Außenministerin will besondere Akzente setzen

Kneissl will mit Tour durch Südasien Schwerpunkt setzen

Montag, 18. Februar 2019 | 05:42 Uhr

Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) will ab Dienstag im Rahmen ihres Asien-Schwerpunkts besondere Akzente setzen und bricht zu einer neuntägigen Tour durch Bangladesch, Nepal, Bhutan und Indien auf. Österreich könne Asien etwa im Bereich “Lebensqualität” viel anbieten, hieß es im Vorfeld. Daher werde es bei Energie, Umwelt, Städtebau oder Ausbildungs- und Sicherheitsfragen Anknüpfungspunkte geben.

Diese könnten als Basis für weitere Projekte und eine intensivierte Zusammenarbeit dienen. Zudem werden auch Entwicklungshilfeprojekte besucht. Seit ihrem Amtsantritt sucht die Chefdiplomatin nach außenpolitischen Nischen, zumal ihr Vorgänger Sebastian Kurz (ÖVP) auch als Regierungschef ein beträchtliches Reisepensum absolviert. So war sie in den vergangenen Monaten etwa in Kuwait, dem Oman sowie in Weißrussland zu Gast.

Im Zentrum dieser neuerlichen Asien-Reise – im Vorjahr hatte Kneissl gemeinsam mit Bundespräsident Alexander van der Bellen, Kanzler Kurz und weiteren Regierungsmitgliedern China besucht – stehen laut Außenministerium der Gedankenaustausch mit den Amtskollegen Abul Momen (Bangladesch/am Mittwoch), Kumar Gyawali (Nepal/am Freitag), Tandi Dorji (Bhutan/am Samstag) und der indischen Ressortchefin Sushma Swaraj (Montag/25.2.).

Laut Programm sollen aber auch kurze Höflichkeitstreffen mit der Regierungschefin von Bangladesh (Sheikh Hasina Wajed), dem Ministerpräsidenten Nepals (Khadga Prasad Sharma Oli von der marxistisch-leninistischen Partei) und Bhutans (Lotay Tshering) absolviert werden. In dem bis vor 20 Jahren vom Rest der Welt weitgehend abgeschotteten Himalaya-Königreich Bhutan, im dem das Wohlergehen der Bürger auch institutionell am “Bruttonationalglück” gemessen wird, soll die Außenministerin außerdem zu einer Audienz mit König Jigme Khesar Namgyal Wangchuck geladen werden.

Zentrale Anliegen der österreichischen Außenpolitik wie Multilateralismus oder die Abschaffung der Todesstrafe würden genauso in die Gespräche einfließen wie die Einschätzung von geopolitischen und regionalen Entwicklungen in Asien, stellte das Büro von Kneissl fest. Dazu wolle die Außenministerin auch persönliche Anliegen wie “Women Empowerment” bei diversen Terminen ansprechen.

Ganz generell würden die “aktuellen geopolitischen Veränderungen” nach einem verstärkten österreichischen Engagement in Richtung Asien verlangen. Der Wandel zu einem “pazifischen Zeitalter” bringe für Österreich sowohl Chancen als auch Herausforderungen. Der von Kneissl zu ihrem Amtsantritt Ende 2017 propagierte Asienschwerpunkt soll eben auch Bereiche umfassen, in denen Österreich “eine Themenführerschaft in der Region Asien-Pazifik” besetzen könnte.

Von: apa