Kanzler Kurz soll mit Ex-Novomatic-Chef mehrmals gefrühstückt haben.

Kurz soll Ex-Novomatic-Chef zum “Frühstück” getroffen haben

Montag, 15. Februar 2021 | 22:22 Uhr

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) soll den einstigen Vorstandschef des Glücksspielkonzerns Novomatic, Harald Neumann, mehrmals zum “Frühstück” getroffen haben. Das sagte Gabriela Spiegelfeld, die eine Wahlkampf-Kampagne für Kurz organisiert hatte, im Online-Magazin “zackzack.at”. Laut einem Kanzleramts-Sprecher nahm Kurz viele Termine wahr, darunter auch Veranstaltungen, bei denen Neumann gewesen sein könnte. Kurz selbst dementierte Parteispenden von Novomatic an die ÖVP.

Im Rahmen einer Pressekonferenz bezeichnete Kurz am Montag alle Vorwürfe gegen seinen Vertrauten, Finanzminister Gernot Blümel in dieser Causa als “falsch”. “Wir lassen uns kein strafrechtlich relevanten Vorgehen unterstellen”, zeigte sich Kurz über Vorverurteilungen empört. “Ich bin es gewohnt, dass es Morddrohungen gegen mich gibt und ich beschimpft werde, aber es gibt eine Grenze und ich lasse mir kein strafrechtlich relevantes Vorgehen unterstellen.” Dass er Wirtschaftskapitäne treffe, sei eine Selbstverständlichkeit und sein Job als Politiker.

Spiegelfeld hatte regelmäßige “Frühstückstermine” mit Kurz und potenziellen Großspendern in einem Wiener Nobelhotel organisiert. Eine Einladung Neumanns zu einer dieser Veranstaltungen befindet sich laut “zackzack.at”, der Webseite von Peter Pilz, im Akt der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) zu Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP), der Beschuldigter in der Glücksspiel-Causa ist. Ob Neumann den Termin tatsächlich wahrgenommen hat, konnte Spiegelfeld nicht bestätigen.

Sie habe viele solcher Treffen organisiert, wird die Unternehmerin im Online-Magazin zitiert und: “Neumann war bei einigen Frühstücksterminen mit Kurz.” Ein Sprecher des Bundeskanzlers dementierte nicht, dass sich Kurz und Neumann auf den selben Veranstaltungen befunden haben könnten, meinte aber: “Nachdem schon Sebastian Kurz mit Martina Kurz verwechselt wurde und es kein Treffen mit Johann Graf gab, werden jetzt weitere Termine mit unterschiedlichen Personen falsch dargestellt.”

Zudem würden andere Kalendereinträge als “Termine im Sinne einer Besprechung oder eines vertraulichen Gesprächs” dargestellt, argumentierte der Sprecher des Kanzlers, “obwohl es Veranstaltungen, eine davon mit bis zu 100 Personen, waren”. Und weiter: “Wir weisen darauf hin, dass wir in Anbetracht der vielen falschen Vorwürfe, die erhoben wurden, rechtliche Schritte setzen werden, wenn der Eindruck erweckt wird, dass bei diesen Veranstaltungen strafrechtlich relevante Handlungen gesetzt oder unterstützt worden wären.”

FPÖ-Obmann Norbert Hofer sieht nun Bundespräsident Alexander Van der Bellen gefordert. Dieser müsse das Kabinett Kurz abberufen und durch eine Expertenregierung ersetzen. “Tiefste Verstrickungen des ÖVP-Kanzlers mit dem Geschäftsführer des Glücksspielkonzerns Novomatic” ortet auch FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz.

Von: apa

Kommentare

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2 Kommentare auf "Kurz soll Ex-Novomatic-Chef zum “Frühstück” getroffen haben"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Mikeman
Mikeman
Kinig
20 Tage 21 h

eine wetere Sumpflandschaft, Austria quo vadis ??
es ist bald überall die selbe Musik 🤮

Kingu
Kingu
Tratscher
20 Tage 19 h

Glaubst du, es ist irgendwo anders? In die Politik kommst du meistens meist selbst nur mit einem bestimmten sozialen Status oder das nötige Kleingeld und dann geht es meist schon los mit dem Lobbyismus. Fangt bei den Gemeinden an und endet bei den entsprechenden Räten im Landtag.

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