtet.

Zuvor hatte Moskau den verbliebenen ukrainischen Soldaten im schwer umkämpften Sjewjerodonezk ein Ultimatum gestellt. Sie sollten “ihren sinnlosen Widerstand” aufgeben, ihre Waffen niederlegen und sich bis Mittwochfrüh stellen, hieß es aus nicht unabhängig überprüfbaren Quellen. Unterdessen gab es laut Angaben aus Kiew nach der Zerstörung der letzten strategisch wichtigen Brücke in die Stadt Bemühungen zur Evakuierung der eingeschlossenen Menschen.

“Die Situation ist sehr schwierig, aber es gibt noch eine Kommunikation mit der Stadt”, sagte Bürgermeister Olexandr Strjuk am Dienstag. “Die russischen Truppen versuchen, die Stadt zu stürmen, aber das Militär hält stand.”

Der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, hatte zuvor erklärt, dass eine Evakuierung der Stadt mit ursprünglich gut 100.000 Einwohnern nach der Zerstörung der Brücke unmöglich sei. Das ukrainische Militär teilte mit, russische Truppen versuchten, im Zentrum von Sjewjerodonezk Fuß zu fassen. Zugleich bereiteten sie Offensiven auf westlich von Sjewjerodonezk gelegene Städte wie Slowjansk vor.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte, die Schlacht um den ostukrainischen Donbass werde als eine der brutalsten in die europäische Geschichte eingehen. “Für uns ist der Preis für diese Schlacht sehr hoch. Es ist einfach beängstigend.” Die Ukraine verliert eigenen Angaben zufolge derzeit täglich 100 bis 200 Soldaten.

Die Situation in Sjewjerodonezk habe sich extrem verschärft, erklärte Hajdaj auf Telegram. “Die Russen zerstören Hochhäuser und Asot”, fügte er mit Blick auf das Chemiewerk in der Stadt hinzu. Nach ukrainischen Angaben haben in den Bunkern der Anlage mehr als 500 Zivilisten Schutz gesucht. Die Situation erinnert an die Lage in der Hafenstadt Mariupol, wo Zivilisten wochenlang mit verwundeten ukrainischen Kämpfern in einem Stahlwerk ausgeharrt hatten.

Ein Sprecher der prorussischen Separatisten erklärte laut der russischen Nachrichtenagentur RIA, die ukrainischen Truppen seien in Sjewjerodonezk praktisch eingekesselt. Sie sollten sich ergeben oder sterben. Am Montag zerstörten russische Truppen die letzte Brücke, die Sjewjerodonezk über einen Fluss mit der von der Ukraine kontrollierten Zwillingsstadt Lyssytschansk verbindet. Die beiden Städte befinden sich in der Region Luhansk, die zusammen mit der Region Donezk den zuletzt besonders umkämpften Donbass in der Ukraine bildet.

Nach Einschätzung der US-Regierung will Russlands Präsident Wladimir Putin weiter große Teile der Ukraine erobern. “Ich glaube immer noch, dass er einen Blick auf einen bedeutenden Teil der Ukraine, wenn nicht sogar auf das ganze Land geworfen hat”, erklärte der Staatssekretär im US-Verteidigungsministerium Colin Kahl bei einer Veranstaltung der Denkfabrik Center for New American Security. Russland werde dieses Ziel jedoch nicht erreichen können. “Vielleicht können sie hier und da taktische Gewinne erzielen”, meinte Kahl. Allerdings zeigten sich die Ukrainer standhaft.

Von: APA/Reuters/dpa

Kommentare

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29 Kommentare auf "Kiew: Russische Sturmangriffe im Osten der Ukraine"


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Doolin
Doolin
Kinig
19 Tage 10 h

…wo Russen dreinfahren ist alles zerstört…ein schönes Brudervolk hat die Ukraine…wenn sie endlich von denen befreit sind, dürfen die paar Überlebenden in Höhlen hausen…

Philingus
Philingus
Tratscher
19 Tage 8 h

Das ist Putin’s Vorstellung von Existenz auf der Erde. Innerhalb des Kremls Luxus pur, außerhalb des Kremls Mord, Brandschatzung, Plünderei, Vergewaltigung, Hunger und Elend. Alles die Taten im Auftrag des Wahnsinnigen Putin. ( unter Beifall seiner Oligarchenclique und Claqueure)

N. G.
N. G.
Kinig
19 Tage 5 h

@Philingus Du schreibst wie unser allseits “beliebte” “Deutsche” der uns schon in der Pandemie die Welt erklären wollte. Bist du dir sicher, dass du nicht der Selbige bist?
Das selbe zum Teil wirre Zeugs, zwar ab und an mit Inhalt und der Rest, nicht erwähnenswert?!

Philingus
Philingus
Tratscher
19 Tage 4 h

@N. G. Tja, wenn sie wenig Textverständnis haben, sollten diesen persönlichen Mangel nicht dem/der VerasserIn der Texte anlasten, sondern in sich gehen. (Mal abgesehen von ihren abstrusen „neuen Realitätsfantasien“ zu Lasten des Freiheit und des Lebens eines Volkes.)

