Elisabeth Köstinger will raschere Entschädigung für Wolfsrisse

Köstinger für Neuorganisation des Wolfsmanagements

Freitag, 15. Juni 2018 | 14:20 Uhr

Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) hat am Freitag im Rahmen der Landesagrarreferentenkonferenz in Stegersbach im Burgenland ihre Pläne für den Umgang mit Wölfen vorgestellt und den zuständigen Landesräten die Einrichtung eines “Österreichzentrums” vorgeschlagen. Dort solle das Management für die “großen Beutegreifer” künftig gemeinsam durchgeführt werden.

“Unter anderem ist es sehr wichtig, dass die Entschädigung für Wolfsrisse künftig rascher und unbürokratisch abgewickelt werden kann”, so Köstinger. “Das wollen wir durch die Umkehr der Beweislast erreichen. Wenn sich herausstelle, dass das Tier nicht von einem Wolf gerissen wurde, muss die Entschädigung nachträglich refundiert werden.”

“Die Herausforderungen, die in Österreich lebende Wölfe mit sich bringen, sind vor allem für die Bauern groß”, stellte Köstinger in einem Statement fest. Aus ihrer Sicht ist es sinnvoll, dass dieses Thema in Zusammenarbeit und Einvernehmen mit den Bundesländern neu zu strukturieren und aufzusetzen. Das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus wird dafür die notwendigen Räumlichkeiten am Standort der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein in der Steiermark (Bezirk Liezen) zur Verfügung stellen. “Ebenso werden wir personelle und Expertenunterstützung bei Projekten in diesem Rahmen bereitstellen”, so Köstinger weiter.

Die Ministerin plädierte für eine Überführung der bisherigen Arbeitsbereiche in eine klare Struktur und entsprechender Organisationsform (z.B. Verein) samt gesicherter Finanzierung. Länder und der Bund sollen diese Struktur schaffen, Aufgaben festlegen und die Finanzierung sicherstellen.

Im “Österreichzentrum” soll unter anderem die Ausarbeitung von Vorschlägen zu Herdenschutzmaßnahmen und einer für Österreich einheitlichen Entschädigungsregelung erfolgen, nachdem derzeit in den Bundesländern unterschiedliche Regelungen bestehen. Die Unterstützung des Monitorings der großen Beutegreifer durch Datenmanagement, Datenaufbereitung und Dokumentation soll ebenfalls in dem Zentrum erfolgen.

Zur Umsetzung soll eine Arbeitsgruppe von Bund und Ländern unter der Leitung eines Bundeslandes eingerichtet werden, die alle organisatorischen Details klärt, damit die Gründung des Österreichzentrums umgehend beginnen könne. “Es wäre wichtig, dass nun alle Bundesländer dieser Vorgangsweise zustimmen und sich an diesem Projekt beteiligen”, so Köstinger. In der Konferenz der Landesagrarreferenten gab es heute schon weitgehende Zustimmung, schrieb das Ministerium.

Köstinger warnte zudem vor einer Verharmlosung des Problems: “Die Wölfe verursachen relevante Schäden und werden zur Gefahr, nicht nur für die Herden von Almbauern, sondern auch für Bauernhöfe in Siedlungsräumen, für den ländlichen Regionen und den Tourismus, den es in diesen Gebieten gibt. Wölfe sind Raubtiere, das soll man nie vergessen.”

Von: apa