Park Geun-hye muss für lange Zeit ins Gefängnis

Korruption: 24 Jahre Haft für Südkoreas Ex-Präsidentin Park

Freitag, 06. April 2018 | 10:20 Uhr

Südkoreas frühere Präsidentin Park Geun-hye ist wegen Korruption und Machtmissbrauchs zu 24 Jahren Haft verurteilt worden. Außerdem müsse sie 18 Milliarden Won (knapp 14 Millionen Euro) Strafe zahlen, sagte Richter Kim Se-yoon am Freitag in Seoul. Park habe Unternehmen zur Zahlung von Bestechungsgeldern gezwungen und dazu “illegal ihre präsidialen Befugnisse genutzt”.

Der Richter führte aus, die Unternehmen seien gezwungen worden, große Geldsummen an Stiftungen zu zahlen, die von Parks langjähriger Vertrauten Choi Soon-sil kontrolliert wurden. Laut Anklage handelte es sich um die Konzerne Samsung, Lotte und SK. Die Anklage hatte 30 Jahre Haft für die 66-Jährige sowie eine Geldstrafe in Höhe von 118,5 Milliarden Won gefordert.

Park blieb der Urteilsverkündung fern. Seit Oktober des vergangenen Jahres boykottiert sie ihren Prozess, nachdem ein Gericht ihre Untersuchungshaft verlängert hatte.

Die Live-Übertragung der Verkündung der Gerichtsentscheidung bedeutet eine Premiere für das Justizwesen in Südkorea. Möglich wurde dies, nachdem das Oberste Gericht des Landes im vergangenen Jahr eine entsprechende Änderung der Strafprozessordnung veranlasste.

Die Südkoreaner hatten Park Ende 2012 als erste Frau ins Präsidentenamt des Landes gewählt. Sie war im Dezember 2016 wegen des weitverzweigten Korruptionsskandals vom Parlament abgesetzt worden. Ihrer Absetzung waren monatelange Straßenproteste vorausgegangen. Die Amtsenthebung wurde im März 2017 vom Verfassungsgericht bestätigt. Im Februar wurde Parks Vertraute Choi wegen der Korruptionsaffäre zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt.

Im August 2017 war schon der Chef der südkoreanischen Samsung-Gruppe und Vize-Chairman von Samsung Electronics, Jay Y. Lee, wegen Korruption zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Nach Ansicht des Gerichts hat der Enkel des Firmengründers versucht, sich mit Schmiergeldzahlungen die politische Unterstützung Parks zu sichern.

Von: APA/dpa/ag.