Auch in reichen Ländern gibt es arme Kinder

Lage der Kinder auch in reichen Ländern nicht rosig

Donnerstag, 15. Juni 2017 | 02:01 Uhr

Auch in wohlhabenden Ländern leben nicht alle Kinder auf Rosen gebettet, doch in Österreich und Deutschland ist die Lage relativ gut. Das berichtet das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF nach einer Untersuchung in 41 Ländern der EU und der OECD. Österreich rangiert auf Platz 15. Deutschland landet insgesamt auf dem zweiten Platz hinter Norwegen.

Außer in Skandinavien, Deutschland und der Schweiz seien Kinder oft in prekärer Lage, hieß es. Was Österreich angehe, so ließen vor allem die Bereiche Bildung, Umwelterziehung und Schutz vor Gewalt gegen Mädchen zu wünschen übrig, ging aus der Studie hervor.

Insgesamt ist die Lage der Kinder in reichen Ländern alles andere als rosig: Jedes fünfte Kind lebe in relativer Armut, jedes achte Kind laufe Gefahr, nicht genug zu essen zu bekommen, heißt es in dem Bericht “Die Zukunft schaffen: Kinder und die nachhaltigen Entwicklungsziele in reichen Ländern”. UNICEF untersuchte auch Länder mit mittleren Einkommen, darunter Rumänien, Bulgarien und Chile.

“Hohe Einkommen führen nicht automatisch zu einer besseren Situation für alle Kinder”, sagte Sarah Cook, Direktorin des UNICEF-Forschungsinstituts Innocenti. In den meisten reichen Ländern verschärfe sich der Abstand zwischen Arm und Reich: In zwei Dritteln der Länder seien die ärmsten Familien beim Lebensstandard heute weiter vom Durchschnitt entfernt als 2008.

Sehr gut schneidet Österreich im Bereich “Gesundheit und Wohlergehen” mit Platz 9 ab, am schlechtesten beim Thema “Nachhaltige Produktion und Konsum” mit Platz 30. Der Bereich “Armut beenden” bedeutet auf Österreich umgelegt, dass 18,2 Prozent der Kinder hierzulande in relativer Einkommensarmut leben müssen. Damit liegt Österreich zwar unter dem Durchschnitt, aber hinter Australien, Deutschland oder Slowenien.

Im Bereich mentale Gesundheit von Jugendlichen liegt Österreich auf Platz zwei hinter Deutschland. 14,7 Prozent der österreichischen Jugendlichen geben an, mehr als einmal pro Woche an psychologischen Symptomen zu leiden. Im Ländervergleich ist es durchschnittlich einer von vier Jugendlichen.

Der Bereich “Qualitative Bildung sicherstellen” weist Österreich mit Platz 26 im Mittelfeld aus. Rund 70 Prozent der 15-Jährigen erreichen grundlegende Kompetenzen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften, dies ist knapp über dem Durchschnitt der verglichenen Länder.

Der Bereich “Nachhaltige Produktion und Konsum” bedeutet für die Alpenrepublik, dass die österreichischen 15-Jährigen beim Umweltbewusstsein unterdurchschnittlich abschneiden. Nur 57,3 Prozent wissen über mindestens fünf Umweltprobleme Bescheid.

Von: APA/dpa

Kommentare

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1 Kommentar auf "Lage der Kinder auch in reichen Ländern nicht rosig"


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Savonarola
Savonarola
Superredner
1 Monat 9 Tage

einige Kinder haben Eltern, die nicht ihre natürliche Eltern sein können.

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