Nordkoreas Machthaber in seiner TV-Ansprache

Kim Jong-un droht USA mit Abkehr vom Annäherungskurs

Dienstag, 01. Januar 2019 | 12:26 Uhr

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un droht im Streit um das Atomwaffenprogramm seines Landes mit einer Abkehr vom Annäherungskurs, falls die USA an ihren Sanktionen festhalten. In seiner Neujahrsansprache bekräftigte Kim am Dienstag zwar die Absicht zur atomaren Abrüstung und Fortsetzung der Gipfeldiplomatie mit den USA. Außerdem betonte er, US-Präsident Donald Trump jederzeit treffen zu können.

Doch warf er Washington vor, Zusagen nicht einhalten zu wollen und Pjöngjang einseitige Abrüstungsschritte abzupressen. “Falls die USA ihre vor der ganzen Welt gemachten Versprechen nicht erfüllen, unsere Geduld falsch einschätzen und an Sanktionen und Druckmitteln festhalten, um Dinge einseitig zu erzwingen, werden wir wahrscheinlich keine andere Wahl haben, als einen neuen Weg auszuloten”, sagte Kim im staatlichen Fernsehen. Darüber hinaus forderte er, dass die Militärmanöver der USA mit Südkorea beendet werden und keine strategischen Waffen aus dem Ausland auf die koreanische Halbinsel gebracht werden dürften.

Erstmals signalisierte Kim ein Atomwaffen-Moratorium. Der Abbau einer Atomwaffen-Testanlage und einer Raketentriebwerks-Fabrik stünden in Einklang mit der Entschlossenheit, Atomwaffen “nicht länger zu machen, einzusetzen oder zu verbreiten”, sagte Kim. Zwar hat Nordkorea im vergangenen Jahr keine Atomwaffen getestet. Auf Satellitenbildern waren jedoch Aktivitäten an den Atomanlagen zu erkennen.

Wie der von ihm angedeutete “neue Weg” ganz konkret aussehen könnte, ließ Kim offen. Er setzte aber die wachsende Kritik Pjöngjangs an der Sanktionspolitik der USA in den vergangenen Wochen fort. Der in einen dunklen Anzug gekleidete Machthaber saß während seiner halbstündigen Rede in einem großen Sessel in einem Arbeitsraum oder einer Bibliothek und las zum Teil von Zetteln ab.

Die Verhandlungen zwischen Washington und Pjöngjang sind nach zwischenzeitlichen Signalen der Hoffnung wieder festgefahren. Die US-Regierung will an den eigenen Strafmaßnahmen wie auch den UN-Sanktionen gegen die kommunistische Führung Nordkoreas so lange festhalten, bis diese konkrete Abrüstungsschritte unternimmt.

Bei seinem historischen Gipfeltreffen mit Trump im Juni in Singapur hatte Kim seine Bereitschaft zur “kompletten Denuklearisierung” betont. Doch konkrete Zusagen, bis wann das Atomwaffenarsenal abgerüstet werden soll und wie die Gegenleistungen der USA aussehen könnten, blieben bisher aus. Die Führungen beider Länder streben derzeit einen weiteren Gipfel Anfang dieses Jahres an.

Er habe den festen Willen, eine “neue Beziehung” zu den USA aufzubauen und dauerhaften Frieden auf der koreanischen Halbinsel zu schaffen, sagte Kim. Die USA sollten “auf unsere aktiven Bemühungen mit glaubhaften Schritten und korrespondierendem Verhalten antworten”, forderte er.

Nach den großen Spannungen 2017 wegen zahlreicher Raketentests und einem weiteren Atomtest durch Nordkorea hatte Kim in seiner Neujahrsansprache des vergangenen Jahres versöhnlichere Töne angeschlagen. Auch mit Südkorea trat Nordkorea in eine neue Phase der Zusammenarbeit und Aussöhnung ein.

Südkoreas Präsidialamt begrüßte die Ansprache Kims als Ausdruck seines Wunsches, die Beziehungen zu den USA und Südkorea entwickeln zu wollen. “Die Entschlossenheit Kims könnte eine positive Auswirkung auf die Lösung der Probleme auf der koreanischen Halbinsel in diesem Jahr haben”, hieß es.

An Südkorea gewandt rief Kim zu einer noch engeren Kooperation auf. Sein Land sei bereit, den Betrieb eines gemeinsamen Industrieparks sowie das gemeinsame Programm für Touren zum Kumgang-Gebirge an der Ostküste wieder aufzunehmen. Beide Projekte waren in den vergangenen Jahren angesichts zunehmender Spannungen eingestellt worden. Einer Wiederaufnahme stehen die Sanktionen gegen Pjöngjang im Weg.

