Aber: Gewalt kann nie die Lösung sein

Kompatscher sah “Verzweiflung” in “Feuernacht” münden

Freitag, 11. Juni 2021 | 05:05 Uhr

Bozen – Anlässlich des bevorstehenden 60. Jahrestages der Südtiroler “Feuernacht” hat Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) an die damalige “Verzweiflung” vieler Südtiroler ob der nicht erfolgten Umsetzung der versprochenen Südtirol-Autonomie erinnert, die schließlich in die Anschläge in jener Nacht gemündet hätten. Durch diese Aktion habe man die Weltöffentlichkeit auf die “Unterdrückung der Südtiroler Minderheit durch den römischen Zentralstaat aufmerksam machen” wollen.

“Dies gelang zweifelsohne”, rekapitulierte Kompatscher. Hinsichtlich der geschichtlichen Bedeutung jener Nacht sah der Landeshauptmann indes kein eindeutiges Urteil gefällt: “Wie sehr die mit der Feuernacht verbundene internationale Aufmerksamkeit zu einer Beschleunigung der Verhandlungen beigetragen hat und was sie insgesamt bewirkte, bleibt eine Frage, die Historiker weiterhin beschäftigen wird”.

Fakt sei, dass es vorher wie nachher vieler zäher politischer Verhandlungen bedurft habe, um die Südtirol-Autonomie in ihrer heutigen Form erringen zu können, meinte Kompatscher. Gewalt könne nie die Lösung sein. Man müsse jedoch betrachten, was damals zu den “drastischen Aktionen” geführt habe. Die “Feuernacht” sei in Zusammenhang mit den Konflikten jener Zeit zu sehen. “Mit der Verzweiflung der Menschen, der Enttäuschung darüber, dass die Versprechen von Seiten des italienischen Staates nicht eingehalten wurden, dem Nicht-ernst-genommen-werden, den anhaltenden Versuchen der Repression und der weiteren Zuwanderung bei gleichzeitiger Abwanderung junger Südtiroler auf Arbeitssuche”, betonte der Landeschef der autonomen Provinz, der dann in dem Zweiten Autonomiestatut von 1972 einen “Neubeginn” ortete.

Von: apa

Bezirk: Bozen

Kommentare

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14 Kommentare auf "Kompatscher sah “Verzweiflung” in “Feuernacht” münden"


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DontbealooserbeaSchmuser
1 Tag 11 h

Eine Autonomie die Ausgehöhlt und quasi wertlos ist.
Das Recht auf eigene Sprache und Kultur ist anscheinend da, trotzdem wird das Land vom Süden her schleichend italianisiert.

Danke Kompatscher und jetztige SVP fürs freundlich nicken 👍🏻

anonymous
anonymous
Universalgelehrter
1 Tag 10 h

Vollkommen richtig

Lu O
Lu O
Tratscher
1 Tag 10 h
und die “Enttäuschung” kommt jetzt noch dazu… Altlandeshauptmann Luis Durnwalder wurde kläglich im Stich gelassen und dies nachdem er sehr viel für das Land geleistet hat, was man von den aktuellen Leuten nicht behaupten kann… es ist sehr enttäuschend und gibt ein großes MINUS… da hat sich die Landespolitik und Landesregierung ein großes EI gelegt…. ich glaub dies wird sich nun definitiv auf die Wahlen auswirken… Durnwalder ist nach wie vor sehr beliebt und hat viel geleistet… Die Feuernacht brachte uns u.a. auch die Autonomie, aber was wurde aus der Autonomie gemacht!!??… dies hat uns Corona gezeigt, nichts wurde gemacht… Weiterlesen »
Zugspitze947
1 Tag 9 h

Lu O: Der LUIS wurde nicht im Stich gelassen,sondern von seinen TATEN eingeholt ! SO geht es eben NICHT ! Und gerade er hat im Mailänder Abkommen zugestimmt dass Jährlich 800.000.000.00 € weniger dem Land Südtirol zustehen ! 🙁

Staenkerer
1 Tag 11 h

i hear des knolln no des ins domols vom schlof grissn hot, ober ohne den knoll standn mir heit gonz onderst do!
noch 60 johr von an goldenen sessel aus zu kritisieren und urteilen find i billig!

Savonarola
1 Tag 11 h

aalglatt, so wie immer.

Do Teldra
Do Teldra
Tratscher
1 Tag 9 h

I will mo gou et vöistell woumo iz warn wenn do Kompatscher domols Londeshauptmonn giwedn war.. 🙈🙈🙈

algunder
algunder
Superredner
1 Tag 8 h

na bitte net!

Faktenschlecker
Faktenschlecker
Grünschnabel
1 Tag 6 h

sem tasch Aurina hoasn do

Do Teldra
Do Teldra
Tratscher
1 Tag 3 h

@Faktenschlecker Certo…. 🤣🤣🤣

Iatz reichts
Iatz reichts
Neuling
1 Tag 9 h

wenn er wianigstens still war 🙈🙈

Zugspitze947
1 Tag 9 h

Ja die Abwanderung war in den 60ern enorm auch ich war dabei ,denn unter diesen Umständen und der Aussicht auf Militärdienst in Süditalien wäre man schön dumm gewesen da zu bleiben. In Deutschland oder der Schweiz hatte man gute Chancen und war als Südtiroler sehr beliebt ! Wer sich angestrengt hat kam die Leiter hoch und ist heute ein gemachter Mann 😜👌

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Superredner
1 Tag 11 h

Ich denke, dass die berechtigte Verzweiflung noch lange nicht entzweifelt ist.

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
1 Tag 6 h

Sehe ich da leichte Parallelen zu heute?

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