Defense Distributed will die Pläne ab Mittwoch zum Download anbieten

Klage wegen Online-Waffenplänen für 3D-Drucker in den USA

Dienstag, 31. Juli 2018 | 16:27 Uhr

In den USA wächst der Widerstand gegen die bevorstehende Veröffentlichung von Plänen im Internet für die Herstellung von Schusswaffen mittels 3D-Druckern. Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaats Washington, Bob Ferguson, beantragte am Montag (Ortszeit) bei einem Bundesgericht in Seattle eine einstweilige Verfügung dagegen. Er reichte zudem Klage gegen die Regierung von Präsident Donald Trump ein.

Sieben Bundesstaaten und der Hauptstadtdistrikt Washington schlossen sich der Klage an. Der US-Präsident selber äußerte sich am Dienstag skeptisch über die Veröffentlichung von Waffenplänen für 3D-Drucker. “Scheint nicht sehr sinnvoll zu sein”, teilte Trump auf Twitter mit. Er habe das Thema mit der Waffenlobby NRA besprochen und werde es überprüfen.

Trumps eigene Regierung hatte im Juni einen außergerichtlichen Vergleich mit der Organisation Defense Distributed geschlossen. Damit wird Defense Distributed die Veröffentlichung von Waffenplänen für 3D-Drucker gestattet. Die Organisation aus Texas hat angekündigt, die Pläne von diesem Mittwoch an zum Herunterladen anzubieten. Der Anwalt von Defense Distributed forderte das Gericht in Seattle auf, den Antrag auf einstweilige Verfügung “in seiner Gesamtheit” abzulehnen.

Ferguson argumentierte, durch die Pläne erhielten “Kriminelle und Terroristen Zugang zu herunterladbaren, nicht verfolgbaren und nicht aufspürbaren 3D-gedruckten Waffen”. Die Generalstaatsanwälte von 20 US-Bundesstaaten und des Hauptstadtdistrikts Washington schickten am Montag (Ortszeit) wegen des Vergleichs einen Brandbrief an Justizminister Jeff Sessions und Außenminister Mike Pompeo.

Der Gründer von Defense Distributed, Cody Wilson, hatte bereits 2013 Pläne für die Herstellung einer Schusswaffe auf 3D-Druckern veröffentlicht. Die US-Regierung untersagte ihm das, Wilson klagte erfolglos dagegen. Im Juni schloss die US-Regierung dann überraschend den außergerichtlichen Vergleich mit Wilson.

Die Generalstaatsanwälte aus den Bundesstaaten und der Hauptstadt schrieben nun, dass sie die vom Außen- und vom Justizministerium bis zu dieser Kehrtwende vertretene Argumentation teilten: “Dass die Veröffentlichung dieser Computerdateien zu Schusswaffen die nationale Sicherheit bedrohen und unsere Bürger gefährden würde.”

Weiter hieß es in dem Schreiben, die Bedingungen des Vergleichs seien “zutiefst gefährlich und könnten eine beispiellose Auswirkung auf die öffentliche Sicherheit haben”. Die Veröffentlichung der Pläne würde zur Bewaffnung von Terroristen und Kriminellen beitragen. Sie würde außerdem auch jenen Menschen den Besitz von Schusswaffen ermöglichen, denen das von den Behörden untersagt worden sei. Damit würde das Leben von Zivilisten, Polizisten und Angehörigen der Streitkräfte in den USA und im Ausland gefährdet.

Dass sich der Staat die Möglichkeiten von 3D-Druckern indes auch zunutze machen kann, zeigt das Beispiel der deutschen Bundeswehr. So kündigte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vergangene Woche den Einsatz der Geräte an, um Materialprobleme der Truppe zu bewältigen. Beispielsweise sei es inzwischen möglich, einzelne Ersatzteile für Bundeswehrfahrzeuge mit Hilfe von 3D-Druckern direkt im Einsatzgebiet zu fertigen und dort einzubauen.

Von: apa

Kommentare

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9 Kommentare auf "Klage wegen Online-Waffenplänen für 3D-Drucker in den USA"


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Tratscher
14 Tage 26 Min

Wieder einmal ein super Einfall der Amerikaner… und dann wundern!!

a sou
a sou
Superredner
13 Tage 23 h

Nicht nur Amerikaner! Der Unterschied ist lediglich, dass die es sogar offiziell dürfen… diese super Technologie wird leider schon seit ihrer Entwicklung für solche Zwecke missbraucht. Wie es halt mit fast allen Entwicklungen passiert. Militär und somit Waffenindustrie sin immer ganz vorne dabei… :-/

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
13 Tage 20 h

@a sou

Es wird aber auch Militär-Technologie für ziviele Zwecke verwendet, z.B. GPS und das Internet

m69
m69
Universalgelehrter
13 Tage 19 h

@6079_Smith_W 

das ist auch das einzig Gute was je aus der Militärforschung hervorgeangen ist, ja das ARPAnet und das GPS.

m69
m69
Universalgelehrter
13 Tage 19 h

Man(n) o Man(n) was sind doch die amerikanischen Politiker (ein großer Teil zumindest) für Vollpfosten, ich kann diese Artikel fast schon nicht mehr lesen…. 
immer diese Gewalt hinter jeder Ecke, ich bete bei Gott
(sollte es einen geben) 
mögen uns amerikanische Verhältnisse erspart bleiben!!!!

ivo815
ivo815
Kinig
13 Tage 11 h

Sagt dir das Wort Schizophrenie etwas?

xXx
xXx
Tratscher
13 Tage 21 h

Die ganze Welt sollte Amerika verklagen, denn einmal im Internet, werden diese Pläne sehr schnell die runde Machen. Sicherheit vor Hackern und Raubkopien gibt es im WWW nicht.

BEATS
BEATS
Tratscher
13 Tage 20 h

wenn man sich mit waffen und 3d zeichenprogrammen auskennt kann man sich das alles selber machen 👍 ist ganz einfach 😂 alles gedruckt ausser ein nagel 👍👍

pfeimpf
pfeimpf
Neuling
13 Tage 19 h

Die Pläne kursieren schon seit 2 Jahren im Internet…

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