Nichts dran an den Vorwürfen, sagt Kurz

Kurz will “selbstverständlich” Kanzler bleiben

Donnerstag, 07. Oktober 2021 | 10:52 Uhr

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) weist die von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. In der “ZiB2” betonte Kurz, dass er “selbstverständlich” Kanzler bleiben werde. Auf die Frage, ob die Koalition mit den Grünen weiterarbeiten werde, sagte Kurz: “Ich kann mir beim besten Willen nichts anderes vorstellen.”

Im Zusammenhang mit den Vorwürfen der WKStA, die gegen ihn und neun weitere Personen wegen des Verdachts der Untreue, Bestechung und Bestechlichkeit ermittelt, pochte Kurz auf die Unschuldsvermutung. Den Ermittlungen sehe er “gelassen entgegen”. Nicht nachvollziehen kann Kurz, warum “immer ich schuld sein soll”, wenn irgendwo Unrecht geschehe.

Dass er Scheinrechnungen für Umfragen gestellt oder erhalten oder sonstwie darin involviert sein könnte, könne “zu 1.000 Prozent ausschließen”, sagte der Bundeskanzler. Man solle aufklären, ob es Scheinrechnungen überhaupt gegeben habe, er glaube das nicht. Und wieso er das wissen hätte sollen, könne er nicht nachvollziehen, meinte Kurz.

Die Frage, der Gegenleistungen für die Inserate “sollte man aufklären”, so Kurz. Gleichzeitig betonte er aber auch, dass es keinen Hinweis darauf gebe, dass er in die Inseratenvergabe des Finanzministeriums im Jahr 2016 involviert gewesen sei. Er sei damals weder ÖVP-Obmann noch Bundeskanzler, sondern Außenminister gewesen.

“Überhaupt kein Indiz” kann Kurz auch für den Vorwurf erkennen, dass er im Jahr 2016 Umfragen gesteuert hätte. Es gebe keine SMS von ihm mit einem Auftrag oder einem Ersuchen, so etwas zu tun und trotzdem beschuldige ihn die Staatsanwaltschaft, beklagte sich der Bundeskanzler. Die Vorwürfe würden sich auch gegen Mitarbeiter des Finanzministeriums richten, er selbst sei dafür nicht verantwortlich.

Kurz stellte auch in Abrede, dass die Umfragen 2016 manipuliert gewesen seien. Einerseits hätten andere Umfragen ähnliche Ergebnisse geliefert und andererseits habe die ÖVP danach beide Wahlen gewonnen, wobei sich die Meinungsforschung dabei als ziemlich treffsicher erwiesen habe. Und dass er in Chats über Meinungsumfragen informiert wurde, sie “strafrechtlich nicht relevant”.

Von: apa

Kommentare

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19 Kommentare auf "Kurz will “selbstverständlich” Kanzler bleiben"


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pingoballino1955
pingoballino1955
Superredner
18 Tage 3 h

Wie üblich bei diesen “Saubermännern”alles kategorisch zurückweisen: Strache hatte auch alles zurückgewiesen beim “Ibiza Skandal” Den Rest kennt man!😡

Savonarola
18 Tage 2 h

den Rest kennt man aus Italien, dort ist so ein Verhalten gang und gäbe.

tom
tom
Universalgelehrter
17 Tage 21 h

@Savonarola auch in Deutschland und überall anderswo

N. G.
N. G.
Tratscher
18 Tage 3 h

Ich bin ganz der Meinung von Herrn Kurz.
Beweise gegen ihn, wird man keine finden *grins*

Faktenchecker
18 Tage 32 Min
tom
tom
Universalgelehrter
17 Tage 21 h

@Faktenchecker welche Vorwürfe würden seinerzeit gegen den Pilz erhoben? hatten irgendwas mit sexuellen Belästigungen zu tun

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
18 Tage 2 h

wo sind jetzt die Südtiroler Kurz Fans die in hochgejubelt haben…

Sag mal
Sag mal
Kinig
17 Tage 22 h

Aurelius für BK Kurz lege ich meine Hand ins Feuer. Jeder kann Sich glücklich schätzen Ihn als BK zu haben.

Galantis
Galantis
Grünschnabel
17 Tage 19 h

@Aurelius
..ist für sie etwa Italien in Sachen Korruption vorbildhaft?!

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
17 Tage 4 h

sag-mal@

pass auf, dass du dir nicht alle beide Hände dabei verbrennst! ;-)))

AusDemWegGeringverdiener
18 Tage 3 h

Meiner Meinung noch a wilder Bursch der S. Kurz👌

Calimero
Calimero
Universalgelehrter
17 Tage 22 h

Sehr gute Expertise, weiter so 👏

BMG
BMG
Grünschnabel
17 Tage 23 h

Do passt es Lied von Reinhard Fendrich …Tango corrutti…

Look_at_Yourself
Look_at_Yourself
Superredner
18 Tage 3 Min

Zwischen “wollen” und “können” ist manchmal ein großer unterschied.
Das wird Herr Kurz vielleicht auch noch merken.

Anduril61
Anduril61
Tratscher
17 Tage 21 h

Wie man auch hier lesen kann haben viele den Stab über Kurz bereits gebrochen. Nun ich halte es bis zu einer Verurteilung mit der Unschuldsvermutung und dass Kurz viele Gegner im eigenen Land wie auch auf EU Ebene hat ist bekannt. Hoffe sein Fell ist dick genug um auch aus diesem Schlamassel zu kommen. Wäre dafür dass Politiker für solche Anschuldigungen erst nach Ablauf ihrer Amtszeit belangt werden können….Sollte es zu Neuwahlen kommen dann haben die Ösis wohl die Ital. Verhältnisse über die sie sonst so gerne witzeln…😀😀😀

giovanocci
giovanocci
Tratscher
17 Tage 23 h

Schade dass der einstige vorzeigeolitiker auch nicht das ist für was er gehalten wurde…

Galantis
Galantis
Grünschnabel
17 Tage 19 h

Bevor hier alle Richter bzw. Staatsanwalt spielen gilt in einem Rechtsstaat immer noch die Unschuldsvermutung und das auch für einen gewissen Herrn Kurz!

widder52
widder52
Tratscher
17 Tage 22 h

wenn bei Politiker nach jeder lüge die nase wachsen würde müssten sie ins all fliegen sich umzudrehen!🤥

mondschein2021
mondschein2021
Grünschnabel
17 Tage 20 h

Kurz wird Lang

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