Trump schlägt Kritik aus den eigenen Reihen entgegen

Kritik an Trump nach Bekenntnis zu Partnerschaft mit Saudis

Mittwoch, 21. November 2018 | 10:42 Uhr

Mit seinem Bekenntnis zur Partnerschaft mit Saudi-Arabien hat US-Präsident Donald Trump scharfe Kritik auf sich gezogen – auch aus der eigenen Partei. Der republikanische Senator Bob Corker warf dem Weißen Haus am Dienstag vor, wie eine “PR-Firma” für den saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman zu agieren.

Senator Jeff Flake – ebenfalls Republikaner – schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, “großartige Verbündete” würden nicht den Mord an Journalisten planen. Trump hatte zuvor erklärt, ungeachtet einer möglichen Verantwortung des Kronprinzen für die Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi an der engen Partnerschaft mit dem Königreich festzuhalten. Der Kronprinz habe zwar möglicherweise “Kenntnis” von der Tat gehabt; die USA würden aber weiter ein “unverbrüchlicher Partner Saudi-Arabiens” bleiben.

“Es ist sehr gut möglich, dass der Kronprinz Kenntnis von diesem tragischen Ereignis hatte”, erklärte Trump. “Vielleicht hatte er dies und vielleicht auch nicht!” Womöglich würden “all die Fakten” zu Khashoggis Tod nie bekannt. Der US-Präsident verwies zugleich abermals darauf, dass sowohl der Thronfolger als auch König Salman “energisch jede Kenntnis von der Planung und Ausführung des Mordes” verneinten.

Saudi-Arabien sei ein “großartiger Partner in unserem sehr wichtigen Kampf gegen den Iran”, erklärte Trump. Er hob auch hervor, dass durch von Riad zugesagte Investitionen – darunter 110 Milliarden Dollar (97 Milliarden Euro) an Rüstungsaufträgen – “hunderttausende” Arbeitsplätze in den USA geschaffen würden.

“Ich hätte nie gedacht zu erleben, dass das Weiße Haus im Nebenjob als PR-Firma für den Kronprinzen von Saudi-Arabien arbeitet”, schrieb der Republikaner Corker zu Trumps Erklärung auf Twitter. Sein Parteifreund Flake schrieb: “‘Großartige Verbündete’ planen nicht den Mord an Journalisten, Herr Präsident. ‘Großartige Verbündete’ locken nicht ihre eigenen Bürger in eine Fall und töten sie dann.”

Der republikanische Senator Rand Paul kritisierte Trump, indem er dessen Motto “Amerika zuerst” umwandelte: Er sei “ziemlich sicher”, dass Trumps Erklärung “Saudi-Arabien zuerst” bedeute, “nicht Amerika zuerst”.

Die demokratische Senatorin Jeanne Shaheen erklärte, Trump habe die Angewohnheit, sich eher auf die Seite von “mörderischen ausländischen Diktatoren” als auf die Seite der US-Geheimdienste zu stellen.

Der US-Geheimdienst CIA ist laut der “New York Times” zu dem Schluss gekommen, dass der Kronprinz die Ermordung Khashoggis in Auftrag gab. Trump dagegen sagte Journalisten am Dienstag, die CIA habe bislang “nichts Definitives”. Ex-CIA-Direktor John Brennan warf Trump “Unehrlichkeit” vor. Der Trump-Kritiker rief den US-Kongress auf, den CIA-Bericht zu Khashoggis Tod öffentlich zu machen.

Khashoggi war am 2. Oktober verschwunden, nachdem er das saudi-arabische Konsulat in Istanbul betreten hatte. Erst nach wochenlangem internationalen Druck gab die Führung in Riad schließlich zu, dass der Journalist von Agenten des Königreichs getötet wurde.

Republikaner im Senat wollen rigorose Sanktionen gegen Riad durchsetzen. Die bisher von der US-Regierung wegen des Falls Khashoggi verhängten Strafmaßnahmen reichen ihnen nicht. Das US-Finanzministerium hatte am Freitag 17 frühere oder aktuelle saudi-arabische Regierungsmitarbeiter mit Finanzsanktionen belegt, der Thronfolger war nicht darunter.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu forderte am Dienstag bei einem Washington-Besuch, die Auftraggeber der Tötung Khashoggis zur Verantwortung zu ziehen: “Wer auch immer den Auftrag gegeben hat, sollte zur Verantwortung gezogen werden.”