Dagobert
Dagobert
Kinig
19 Tage 4 h

@N. G.
Nana, der wos ins die Welt erklären möchte, bisch schun du!

Sun
Sun
Universalgelehrter
19 Tage 3 h

@N.g Im Gegensatz zu dir , kann ich bei Philingus keine Besserwisserei erkennen.

Goennenihrwichtigtuer
19 Tage 1 h

@N.G. Wer im Glashaus sitzt… 🙈

N. G.
N. G.
Kinig
18 Tage 21 h

@Sun Dafür Arroganz!
Um hier etwas besser wissen zu können braucht es übrigens nicht so viel Wissen. Grins

N. G.
N. G.
Kinig
18 Tage 21 h

@Philingus Nun, gerade eben die Ausage eines Generals aus Deutschlands im TV gesehen. Der eindeutig sagte, mit schweren Waffen gewinnt die Ukraine den Krieg auch nicht.
Das war immer meine Realität, deine sieht ja anders aus! Anerkennung von Fakten ist nicht deines und das nenne ich realitätsfern.
Bin mir inzwischen sicher, du bist “unser” Deutsche! Grins

N. G.
N. G.
Kinig
18 Tage 21 h

@Sun Unter anderem lese ich bei dem täglich moralisierendes Freiheitsgesülze das die Lage beim besten Willen weder besser noch schlechter macht.

Philingus
Philingus
Tratscher
18 Tage 21 h
@N. G. Nur mal so nebenbei: durch ihre, aber auch die Beiträge „spezieller“ Kommentatoren, wird versucht, die eigentliche Ursache und den Verantwortlichen des Krieges – nämlich Putin mit seinem Größenwahn – aus dem Fokus zu nehmen und dem Ganzen den Touch eines Geplänkels unter Kommentatoren/Innen zu geben. Und die achso tolle Gefühlsduselei endet dann plötzlich, wenn es um die Opfer in dem überfallenen Staat geht. Vollkommen gleich ob Ukraine, Syrien, Belarus oder sonst wo. Hier werden im Auftrag Putins Menschenleben bewusst zerstört. Das ist die „Realität “. Und Kriecherei vor einem Diktator hat niemals etwas gebracht. Wenn sie dann hingehen… Weiterlesen »
Philingus
Philingus
Tratscher
18 Tage 20 h
@N. G. Und weil sie mich gerne als Vertreter der USA bezeichnen wollen: da liegen sie vollkommen daneben. Es gibt Fehlverhalten der USA, die ich niemals – auch öffentlich – gut heißen: Guantanamo oder Abu-Ghuraib nur als Beispiel. Auf der anderen Seite, waren es die USA, die das Volk der Jesiden gerettet haben. Die sich schon oft auf die Seite derjenigen gestellt haben, die Hilfe brauchten. Und Russland? Nichts, außer „Militärberater“, Waffen und Militäreinsätze. Zündeln ja und das Elend bringen. Das kann Russland. Ich bin EU-Bürger und wünsche mir eine starke EU. Ich weiß aber auch Freund von Feind zu… Weiterlesen »
Philingus
Philingus
Tratscher
18 Tage 20 h
@N. G. Was sie als „Arroganz“ hier (als bewusst verletzende Abwertung verwendet) bezeichnen, ist kaum nachvollziehbar. Und: sie werfen mir vor, zu „moralisierend“ und „freiheitlich“ (sinngemäß) zu sein: wenn ein Krieg dazu führt einem Volk die Freiheit zu nehmen, kann diese Tatsache nicht verschwiegen werden, sondern muss angeprangert werden. So oft, wie eben diese „Freiheit“ in Gefahr ist. Demnächst dann auch ihre und meine Freiheit. Das zu kritisieren wirft Fragen auf. Meine Neigungen sind bestimmt nicht derart devot, um mich von einem Diktator und seiner Entourage unterdrücken zu lassen. Dabei unterstütze ich gerne Menschen, denen irgendjemand diese Freiheit nehmen will.… Weiterlesen »
Sigo70
Sigo70
Superredner
19 Tage 10 h

 “Sagen Sie ihnen, dass die ukrainische Armee auf jeden Fall kommen wird!” ob die Bevölkerung auf der Krim und im Donbass sich darüber freuen wird, darf bezweiflet werden. 🙄

Sun
Sun
Universalgelehrter
19 Tage 7 h

@sigo sie stellen den Wert über das Wohlbefinden auf der Krim höher ,als die
x-tausenden Gefallenen dieses Krieges? Empathie scheint wohl nicht ihre Stärke zu sein.

Doolin
Doolin
Kinig
19 Tage 5 h

@Sun
…nicht wundern, Kreml-Trolle haben keine menschlichen Gefühle…wollen nur rauben, morden und vergewaltigen…finden geil, was in Ukraine abgeht…

Grünschnabel
19 Tage 5 h

@Sun
Wie würde eine ‘Rückeroberung’ denn ihrer Meinung nach aussehen?
Das mit der Empathie geht an sie zurück! Vor allem scheinen sie aber in keinster Weise in der Lage zu sein sich etwas vorzustellen, was nicht in ihr Weltbild passt.

