Sauli Niinistö gewann deutlich

Klarer Sieg für Niinistö bei finnischer Präsidentenwahl

Sonntag, 28. Januar 2018 | 20:06 Uhr

Die finnischen Wähler haben Präsident Sauli Niinistö in der ersten Wahlrunde mit großer Mehrheit im Amt bestätigt. Der 69-jährige Konservative, der als unabhängiger Kandidat antrat, kam am Sonntag nach Auszählung von zwei Drittel der abgegebenen Stimmen auf 64,3 Prozent. Mit Erreichen der absoluten Mehrheit kommt Niinistö um eine Stichwahl herum und kann weitere fünf Jahre im Amt bleiben.

Niinisto gilt als populärster finnischer Präsident seit Jahrzehnten. Ihm gelang es als erstem Kandidaten seit Einführung des Stichwahl-Systems in Finnland im Jahr 1994, gleich im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit zu erreichen. Auf dem zweiten Platz landete mit großem Abstand der Grüne Kandidat Pekka Haavisto. Er erhielt 11,1 Prozent und fuhr damit als einziger der sieben Gegenkandidaten Niinistös ein zweistelliges Ergebnis ein.

Haavisto räumte seine Niederlage am Abend ein. “Niinistö hat die Wahl klar gewonnen, ich gratuliere ihm von Herzen.” Vor fünf Jahren hatte der konservative Politiker den Grünen erst in einer Stichwahl besiegt.

Auf dem dritten Platz landete die Rechtspopulistin Laura Huhtasaari mit sechs Prozent. Sie setzt sich für einen EU-Austritt Finnlands ein.

Niinistö hatte vor seiner Wahl zum Präsidenten 2012 nicht nur mehrere Ministerämter inne, sondern war auch Parlamentspräsident. Der Jurist hatte sich in seiner ersten Amtszeit um eine Annäherung des EU-Mitglieds Finnland an die NATO bemüht, ohne dabei den großen Nachbarstaat Russland zu verärgern. “Ich habe mein bestes gegeben, um einen Dialog zwischen Russland und dem Westen, der NATO, der Europäischen Union und auch den USA zu ermöglichen”, sagte der Präsident bei einem Wahlkampfauftritt am Samstag.

Trotz der Ukraine-Krise um die Krim-Halbinsel 2014 pflegt Niinistö gute Beziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin. Finnland teilt sich mit Russland eine lange Grenze. Erst 1917 löste sich das Land von Russland und wurde unabhängig. Seine Außenpolitik ist geprägt von dem Bemühen, einen westlich orientierten Kurs zu fahren, ohne Russland zu verprellen. Dieser Tradition fühlt sich auch Niinistö verpflichtet.

Von: APA/dpa