Feierstimmung im Kosovo

Kosovo feiert seinen zehnten Unabhängigkeitstag

Samstag, 17. Februar 2018 | 11:06 Uhr

Mit einer Reihe von Veranstaltungen landesweit feiert der Kosovo, der jüngste Staat Europas, am heutigen Samstag seinen zehnten Unabhängigkeitstag. Die feierliche Parlamentssitzung und der Aufmarsch der Sicherheitskräfte sind in der seit Tagen mit Staatsflaggen und der Aufschrift “10” geschmückten Hauptstadt Prishtina allerdings für Sonntag geplant.

Am Vorabend der Feierlichkeiten erhielt der junge Staat die 116. internationale Anerkennung seiner Unabhängigkeit von Barbados. Als “schönstes Geschenk” zum Jahrestag wurde die Entscheidung des Inselstaates von Präsident Hashim Thaci bezeichnet. Serbien, das es nach wie vor ablehnt, die Unabhängigkeit seiner einstigen Provinz anzuerkennen, hat unterdessen eine Protestnote an den Inselstaat gerichtet.

Am Freitag war es den führenden Parteien in Prishtina schließlich auch gelungen, sich über die Ratifizierung eines im August 2015 mit Montenegro abgeschlossenen Grenzabkommens zu einigen. Diese soll die Tür für die Visa-Liberalisierung seitens der Europäischen Union öffnen. Die Bürger des Kosovo sind derzeit die einzigen am Westbalkan, für die bei Reisen in EU-Staaten weiterhin die Visumspflicht gilt.

Feierlich soll es in Prishtina aber bereits am Samstagabend zugehen, wenn auf dem Skenderbeu-Platz im Stadtzentrum ein Konzert der albanischstämmigen britischen Pop-Sängerin Rita Ora auf dem Programm steht.

Auch eines der bekanntesten Denkmäler Prishtinas, die typografische Skulptur “Newborn”, tauchte am Samstag in einer Neuauflage auf: “New10orn” stehe jetzt im Zentrum der jungen Hauptstadt, meldeten kosovarische Medien.

Auf politischer Ebene appellierte am zehnten Unabhängigkeitstag des Kosovo der serbische Präsident Aleksandar Vucic für einen Kompromiss in dem seit 2011 in Brüssel geführten Normalisierungsdialog mit Prishtina. Für jedwede Vereinbarung sei ein Kompromiss notwendig, wurde Vucic am Samstag von Belgrader Medien zitiert.

Es könne nicht eine Seite geben, die alles gewinnt, während die andere leer ausgehe. Dies werde nicht zu einer Lösung des Konflikts beitragen. Eine solche sei nur möglich, wenn beide Seiten zufrieden oder wenigstens teilweise zufrieden sind. Sollte kein Kompromiss erreicht werden, werde man jahrzehntelang einen “eingefrorenen Konflikt” haben, warnte der serbische Staatschef ferner und wies darauf hin, dass die Lösung der Kosovo-Frage nicht den kommenden Generationen überlassen werden sollte.

Von: apa