Sun
Sun
Universalgelehrter
19 Tage 3 h

@watschn, wer spricht von Rückeroberung, es reicht wenn dieser russische Imperialist sich aus der Ukraine zurückzieht.

N. G.
N. G.
Kinig
18 Tage 21 h

@Sun Ja, sehr viele Gefallene. Auch mich würde dann interessieren Wieviele noch für die Freiheit fallen sollten? Da es ja nicht unsere Leute sind die da kämpfen.
Man kann NICHT betrauern wieviel für dieses Ziel sterben und auf der anderen Seite für einen Kampf bis zur Rückeroberung aller Gebiete und einen kompletten Sieg der Ukraine sein. Wenn doch, muss man akzeptieren, dass noch sehr sehr viele sterben werden.
Was sagst du dazu, dass Selenskyj am eunen Tag sagt, wit holen uns alles zurück und am nächsten, es wäre nicht möglich? Stand alles hier nachzulesen!?

N. G.
N. G.
Kinig
18 Tage 21 h

@Sun Siehst du, das wird er aller Wahrscheinlichkeit nicht tun. WENN, dsnn wann, in Jahren und mit wieviel Toten.

Grünschnabel
19 Tage 4 h

Der beste Inflationsschutz sind zur Zeit Aktien amerikanischer und europäischer Rüstungsfirmen.

Philingus
Philingus
Tratscher
19 Tage 6 Min

Ja, aber auch nur weil Russland die Aktien nach oben pusht. Ist doch gut: in die Freiheit und seine körperliche und geistige Unversehrtheit zu investieren ist immer lohnenswert, oder? Wann haben sie das letze Mal in diese Richtung investiert?

N. G.
N. G.
Kinig
18 Tage 19 h

@Philingus Dafür haben die USA die letzten 20 Jahre auch gesorgt! Wers dann gerade macht ist da wohl irrelevant!

Philingus
Philingus
Tratscher
18 Tage 11 h

@N. G. Bleiben sie in ihrer Parallelwelt. Da können sie mit sich und ihrer ganz privaten Ansicht über die „eigene Realität “ glücklich sein. Im Gegensatz zu ihnen steht bei mir nicht das Ich im Vordergrund, sondern das Wohlergehen einer Gemeinschaft. Ein Wohlergehen, dass entsprechend verteidigt werden muss. Für sie wäre auch Notwehr genauso zu verurteilen, wie die Straftat selbst. Da fehlt meines Erachtens bei ihnen ein wichtiges Kriterium: zu erkennen, was wozu und vor allem warum etwas gemacht wird. Und: beleidigt um sich zu pöbeln, wertet sie höchstens selbst ab.

Grünschnabel
18 Tage 9 h

@Philingus
“Und: beleidigt um sich zu pöbeln, wertet sie höchstens selbst ab.”
Soll ich ihnen eine Liste IHRER Beleidigungen und Pöbeleien hier machen?
Das wäre aber wohl sinnlos, weil sie sowieso in ihrer “eigenen Realität’ leben.

Philingus
Philingus
Tratscher
18 Tage 4 h

@Watschn In meiner Welt existiert Humanismus, Menschlichkeit und Fürsorge für Schwächere. Und: für meine Freiheit und die Freiheit anderer Menschen gegenseitig einzustehen. In ihrer die „akzeptierte (gewollte?) Realität“ der Missachtung von Menschenrecht, Elend, Leid und provozierter Hunger. Dank ihres Partners im Kreml, dem Crétin Putin. Also? Wollen sie mir ihre Hölle schmackhaft machen?

Sigo70
Sigo70
Superredner
18 Tage 17 h

“Ich glaube immer noch, dass er einen Blick auf einen bedeutenden Teil der Ukraine, wenn nicht sogar auf das ganze Land geworfen hat” das ist Blödsinn. Putin argumentiert völkerrechtlich sei er in Ordnung, weil die Gebiete im Osten die Unabhängigkeit ausgerufen haben und Russland um Beistand baten. Wenn er über diese Grenzen hinausgeht fällt seine Argumentation zusammen.

Grünschnabel
18 Tage 9 h

@Sigo70
Kein Blödsinn. Eine kaputte Uhr zeigt ja auch zweimal die Zeit richtig an.
Die Russen haben sicher keine Lust, das gleiche noch mal in ein paar Jahren zu machen…

Antagonist
Antagonist
Grünschnabel
18 Tage 3 h

Die Frage bleibt aber dann wieso die Russische Armee bis vor die Tore Kiew’s vorgedrungen sind.. und zudem heisst es doch immer aus dem Kremel dass man die Ukraine entnazifizieren und entmilitarisieren will, also nix mit schützen einer Bevölkerungsgruppe..

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