UNO: Russland verwehrt Zugang zu ukrainischen Kriegsgefangenen

Krankenhaus in der Ukraine getroffen

Freitag, 09. September 2022 | 12:03 Uhr

Bei einem russischen Luftangriff ist nach ukrainischen Angaben ein Krankenhaus in der nordöstlichen Region Sumy getroffen worden. Das Gebäude sei am Morgen zerstört und mehrere Menschen seien verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region, Dmytro Schwyzkji, am Freitag auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki ist indes überraschend nach Kiew gereist.

Dort werde er mit der ukrainischen Seite über die geopolitische Lage, die militärische Entwicklung und die Energiesicherheit beraten, sagte sein Regierungssprecher Piotr Müller am Freitag im Fernsehsender Polsat. Zudem nehme er an einer Konferenz teil. Für den Politiker der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) ist es der dritte Besuch in der Hauptstadt des Nachbarlandes seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.

Das beschossene Krankenhaus befinde sich im Bezirk Welyka Pysariwka, der an Russland grenze, sagte der Gouverneur. Der Luftangriff sei über die Staatsgrenze hinweg gestartet worden. Die russische Regierung bestreitet immer wieder, dass zivile Ziele anvisiert würden.

Russland verwehrt außerdem nach Angaben den Vereinten Nationen den Zugang zu ukrainischen Kriegsgefangenen. Zudem gebe es Belege für Folter, sagte Matilda Bogner, die Leiterin des UNO-Einsatzes zur Beobachtung der Menschenrechtslage in der Ukraine. “Die Russische Föderation hat keinen Zugang zu Kriegsgefangenen gewährt, die auf ihrem Territorium oder in Gebieten unter ihrer Besatzung festgehalten werden”, erläutert Bogner vor der Presse in Genf. “Dies ist umso besorgniserregender, als wir dokumentiert haben, dass Kriegsgefangene im Machtbereich der Russischen Föderation, die von den Streitkräften der Russischen Föderation oder von ihr nahestehenden bewaffneten Gruppen festgehalten werden, gefoltert und misshandelt wurden.” Russland bestreitet Folter oder andere Misshandlungen von Kriegsgefangenen.

Von: APA/Reuters/dpa

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