Guterres traf Selenskyj in Kiew

Kiew während Besuch von UNO-Chef unter Raketenbeschuss

Donnerstag, 28. April 2022 | 22:56 Uhr

Während des Besuchs von UNO-Generalsekretär António Guterres in Kiew ist die ukrainische Hauptstadt erstmals seit rund zwei Wochen wieder mit Raketen beschossen worden. Bürgermeister Vitali Klitschko sprach am Donnerstagabend im Online-Dienst Telegram von zwei russischen Angriffen im Stadtzentrum. Nach vorläufigen Angaben wurden sechs Personen verletzt. Guterres sagte der BBC nach den Explosionen, er sei geschockt.

“Am Abend feuerte der Feind auf Kiew. Zwei Angriffe im Bezirk Schewschenkowsky”, erklärte Klitschko. Drei Verletzte seien ins Krankenhaus gebracht worden. “Die Rettungsdienste und Einsatzkräfte arbeiten vor Ort.”

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba schrieb auf Twitter von einem “hasserfüllten Akt der Barberei”. Demnach wurde Kiew mit Marschflugkörpern beschossen. “Russland hat ein weiteres Mal seine Haltung gegenüber der Ukraine, Europa und der Welt gezeigt”, schrieb Kuleba.

Der ukrainische Präsidentenberater Michail Podoljak forderte nach dem Beschuss, Russland den Sitz im UN-Sicherheitsrat abzuerkennen. “Raketeneinschläge im Zentrum von Kiew während des offiziellen Besuchs von António Guterres”, schrieb er auf Twitter. “Gestern saß er noch an einem langen Tisch im Kreml und heute Explosionen über seinem Kopf”, fügte er mit Blick auf den UNO-Generalsekretär hinzu.

Mehr als zwei Monate nach Kriegsbeginn verstärkt Russland nach ukrainischen Angaben seine Angriffe auf den Osten und Süden des Landes. Das russische Militär beschleunige seine Offensiveinsätze, teilte das ukrainische Militärkommando zur Lage an der Hauptfront im Osten am Donnerstag mit. Es gebe aus fast allen Richtungen intensiven Beschuss.

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben erneut schwere Luftangriffe gegen die Ukraine geführt. “Die taktische Luftwaffe der russischen Streitkräfte hat 76 Militärobjekte beschossen”, teilte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Donnerstag mit. Dabei seien zwei Munitionsdepots und eine Reihe von Truppenansammlungen und Militärkonvois getroffen worden. Die gegnerischen Verluste bezifferte Konaschenkow dabei auf mehr als 320 Soldaten.

Durch Raketen wurden demnach weitere 38 Militärobjekte angegriffen. Unter anderem seien dadurch sechs Munitionsdepots vernichtet, aber auch mehrere ukrainische Raketen des Typs Totschka-U abgeschossen worden. Unabhängig ließen sich diese Berichte nicht überprüfen.

Die südukrainischen Städte Odessa und Mykolajiw sind laut Behördenangaben von russischen Truppen beschossen worden. “Mykolajiw wurde wieder von Schlägen der Mehrfachraketenwerfer des Typs Smertsch getroffen”, teilte die Militärführung des Wehrbezirks Südukraine am Donnerstag auf ihrer Facebook-Seite mit. Durch den Beschuss seien Dutzende Privatwohnungen, Autos und Geschäfte beschädigt worden.

Auch aus der Millionenstadt Odessa wurden am Donnerstagabend Explosionen gemeldet. Der Leiter der örtlichen Militärverwaltung Serhiy Bratschuk versicherte allerdings, dass die Luftabwehr die Lage unter Kontrolle habe. Über Schäden wurde zunächst nichts bekannt.

Zwei Augenzeugen berichteten Reuters von zwei starken Explosionen in der russischen Stadt Belgorod nahe der ukrainischen Grenze. Russland hat in den vergangenen Tagen von einer Reihe von Angriffen ukrainischer Truppen auf russischem Gebiet in Grenznähe berichtet und gewarnt, dies berge die Gefahr einer deutlichen Eskalation. Die Ukraine hat sich zwar nicht ausdrücklich zu diesen Angriffen bekannt, bezeichnete sie aber als Rache und Karma.

Von: APA/Reuters/AFP/dpa

Kommentare

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14 Kommentare auf "Kiew während Besuch von UNO-Chef unter Raketenbeschuss"


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Doolin
Doolin
Kinig
27 Tage 5 h

…bevor die Russen nicht die ganze Ukraine in Schutt und Asche gelegt haben, sind sie wohl nicht zufrieden…die Bilder im TV kann man ja gar nicht mehr ansehen…seltsam, was die unter “Befreiung” verstehen…

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
26 Tage 8 h

Das einzige was jetzt zählt, wären “echte” Friedensverhandlungen, aber die USA lassen das derzeit nicht zu! Zuerst müssen noch nunmengen an Waffen geliefert und vor allem verkauft werden!!!!

