Die Vernunft sollte obsiegen

Kurz für Wiederaufnahme der Wiener Syrien-Friedensgespräche

Sonntag, 15. April 2018 | 09:54 Uhr

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) will eine Fortsetzung der 2015 in Wien gestarteten Syrien-Friedensgespräche. “Nach dem schockierenden Chemiewaffeneinsatz am 7. April und der jüngsten westlichen Militäraktion in Syrien ist es nun das Gebot der Stunde, sich der Vernunft zu besinnen und den diplomatischen Friedensprozess mit allem notwendigen Nachdruck voranzutreiben”, so Kurz.

Die syrische Bevölkerung habe “mit über 400.000 Todesopfern und über fünf Millionen Flüchtlingen außerhalb Syriens bereits viel zu viel gelitten”. Es könne für diesen Konflikt keine militärische Lösung geben. Der Bundeskanzler appelliert daher “an alle verantwortlichen Akteure, die 2015 in Wien gestarteten Friedensgespräche der ‘International Syria Support Group’ mit 20 Super- und Regionalmächten sowie internationalen Organisationen fortzusetzen”.

Eine weitere Eskalation “dieses Stellvertreterkrieges oder gar eine direkte militärische Auseinandersetzung zwischen den USA und Russland muss mit allen Mitteln verhindert werden”. Gemeinsam mit Außenministerin Karin Kneissl werde er sich daher für eine Fortführung der Wiener Friedensgespräche für Syrien einsetzen.

Auch EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani plädierte am Sonntag für diplomatische Bemühungen und ein sofortiges Ende der Gewalt in Syrien. Gegen den Einsatz von Chemiewaffen müsse man sich wehren, die Hoffnung, sei jedoch, dass es zu keinem weiteren militärischen Eingreifen in Syrien kommen werde.

“Wir können nur hoffen, dass Europa und die UNO in dieser Situation eine einschneidende Rolle spielen können”, so Tajani im Interview mit der italienischen Tageszeitung “Quotidiano Nazionale” (Sonntagsausgabe). “Wir werden dafür arbeiten, damit die Stimme Europas lauter wird und damit Europa eine immer stärkere Rolle im Mittelmeerraum spielen kann”, sagte Tajani, der der konservativen Forza Italia von Ex-Premier Silvio Berlusconi angehört.

In einem Schreiben an die Mailänder Tageszeitung “Corriere della Sera” betonte Berlusconi, dass Italien so schnell wie möglich eine funktionsfähige Regierung brauche, die im Syrien-Konflikt eine Vermittlerrolle zwischen USA, Russland und EU spielen könne. “Man muss Lösungen finden, die ein weiteres Eskalieren der Situation in Syrien vermeiden können. Daher braucht Italien so rasch wie möglich eine funktionsfähige Regierung”, schrieb Berlusconi.

Die Regierung Assad sei eine Diktatur, der Einsatz von Chemiewaffen müsse unbedingt verhindert werden. Russland dürfe in dieser Lage jedoch nicht als Gegner, sondern als strategischer Partner betrachtet werden.

Von: apa

Kommentare

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7 Kommentare auf "Kurz für Wiederaufnahme der Wiener Syrien-Friedensgespräche"


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enkedu
enkedu
Kinig
8 Tage 46 Min

Wenigsten einer, der nach vorne schaut. Die “Rebellen” haben sowieso verloren, die USA hatten ihren Spass und die Russen werden nicht aufgeben.
Assad lebt ja nicht ewig.

Waltraud
Waltraud
Superredner
7 Tage 23 h

Kurz bringt es Mal wieder auf den Punkt. So jung und denkt weiter, als manche altgedienten Politiker, welche nur an ihren Stühlen kleben.

Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
7 Tage 23 h

Da wird er in Europa wohl eher fast alleine dastehen. Es ist ja ganz einfach. Russland, Iran und Türkei erarbeiten einen Friedensplan für Syrien. Kurz darauf ein vermeintlicher Giftgasangriff. Quelle eine sehr fragwürdige Organisation. Bilder nachweislich gefälscht und schon vorher im Netz zu finden. Danach Angriff ohne internationale Untersuchung und ohne Uno Mandat.

enkedu
enkedu
Kinig
7 Tage 20 h

Auch wenn du Recht hast. Egal. Den Ausgang des Krieges wird Usa nicht beeinflussen. Wir sowieso nicht.

Orschgeige
Orschgeige
Tratscher
7 Tage 17 h

Endlich mal jemand, der nicht jeden Schmarrn glaubt, der uns von den Medien vorgekaut wird. Bravo!

Orschgeige
Orschgeige
Tratscher
7 Tage 22 h

Schaden kann’s nie, für ein paar Wiener Luxushotels wird das sicher ein Geschäft.

Savonarola
Savonarola
Universalgelehrter
7 Tage 20 h

Da muss Arno ran, im europäischen Geist, sonst wird das nix.

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