Experten sagten nach der Ansprache, es sehe so aus, als ob Kim mit den USA und Südkorea in Kontakt bleiben wolle – aber zu seinen Bedingungen. “Nordkorea scheint entschlossen zu sein, 2019 irgendeine Form der Sanktionserleichterung zu erhalten”, sagte Harry Kazianis vom in den USA ansässigen Zentrum für das Nationale Interesse. “Die Herausforderung wird sein, ob Trumps Team von seiner Haltung abkehrt, dass es keine Erleichterungen geben wird.”

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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14 Kommentare auf "Kim Jong-un droht USA mit Abkehr vom Annäherungskurs"


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knoflheiner
knoflheiner
Universalgelehrter
18 Tage 2 h

olle , ober schun olle kriegstreiber in an stadion inni an dickn zaun ummer und ingsperrt lossen bei wosser und brout. bis der letschte vernünftig isch.

StreetBob
StreetBob
Tratscher
18 Tage 2 h

Jojo….. mit Fanaten und Braunbären kimmp man holt nia af oan Nenner…..

ghostbiker1
ghostbiker1
Grünschnabel
17 Tage 22 h

dem Hamster sollen sie is Futter amol streichn…

Waltraud
Waltraud
Universalgelehrter
17 Tage 21 h

ghostbiker1
Dem Hamster kannste das Futter wohl streichen, leiden muss das Volk.

Sag mal
Sag mal
Kinig
18 Tage 23 Min

mit Kuschelpolitik ists aber auch nicht getan.

zombie1969
zombie1969
Universalgelehrter
17 Tage 17 h

Die nukleare Abrüstung Nordkoreas muss nachkontrollierbar und unumkehrbar sein. Erst dann beginnt der mühsame Weg zum Erfolg. Peking hat mit der Umsetzung der Sanktionen gegen Nordkorea Kim Jong-un biegsamer gemacht. Internationales Vorgehen muss jetzt entschlossen sein. 

Server
Server
Grünschnabel
17 Tage 2 h
@Zombie1969. Hallo, von was sprechen Sie? Abrüstung nachkontrollierbar und unumkehrbar?? Hehhh….Wir sprechen hier vom größten und teuersten Markt weltweit. Wer legt schon seine Karten frei auf den Tisch, entblößt sich sozusagen bis auf die Knochen vor dem Feind. Diese aufgeblasenen Machthaber ganz sicher nicht. Ich kann mir auch kein entschlossenes internationales Vorgehen denken, Amerika und Russland naja. Viel Lärm um Nichts und Europa ist strategisch und militärisch leider ein Kindergarten im Vergleich zu dem, was die Koreaner aufbieten. Japan und China halten sich fein raus, wollen es sich nicht mit dem Nachbarn verscherzen und/oder bauen auch noch seine Waffen. Schöne… Weiterlesen »
m69
m69
Kinig
17 Tage 2 h

Server@

Ich sehe das auch so, aber ich würde noch weiter gehen!
Wer bis heute andere Länder bombardiert hat, ist nicht Nordkorea!

Deshalb sollte sich Trump lieber an der eigenen Nase fassen, und ein Wörtchen mit seinem Vorgänger und Kriegstreiber Obama sprechen, der bekanntlich 7 Länder während seiner 8 jährigen Amtszeit ohne UNO – Mandat bombardiert hat. Das soll und darf man nie vergessen!

ivo815
ivo815
Kinig
17 Tage 13 h

Wieder so ein Trump-Erfolg

Ninni
Ninni
Universalgelehrter
17 Tage 3 h

@ ivo815

….und sie werden nie aufhören, bis der……

Don Giovanni
Don Giovanni
Tratscher
17 Tage 22 h

Jo jo die nordkorianor umaschuuuscht

bozen
bozen
Grünschnabel
17 Tage 12 h

Ich habe angs vor der Atomanwendung (Atomwaffen, Atomkraftwerke).

ahiga
ahiga
Tratscher
17 Tage 11 h

bevor der eine atomwaffe zündet platzt er eh selber…

Server
Server
Grünschnabel
17 Tage 3 h

Tja, wenn diese drei Herren aufeinander treffen, kann eigentlich nichts Gutes dabei herauskommen. Wie immer: Im Westen nichts Neues.

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