Die ganze Region wird massiv beschossen

Lage im umkämpften Sjewjerodonezk wird schwieriger

Mittwoch, 15. Juni 2022 | 22:50 Uhr

In der Ukraine tobt die Schlacht rund um Sjewjerodonezk unvermindert weiter. Die von Moskau geplante Evakuierung von Zivilisten aus dem Chemiewerk Asot ist unterdessen gescheitert. Russland warf der Ukraine vor, die Evakuierung der Zivilisten verhindert zu haben. Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte am Mittwoch, die “Kiewer Behörden” hätten die “humanitäre Operation” aber “auf zynische Weise zum Scheitern gebracht”.

Russland hatte am Dienstag einen für zwölf Stunden offenen humanitären Korridor angekündigt. Über ihn sollten im Asot-Werk verschanzte Zivilisten nach russischen Angaben die Möglichkeit erhalten, Sjewjerodonezk in Richtung der von pro-russischen Separatisten kontrollierten Region Luhansk zu verlassen.

Die ukrainischen Kräfte hätten die Feuerpause aber “mehrfach” gebrochen und die humanitäre Operation missbraucht, um eigene Soldaten in günstigere Stellungen zu verlegen, erklärte das russische Verteidigungsministerium. Die Behauptungen konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Weil die ukrainische Seite vom Werksgelände mit Granatwerfern und Panzern schieße, könnten sich dort keine Menschen in Sicherheit bringen, teilte auch der pro-russische Separatistenvertreter Rodion Miroschnik mit.

Vermutet werden dort mehr als 500 Zivilisten, die Separatisten gehen davon aus, dass es bis zu 1.200 Menschen sein könnten. Sie hätten über den Korridor in jenes Gebiet fliehen sollen, das von prorussischen Kräften kontrolliert wird. Miroschnik teilte auch mit, dass sich in der Asot-Anlage rund 2.000 ukrainische Kämpfer und ausländische Söldner verschanzt haben könnten. Bestätigt ist das von ukrainischer Seite nicht.

Nach Einschätzung britischer Geheimdienste haben die Russen nach mehr als einem Monat erbitterter Gefechte den Großteil von Sjewjerodonezk unter ihre Kontrolle gebracht. Dabei seien durch heftigen Beschuss enorme Kollateralschäden verursacht worden, hieß es am Mittwoch in der täglichen Lageeinschätzung des britischen Verteidigungsministeriums. Die Geheimdienste gehen davon aus, dass eine Vielzahl russischer Kräfte weiterhin rund um das Chemiewerk Asot gebunden sein wird, “solange die ukrainischen Kämpfer im Untergrund überleben können”.

Von: APA/AFP/dpa/Reuters

Kommentare

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12 Kommentare auf "Lage im umkämpften Sjewjerodonezk wird schwieriger"


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Sigo70
Sigo70
Superredner
14 Tage 20 h

Das was Selenskyj betreibt ist höchst verantwortungslos. Man sollte der Realität ins Auge sehen und nicht 100 bis 200 Soldaten täglich in den Tod schicken.

Philingus
Philingus
Tratscher
14 Tage 18 h

Was Putin betreibt ist dann verantwortungsvoll? Ja? Mord, Krieg,
Plünderungen, Pokern mit Hunger, Verheizen der eigenen Soldaten, … Klar: das ist wirklich verantwortungsbewusst und die Putin’sche Realität. Wer sich nicht beugt muss um sein Leben fürchten. Verbrannte Erde ist Putin’s Realität! Auf Teufel komm raus …

N. G.
N. G.
Kinig
14 Tage 16 h
@Philingus Weiss nicht was du erwartet hast als Putin den Krieg begonnen hat? War es Solidarität des Westens ohne Verstand? Es war klar, dass es nur bus zu runem gewissen Punkt gehrn wird! Es war auch klar , dass Putin seine Soldaten opfert bis zum letzten Mann! Was hast du erwartet? Wenn man ihn denn als Kriegsverbrecher bezeichnet, zu Recht, dann ist die Realität (GRINS), dass es erstens genau so kommen und so weiter gehen wird! Lösung wäre nur, wrnn der Westen militärisch eingreift und das wird er nicht tun, denn, das sind die Guten und deshalb tut man was… Weiterlesen »
Doolin
Doolin
Kinig
14 Tage 16 h

@Philingus
…Sigo rät, die Hosen runter lassen zur Vergewaltigung…laut ihm besser als der Tod…
😆

N. G.
N. G.
Kinig
14 Tage 9 h

@Doolin Man kann ja auch nur weitet denken als es der Verstand zulässt, stimmts Doolin!

Grünschnabel
14 Tage 14 h

Seit Wochen wird uns tagtäglich erzählt, daß den Russen bald die Munition ausgehen wird. Von wem bekommen sie jetzt eigentlich die ganze Munition für diesen massiven Beschuss ?

Ischjolougisch
Ischjolougisch
Grünschnabel
14 Tage 11 h

Munition geht leider nie aus solange es Fabriken gibt die sie produzieren. So traurig es ist es gehen nur die folgsamen Soldaten aus.

Doolin
Doolin
Kinig
14 Tage 10 h

@Ischjolougisch
…schon Adolf hat gesagt:
“Mädchen macht die Beine breit,
Deutschland braucht Soldaten”.
ab dem 12. gab’s das goldene Mutterkreuz…

N. G.
N. G.
Kinig
14 Tage 6 h

@Doolin Du drehst komplett ab! Ich glaub der Krieg ist zu deinem persönlichen Ding geworden und ich versteh nicht warum du nicht gleich in die Ukraine gehst um zu helfen. Von der Ferne labern und das in dem Ausmaß ist doch dann auch nur heiße Luft!

Gredner
Gredner
Kinig
13 Tage 16 h

Russland produziert seit Jahrzehnten(!) Munition auf Hochtouren. Das erlaubt es ihnen alles kaputtzubombardieren. Die Munition geht ihnen leider nicht aus. Davor gehen ihnen noch die Soldaten aus!

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
14 Tage 9 h

Wer immer den an und für sich an Bodenschätzen reichen Donbass letztendes kontrollieren mag, wird eine weitgehend von russischer Artillerie zerstörte Infrastrukturen und völlig kaputte Wohngebiete erben. Wenn man der preisgekrönten polnischen Journalistin und Donbass Kennerin Baca-Pogorzelska glauben kann (sie kommt selbst gerade vom Donbass zurück), sind weite Teile durch Flutung von Kohleminen und Bombardierung von Chemiefabriken verseucht, was einen Wiederaufbau erschwert und die Bewohnbarkeit einschränkt.

Grünschnabel
14 Tage 6 h

Es war schön immer höchst erhrenvoll, für’s Vaterland zu sterben. Mutterländer verlangen sowas nicht.

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