Von: APA/ag.

Kommentare

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8 Kommentare auf "Kritik an Trump nach Bekenntnis zu Partnerschaft mit Saudis"


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denkbar
denkbar
Kinig
23 Tage 8 h
Weshalb ist Trump so überaus nachsichtig mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed? Waffengeschäfte? Die wirtschaftlichen und machtpolitischen Vorteile haben bei Trump sicher immer Vorzug, selbst  gegenüber eklatanten Verletzungen von Menschenrechten. Traurig macht mich, dass man eine Tendenz Menschenrechtsverletzungen zu bagatellisieren und wegzureden ganz allgemein feststellen kann. In diesem Zusammenhang sei auch verwähnt, dass (selbst wenn viele es nicht verstehen oder einsehen wollen) Hirnforscher bestätigen, dass es schon Auswirkungen auf das Denken der Menschen hat, wenn beispielsweise die Begriffe “gut” und “Mensch” als Schimpfwörter benutzt werden. Dabei sind die Menschenrechte – wie sie in der Charta der Menschenrechte festgeschrieben sind – wohl… Weiterlesen »
andr
andr
Superredner
23 Tage 8 h

Trump wie er denkt wie er agiert ein egoist in vorderster front der mord “das kann passieren” der ist unschlagbar in sachen ellebogentaktik mich graußt es solche menschen an der macht zu sehen wenn er nicht den druck der linken hätte dann wehe uns allen

dom99
dom99
Grünschnabel
23 Tage 8 h

Das große Kapital sieht über allem hinweg, sogar wenn es um Mord geht.

Orschgeige
Orschgeige
Universalgelehrter
23 Tage 6 h

Wer einen Mörder des Geldes wegen unterstützt, ist nicht nur mitschuldig, sondern moralisch eine Drecks… 

idenk
idenk
Tratscher
23 Tage 7 h

Hehe Politik und Ehrlichkeit…..? Das wäre ja was ganz neues 🤔
Ja Geldgeschäfte machen einen zum Partner/Freunden, dann kann man auch mal ruhig, ein Auge zudrücken🙈 Schlussendlich leben zu viel Wissende Staatskritiker überall gefährlich.

Surfer
Surfer
Superredner
23 Tage 6 h

Andererseits habe ich mir unter Trumps Regierung sofort Kriege erwartet, die bis jetzt nicht gemacht wurden, ich hoffe das bleibt so und er hat nur ein großes Maul!

Paula
Paula
Grünschnabel
23 Tage 4 h

Natürlich hält Mr. Superschlau an der engen Partnerschaft mit dem Königreich fest. Sichert es doch US-Arbeitsplätze. Da kann ich nur schreiben “PFUI”. Wahrscheinlich kommt demnächst über Twitter, dass es nie einen Herrn Kashoggi gegeben hat. Sind halt alles alternative Fakten… Lieber Herr Trump, ehe Sie auf anderen herumhacken und mit den Fingern zeigen sollten Sie vielleicht mal vor der eigenen Türe kehren. Da gibt es Schmutz zuhauf.

zombie1969
zombie1969
Universalgelehrter
23 Tage 25 Min
Der Wortlaut des Statements von D. Trump bekräftigt das Bündnis als Partner vom KSA. Mit keiner Silbe wird eine Bindung an M. bin Salman bekundet. Die Haltung zu M. bin salman ist distanziert und beschränkt sich darauf, den Kronprinzen zu zitieren. Das vermittelt, ebenso wie die zögernde, abwartende Haltung D. Trumps im Fall von J. Khashoggi den Eindruck, man warte auf das Ergebnis der Beratungen der königlichen saudischen Familie, auf welchen Nachfolger sie sich einigt. M. bin Salman ist derzeit auf “good will tour” in verschiedenen Provinzen des Landes unterwegs. Ob er das KSA weiterhin im Ausland präsentieren kann, ist… Weiterlesen »
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