Sarg von Queen Elizabeth II.

König Charles III. führte Trauerzug in Edinburgh an

Montag, 12. September 2022 | 22:28 Uhr

Bevor die verstorbene Queen am Dienstag von Edinburgh nach London übergeführt wird, haben Tausende Schotten Abschied von Elizabeth II. genommen. König Charles III. führte am Montag in der Altstadt der schottischen Hauptstadt zu Fuß den Trauerzug mit dem Sarg an. Die Prozession führte zur St.-Giles-Kathedrale in der ein Gottesdienst stattfand. Am Abend übernahmen die Kinder der Queen die Totenwache. Die Kathedrale soll die ganze Nacht geöffnet bleiben.

Der in die royale Standarte eingehüllte Sarg war von acht Kilt tragenden Soldaten zunächst zum Leichenwagen gebracht worden. Ein Dudelsackpfeifer spielte zu Beginn dann erklang die Nationalhymne. Eine Garde geleitete den im Schritttempo fahrenden Wagen schließlich bis zum Ziel. Während der weitgehend stummen Prozession wurden immer wieder Kanonenschüsse zu Ehren der toten Monarchin abgefeuert. Tausende Schottinnen und Schotten säumten den Weg, als neben Charles (73) hinter dem Leichenwagen auch seine Geschwister Prinzessin Anne (72), Prinz Andrew (62) und Prinz Edward (58) schritten.

Prinz Andrew trug als einziges der Queen-Kinder keine militärische Uniform. Die Queen hatte ihm Anfang des Jahres wegen der Verwicklung in den Missbrauchsskandal um den gestorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein alle militärischen Dienstgrade aberkannt. Seine offizielle Rolle als Repräsentant des Königshauses hatte er vorher schon eingebüßt. Einem Bericht der Nachrichtenagentur PA zufolge soll ihm später in London nur bei einer einzigen Gelegenheit während der Trauerzeremonien das Tragen einer Uniform gestattet sein.

Charles’ Reise nach Schottland, bei der er auch die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon empfangen und im Parlament Beileidsbekundungen entgegennehmen will, ist Teil der “Operation Spring Tide”, die Besuche von Charles als neuem König in allen vier britischen Landesteilen vorsieht. Am Dienstag ist Nordirland an der Reihe, auch ein Besuch in Wales ist geplant. Am Vormittag hatte der neue Monarch in London Beileidsbekundungen der Parlamentarier von Unter- und Oberhaus entgegengenommen.

Für Dienstagabend ist die Überführung des Leichnams der Queen per Flieger nach London geplant, wo die Gestorbene für mehrere Tage aufgebahrt werden soll. Am Mittwoch führt Charles dann auch dort einen Leichenzug an, der vom Buckingham-Palast zum Parlament führen soll. Dort wird der Sarg auf einem als Katafalk bezeichneten Gerüst in der Westminster Hall ab 17 Uhr (Ortszeit) aufgebahrt. Zur Totenwache werden Hunderttausende Menschen erwartet. Ein konservativer Abgeordneter sprach am Montag sogar von bis zu zwei Millionen Menschen.

Die britische Regierung empfahl den Trauernden, wetterfeste Kleidung, genug Proviant, eine Powerbank fürs Handy und viel Geduld mitzubringen. “Sie müssen viele Stunden lang stehen, vermutlich über Nacht, mit wenigen Möglichkeiten, sich hinzusetzen, weil sich die Schlange weiterbewegen wird”, heißt es in den Informationen des Kulturministeriums zu den Abläufen. Ob man Kinder mitbringe, solle man sich gut überlegen. Außerdem sei mit Straßensperren und Störungen im Verkehrsnetz zu rechnen.

Das Staatsbegräbnis, zu dem auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen anreisen will, ist für den 19. September angesetzt. Die Briten erhalten dafür einen extra Feiertag. Bis dahin gilt Staatstrauer; offizielle Veranstaltungen und der parlamentarische Betrieb sind ausgesetzt.

Queen-Enkel Prinz Harry würdigte indes die Königin erneut als Vorbild für Pflichterfüllung. Er versicherte zudem in einer Mitteilung, die auf der Seite seiner Stiftung Archewell veröffentlicht wurde, seinem Vater seine Unterstützung. Die Beziehung zwischen Harry und Charles sowie seinem Bruder Prinz William (40) gilt als schwer belastet. Harrys Ankündigung, Charles in seiner neuen Rolle zu ehren, könnte eine Friedensgeste bedeuten. “Ihre unerschütterliche Anmut und Würde blieben ihr ganzes Leben lang über und sind jetzt ihr ewiges Vermächtnis”, schrieb Harry zudem über die Queen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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2 Kommentare auf "König Charles III. führte Trauerzug in Edinburgh an"


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ieztuets
ieztuets
Superredner
21 Tage 16 h

Wenn des Foto aktuell isch… scheint kuene Trauer ibrn Tod von der Mutter zu sein!

Trina1
Trina1
Kinig
21 Tage 11 h

ietztuets, ich glaube von einem Foto kann man nicht die Trauer einstufen! Trauer beginnt in der Seele und nicht im Gesicht!

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