"Kurz gehört europäischer Tradition an"

Kompatscher: “Hätte mir eine andere Koalition gewünscht”

Dienstag, 24. Oktober 2017 | 15:10 Uhr

Nach der Ansage von ÖVP und FPÖ, in Koalitionsverhandlungen treten zu wollen, ist der Südtiroler Landeshauptmann, Arno Kompatscher, überzeugt, dass der mit der Regierungsbildung beauftragte ÖVP-Chef Sebastian Kurz der europatreuen Tradition seiner Partei treu bleiben wird. Dennoch sagte Kompatscher: “Ich hätte mir eine andere Koalition gewünscht.”

“Doch ich glaube, dass Kurz, abgesehen von den sehr harten Tönen des Wahlkampfes der europäischen Tradition angehört”, meinte der Politiker der Südtiroler Volkspartei (SVP) nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

Der Wahlkampf in Österreich sei eintönig gewesen. “Nur das Thema der Migration stand im Mittelpunkt. Die Töne waren sehr scharf. Jetzt wird man endlich wieder über die Inhalte nachdenken, die wirklich zählen”, erklärte der Südtiroler Landeshauptmann.

Das EU-Halbjahr unter europäischem Vorsitz nähere sich. “Österreich wird versuchen, sich als möglicher Verbündeter für die Erneuerung und des Neustarts der EU vorzuschlagen”, war Kompatscher gewiss.

Leiter Reber: “Ein guter Tag für Südtirol!”

Der freiheitliche Parteiobmann Andreas Leiter Reber sieht der sich anbahnenden Regierungskoalition aus ÖVP und FPÖ sehr hoffnungsfroh entgegen. “Mit der FPÖ in einer zukünftigen Bundesregierung können die Südtiroler sicher sein, stets auf einen starken und verlässlichen Partner in Wien zählen zu dürfen!” so Leiter Reber in einer ersten Reaktion.

“Nach Jahren des Stillstandes im Autonomieausbau besteht nun berechtigter Anlass zur Hoffnung, dass mit einer starken freiheitlichen Stimme in Wien neue Akzente gesetzt werden. Auch wir Südtiroler sind gefordert, die Gunst der Stunde zu nutzen und unsere Ziele vernünftig, realistisch, aber stets klar zu benennen. Das Versteckspiel der SVP, dass man klare Ziele in Wien nicht goutieren würde, dass man ja nicht anecken dürfe usw., wird sich so nun nicht mehr spielen lassen. Bei allem Realismus, von dem wir Freiheitliche uns leiten lassen, darf man das Ziel niemals aus den Augen verlieren: größtmögliche Eigenständigkeit Südtirols von römischer Bevormundung! Wir Südtiroler Freiheitliche werden jeden Schritt in diese Richtung gehen, niemals über das Ziel hinausschießend, stets mit und niemals gegen den demokratischen Willen des Südtiroler Volkes, doch konsequent und entschlossen. Und nun mit einem starken Partner in Wien an unserer Seite. Dies ist ein guter Tag für Südtirol!”, so Leiter Reber abschließend.

Von: apa

Bezirk: Bozen