Seselj wurde im März vom Vorwurf der Kriegsverbrechen freigesprochen

Kläger legten offiziell Berufung gegen Freispruch Seseljs ein

Dienstag, 30. August 2016 | 14:24 Uhr

Die Kläger des UNO-Kriegsverbrechertribunals für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) haben am heutigen Dienstag offiziell Berufung gegen den Freispruch für den serbischen Ultranationalisten Vojislav Seselj eingelegt. Der Schritt war bereits im Mai angekündigt worden, die Kläger fordern eine Wiederholung des Prozesses.

Seselj war nach einem jahrelangen Verfahren Ende März vom Vorwurf der Kriegsverbrechen in Bosnien-Herzegowina, Kroatien und der nordserbischen Provinz Vojvodina freigesprochen worden. Die Kläger argumentieren nun laut einem Bericht der serbischen Presseagentur Tanjug, das ICTY habe den Tatbestand falsch eingeschätzt, weil es nicht erkannt habe, dass die Hassreden Seseljs den Ausschlag für Vertreibungen und Deportationen gegeben hätten.

Dem serbischen Ultranationalisten war bei den Parlamentswahlen im April mit seiner Serbischen Radikalen Partei erneut der Einzug ins Parlament gelungen. Erst in der vergangenen Woche postete er auf Twitter ein Foto seines neuen Diplomatenpasses und kündigte eine Reise nach Kroatien an. Der kroatische Premier Tihomir Oreskovic drohte ihm daraufhin für den Fall seiner Einreise mit einer Festnahme.

Von: apa

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