Look_at_Yourself
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Superredner
25 Tage 20 h
ischJo….. Worüber soll die Ukraine verhandeln? Über die russische Forderung der Entnazifizierung der Ukraine? Über die Auflösung der Armee der Ukraine? Über die Abtretung großer Gebiete der Ukraine? Darüber, dass die Ukraine keinen Zugang zum Meer mehr haben soll? Über die Eingliederung der Ukraine in ein Großrussland? Was genau wären für Sie “echte” Verhandlungen? Und warum sollte die Ukraine in so einem Fall die USA fragen? О чем Украина должна вести переговоры? О российском требовании денацификации Украины? О роспуске армии Украины? Об уступке больших территорий Украины? О том, что у Украины больше нет выхода к морю? О включении Украины в… Weiterlesen »
Philingus
Philingus
Grünschnabel
25 Tage 17 h

@ischJOwurscht : Ja mit der „Wurscht“ isch scho wahr. Denn ohne Belege krude Behauptungen zu veröffentlichen ist schon arm. Was zahlt man denn dafür in Moskau?

Philingus
Philingus
Grünschnabel
26 Tage 14 h

Ja, Putin ist der wahre Friedensengel, zumindest, wenn man denen Glauben schenkt, die nicht müde werden, seine barbarische Kriegspolitik mit irgendwelchen Lügen oder bereits überholten Argumenten aus der Kalten-Krieg-Ära (Prawda-Propaganda) zu rechtfertigen. Nein, da gibt’s keine Erklärung. Zumindest nicht für Menschen, die auf Humanismus und Freiheit stehen. Diese Entwicklungsphase der Menschheit macht ein kranker Machthaber in Moskau mitsamt seiner geldgierigen Oligarchenclique kaputt. Das kann kein vernunftbasierter Mensch wollen. Die Ukraine ist nur der Anfang für Putin’s Imperialismus.

N. G.
N. G.
Kinig
26 Tage 13 h

Humanismus und Freiheit. Zwei starke Worte! Die Menschheit sei auf dem Weg dahin und Russland mit Putin zerstört ihn. Ja, Putin ist ein Teil davon aber bei mehr als 25 Kriegen in 21 Jahren, weltweit, Hunger und Leid wohin man blickt, von einem beschrittenem Weg zu sprechen und das mit der Dekadenz, der unsrigen Dekadenz zu reden ist mehr als übertrieben!
Wir können uns Frieden und Freiheit leisten! Den Weg den du siehst, gibt es noch nicht mal!
Von Humanismus zu sprechen ist angesichts der weltweiten Probleme im Grunde ein Hohn!

Tropical
Tropical
Neuling
26 Tage 11 h

Tausche das Wort Putin mit USA oder Nato, dann hättest du auch das Kind beim Namen genannt.

Wir sollten auch unsere Politiker in die Pflicht nehmen und kritisieren. Es kann nicht sein dass wir es in Ordnung fanden, dass unsere Soldaten anch Afghanistan marschieren oder Irak, um für vermeintlichen Frieden zu sorgen. Chemische Waffen zu vernichten die es nicht gab usw.

Philingus
Philingus
Grünschnabel
26 Tage 53 Min

@Tropical Und wieder die Verteidigung von Diktatoren. Merken sie eigentlich nicht, dass sie Diktaturen mit diesen Kommentaren schützen? Diktaturen, die Unfreiheit, Willkür, Folter und Mord an der Tagesordnung haben? Sie setzen die Befreiung von den Diktatoren im Irak und Afghanistan mit Putin’s Angriffskrieg in der Ukraine gleich. Eine perfider Versuch, dieses Kriegsverbrechen zu rechtfertigen!

Zugspitze947
26 Tage 15 h

Dieser Mörder und Kriegsverbrecher soll nur noch mehr zerstören: Um so GRÖßER wird die Rechnugn für IHN zum Wiederaufbau ! 😡👌😢

hundeseele
hundeseele
Universalgelehrter
26 Tage 2 h

…nur leider werden wir,die EU, die Rechnung begleichen müssen….

andr
andr
Universalgelehrter
26 Tage 1 h

Er dreht durch er ist inzwischen zu Gott mutiert, Putin war zu lange an der Macht

So ist das
26 Tage 4 h

Ein Gruss des Kriegsverbrechers aus Moskau 😳

Look_at_Yourself
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Superredner
26 Tage 1 h

Na ja,
durch den russischen Raketenangriff auf Kiew, konnte sich Guterres wenigstens ein realistisches Bild der Lage machen.

Ну,
российская ракетная атака на Киев, по крайней мере, дала Гутерришу реалистичную картину ситуации.

Look_at_Yourself
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Superredner
25 Tage 18 h

Gut möglich,
dass der Stalinverschnitt seine Generäle nicht mehr im Griff hat.

Вполне возможно.
что сын Сталина больше не контролирует своих генералов.

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