IS aus nordsyrischer Stadt Manbij vertrieben

Kurden wollen IS-Hochburg Raqqa isolieren

Sonntag, 14. August 2016 | 17:25 Uhr

Nach der Vertreibung der Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) aus der wichtigen syrischen Stadt Manbij wollen die kurdischen Kämpfer die Jihadistenhochburg Raqqa isolieren. Die zweite Phase des Vorstoßes gegen die Terrormiliz in Nordsyrien werde sich auf die Region um die Stadt Al-Bab konzentrieren, sagte Idriss Nassan, Sprecher der Demokratischen Kräfte Syriens.

Dabei handelt es sich um die Schlüsselregion für die Nachschubrouten in die inoffizielle IS-Hauptstadt. Die kurdisch geführte Koalition hatte Manbij nach monatelangen Kämpfen am Freitag für befreit erklärt.

Bei ihrem Rückzug aus Manbij entführten IS-Kämpfer kurzzeitig etwa 2.000 Zivilisten aus der Stadt, am Samstag kamen sie aber wieder frei. Sie seien an den Rändern der Stadt und im Hinterland freigelassen worden, teilte die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Terrormiliz zog sich an die türkische Grenze zurück, in die Stadt Jarablus, rund 35 Kilometer nördlich von Manbij.

Auch im Irak gerät die Terrormiliz immer weiter unter Druck: Kurdische Peshmerga-Einheiten verkündeten die Eroberung von sechs Dörfern nahe der vom IS gehaltenen Großstadt Mosul. Zuletzt hatten Regierungstruppen die bedeutenden Städte Falluja und Ramadi vom IS zurückerobert.

In der geteilten syrischen Metropole Aleppo gingen die heftigen Kämpfe am Wochenende weiter. Mindestens 24 Menschen wurden der Beobachtungsstelle zufolge durch Luftangriffe oder Beschuss in der Stadt getötet. In der Großstadt sowie der gleichnamigen Provinz seien seit dem 31. Juli 327 Zivilisten durch die Kämpfe umgekommen.

Angesichts der dramatischen humanitären Lage in der Stadt regte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier die Errichtung einer Luftbrücke an. “Wenn beide Teile Aleppos weiter nicht hinreichend humanitär versorgt werden können, sollten wir auch die Möglichkeit von Hilfe aus der Luft prüfen, vor allem bei medizinischen Gütern”, sagte Steinmeier der “Welt am Sonntag”. Dies habe bereits in der ostsyrischen Stadt Deir ez-Zor (Dair as-Saur) funktioniert. Steinmeier will an diesem Montag mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in Jekaterinburg auch über Syrien sprechen.

Die frühere Metropole Aleppo im Norden Syriens ist geteilt. Der Westen der Stadt wird von den Regimetruppen des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad gehalten, der Osten von Aufständischen. Rebellengruppen unter der Führung von Islamisten hatten erst vergangene Woche die mehrwöchige Belagerung des Ostteils gebrochen, konnten bisher aber keine sichere Passage in die Rebellengebiete errichten.

Von: APA/dpa

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