Südtiroler Parteien erfreut über Doppelpass

Neubauer: “Doppelpass soll bald angegangen werden”

Montag, 18. Dezember 2017 | 13:55 Uhr

Auf einer parteiübergreifenden Pressekonferenz in Bozen haben sich am Montag Vertreter der Süd-Tiroler Freiheit, der Freiheitlichen, der SVP-Altmandatare und des Südtiroler Heimatbundes erfreut über die Verankerung der Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler im Koalitionsvertrag gezeigt. Die Umsetzung soll laut FPÖ-Südtirol-Sprecher Werner Neubauer “bald angegangen werden”.

Das Gedenkjahr 2018 wäre dafür ein würdiger Anlass, meinte Neubauer, der aber gleichzeitig einräumte, dass er auch verstehen könne, wenn sich die Vorbereitungen etwas länger hinziehen würden. Arbeitsgruppen sollen offene Fragen klären. Eine davon soll auch in Südtirol angesiedelt sein. Für diese könnte sich Neubauer Altlandeshauptmann Luis Durnwalder (SVP) als Vorsitzenden vorstellen.

Neubauer unterstrich, dass auf Initiative der FPÖ Südtirol auf die Agenda der Koalitionsverhandlungen gesetzt wurde. Neben der doppelten Staatsbürgerschaft wurden auch eine Zugverbindung Wien-Bozen, eine Wiederbelebung des Kulturaustausches und eine “menschenwürdige Lösung” für die ehemaligen Südtirol-Aktivisten ins Programm aufgenommen.

Italien sei noch nicht offiziell informiert worden. Allerdings habe Sebastian Kurz noch als Außenminister am Rande einer OSZE-Versammlung seinen italienischen Amtskollegen Angelino Alfano informiert, erklärte Neubauer. Der italienische Minister habe laut dem FPÖ-Südtirol-Sprecher die Angelegenheit gelassen gesehen und im Frühjahr Gespräche mit der neuen Regierung angekündigt, die zu einer “gütlichen Lösung” führen sollen.

SVP-Altmandatar Franz Pahl wies darauf hin, dass Italien vor 25 Jahren ein ähnliches Gesetz erlassen habe, mit dem selbst Auslandsitalienern in Südamerika die Möglichkeit eingeräumt wurde, die doppelte Staatsbürgerschaft zu erlangen. Italien sei damit ein Vorreiter in der EU. Inzwischen hätten 25 Länder in der EU diese Möglichkeit geschaffen.

Roland Lang vom Südtiroler Heimatbund unterstrich, dass die doppelte Staatsbürgerschaft für Südtiroler in Österreich gern gesehen werde. Einer Umfrage aus dem Jahr 2014 zufolge seien 83 Prozent der Österreicher dafür. Andreas Leiter Reber, der Obmann der Freiheitlichen, lobte das Engagement der FPÖ, die “seit jeher die verlässlichste Partei in Österreich” sei.

Von: apa

Bezirk: Bozen