Umjubelter Parteichef Sebastian Kurz

Kurz “überglücklich und überwältigt”

Sonntag, 15. Oktober 2017 | 19:09 Uhr

ÖVP-Chef Sebastian Kurz hat sich Sonntagabend “überglücklich und überwältigt” über seinen Wahlsieg gezeigt. “Ich nehme diese Verantwortung mit großer Demut an”, sagte Kurz in einer ersten Stellungnahme vor seinen Anhängern unter minutenlangem Applaus. “Wir haben ein Ziel verfolgt und wir haben das Unmögliche möglich gemacht”, bedankte sich Kurz bei seinen Mitstreitern und den Wählern.

Man habe von den Wählern eine “sehr große Verantwortung” übertragen bekommen, viele Menschen setzten große Hoffnung in die “Bewegung”, meinte Kurz. Er verspreche, mit voller Kraft und vollem Einsatz für Veränderung zu kämpfen. Es gebe viel zu tun, es gelte, einen neuen politischen Stil zu etablieren.

ÖVP-Generalsekretärin Elisabeth Köstinger zeigte sich bei ihrem ersten Auftritt auf der Bühne überwältigt gezeigt. Die ÖVP will jetzt mit allen Parteien sprechen, erklärte sie danach gegenüber Journalisten. Währenddessen wurden in der ORF-Übertragung die jüngsten Daten gezeigt, woraufhin wieder Jubel in der Wahlzentrale aufbrandete.

Köstinger sprach bereits von einem “historischen” Ergebnis, das Sebastian Kurz geschuldet sei. Er habe der Partei ein neues Gesicht gegeben, so die Generalsekretärin. Wenn die Partei Erster ist, werde man demokratisch mit allen sprechen, jede Variante könne ins Auge gefasst werden, ließ sie sich noch keine Präferenz entlocken. Auch dass die SPÖ und die FPÖ eine Regierung bilden, sei nicht ausgeschlossen. Es gebe hier gute Verbindungen und Sympathien, meinte Köstinger.

Die ÖVP sei “klar Erster, das freut uns schon sehr”. Die ÖVP habe gezeigt, dass sie über die eigene Struktur hinaus wachsen könne, so Köstinger weiter. Dies sei nun der “klare Auftrag” für Veränderung.

Als Köstinger die Bühne betrat, rief der ganze Saal laut “Elli”. Auch die türkisen Buchstaben waren wieder unterwegs und bildeten ein “Danke”. “Ihr seid’s unglaublich. Mir fehlt heute echt zum ersten Mal die Sprache”, so Köstinger. Es sei ein historischer Abend. “Es hat einen klaren Auftrag gegeben, eine echte Zustimmung zu dem, was Sebastian Kurz in den letzten Wochen und Monate getan hat.” Er hat wieder eine Volkspartei der Mitte geschaffen, die zu einer breiten Bewegung wurde. Die Generalsekretärin bedankte sich bei allen Unterstützern, die in den vergangenen Wochen für die Bewegung gelaufen seien. “Wir sind oft belächelt geworden”, so Köstinger, nun habe man es aber geschafft, Veränderung herzustellen und einen neuen Stil vorzuleben. “Wir nehmen das Ergebnis mit sehr viel Demut zur Kenntnis.” Die sei der Auftrag, Österreich wieder an die Spitze zu führen, “dorthin, wo es hingehört”.

“Ich würde vorschlagen, ihr genießt den heutigen Abend. Feiert’s g’scheit. Danach begrüßen wir Sebastian mit dem größten Applaus, den die Volkspartei je gespendet hat”, so Köstinger an die Besucher.

Der als künftiger Klubobmann gehandelte ÖVP-Abgeordnete und ÖAAB-Chef August Wöginger sieht angesichts des ersten Platzes der ÖVP bei der Nationalratswahl einen historischen Tag. Die Volkspartei mit “Motor” Sebastian Kurz sei “klar als Erste über die Ziellinie gegangen”, freute er sich im ORF-Fernsehen. Bezüglich der künftigen Koalition wollte Wöginger nichts ausschließen: “Nix is fix.”

Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) und ÖVP-Kandidat Josef Moser zeigten sich nach der ersten Hochrechnung hoch erfreut. Rupprechter ging gegenüber der APA von einem nächsten Kanzler Sebastian Kurz aus.

Die Liste Sebastian Kurz sei “offensichtlich klarer Wahlsieger”, das freut uns alle, sieht Rupprechter ein “historisches Ergebnis”, wenn man Nummer eins wird. Mit dem neuen ÖVP-Obmann als Spitzenkandidaten habe man offenbar die Wähler überzeugt. Nun gelte es aber das Endergebnis abzuwarten, meinte er auf die Frage nach etwaigen Koalitionspräferenzen und ob er Minister bleiben werde. “Ich gehe davon aus, dass Sebastian Kurz Bundeskanzler wird”, alles andere sind Spekulationen.

Moser ist ein “Stein vom Herzen gefallen”. Meinungsforschungsergebnisse und Wahlergebnisse seien etwas ganz anderes, insofern sei die erste Hochrechnung “sehr erfreulich”. Im Mai sei die ÖVP noch bei 20 Prozent gelegen und jetzt sei die Liste Kurz auf dem ersten Platz. Dies zeige, dass die Bewegung von der Bevölkerung angenommen worden sei. Das Programm stehe für Erneuerung und soziale Gerechtigkeit, dafür müsse man nun einen Partner finden, mit dem möglichst viel umgesetzt werden könne, so Moser.

Von: apa