Kurz verhandelt mit Russland über Impfstofflieferung

Kurz: Wir sind bei Sputnik-Beschaffung “auf letzten Metern”

Mittwoch, 31. März 2021 | 16:21 Uhr

Nach seinem Gespräch mit dem russischen Botschafter in Wien, Dmitri Ljubinski, hat Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) erklärt, man befinde sich “auf den letzten Metern und eine Bestellung von Sputnik kann wahrscheinlich schon nächste Woche erfolgen.” Er sei sehr froh über die verbindliche Lieferzusage, da eine “sehr zeitnahe Lieferung” hier somit möglich wäre, so Kurz. Derzeit sei man nach bereits wochenlangen Gesprächen noch in der Detailabstimmung, sagte der Bundeskanzler.

“Wenn wir Sputnik bestellen, dann werden wir noch im April 300.000 Dosen, im Mai 500.000 Dosen und 200.000 Dosen Anfang Juni erhalten”, so Kurz. Es sei ein Datenraum eingerichtet worden und derzeit würden Verhandlungen zwischen dem Bundeskanzleramt, dem Gesundheitsministerium und der Finanzprokuratur mit der russischen Seite laufen, erklärte der Kanzler. Eine Kaufentscheidung sei noch nicht getroffen worden, hatte es am Dienstag aus dem Bundeskanzleramt geheißen. Und auch am Mittwoch sei nicht mit einer Entscheidung zu rechnen, sagte ein Sprecher auf APA-Anfrage.

Bisher ist Sputnik V laut russischen Angaben in 60 Ländern zugelassen, nicht aber in der EU. Kurz hatte immer erklärt, dass die Voraussetzung für eine Lieferung nach Österreich eine EU-Zulassung des russischen Impfstoffes sei. Am Dienstag räumte der Kanzler ein, dass es beim Impfstoff “keine geopolitischen Scheuklappen geben” dürfe. Die Leiterin des nationalen Impfgremiums, Ursula Wiedermann-Schmidt, äußerte sich am Dienstagabend eher skeptisch zu einer rein nationalen Zulassung.

In Brüssel berieten unterdessen am Mittwoch die EU-Botschafter über die weitere Verteilung von Corona-Impfstoffen, nachdem sich einige Staaten darüber beschwert hatten, ins Hintertreffen geraten zu sein. Der portugiesische EU-Vorsitz schlug vor, insgesamt drei Millionen von zehn Millionen vorgezogenen BioNtech/Pfizer-Dosen für einen Solidaritäts-Ausgleich zugunsten der bei der Impfstoffverteilung zurückgefallenen EU-Staaten zu nutzen – Österreich bekäme keine Extra-Vakzine. Die Sitzung der Botschafter wurde zu Mittag unterbrochen, um 16.30 Uhr sollten die Beratungen wieder aufgenommen werden.

Von: apa

Kommentare

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9 Kommentare auf "Kurz: Wir sind bei Sputnik-Beschaffung “auf letzten Metern”"


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pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
16 Tage 14 h

Läuft er jetzt zu den Russen über?

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
16 Tage 14 h

@pfaelzerwald
🤣, hmpf, es fehlen nur “die letzten Meter” ?!
Aber ich glaube nicht, dass Austria und die EU so viel Glück haben.

Neumi
Neumi
Kinig
16 Tage 11 h

Er läuft mit seinen Versprechen an die österreichischen Bürger, wohin auch immer der Wind ihn weht.

Neumi
Neumi
Kinig
16 Tage 16 h

Man muss sich schon fragen, wie er glaubte, sich für 400k Biontech Dosen zu qualifizieren, wenn Sputnik schon in greifbarer Nähe ist.

Look_at_Yourself
16 Tage 14 h

Die Frage ist doch:
                 “Welche Nebenwirkungen hat der Sputnik?”

Kurios
Kurios
Superredner
16 Tage 15 h

Was macht kurz mit ein paar hunderttausend Impfdosen bi Juni. Er gehört also nicht mehr der EU an die für die Organisation und Verteilung zuständig ist 😠🙉

eisern
eisern
Tratscher
16 Tage 11 h

Der Sputnik war der 1.Satellit im Weltall, da hat noch niemand an Astra gedacht 😉.Die Russen waren schon immer Profis.

Tigre.di.montana
Tigre.di.montana
Grünschnabel
16 Tage 1 h

@Eisern: die Russen hatten damals aber österreichische Ingenieure und deutsche Technik. Z.B. Ferdinand Brandner und andere…

Tigre.di.montana
Tigre.di.montana
Grünschnabel
16 Tage 1 h

“Der vorsorglich befragte Juristische Dienst des Ministerrats hatte zu Protokoll gegeben, kein Staat könne eine Impfstoffbestellung durch die Kommission per Veto verhindern. „Kurz hat sich unter den EU-Partnern unbeliebt gemacht – und seine Drohung ist leer“, sagte ein EU-Vertreter.”
Kurzes Strohfeuer. Oder Kurz’ Strohfeuer.

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