Erinnerungstafel bei ehemaliger Elisabeth-Schule

Lang: Gemeinde Bozen kopiert Vorschlag des Heimatbundes

Sonntag, 02. Oktober 2022 | 18:03 Uhr

Bozen – Die Gemeinde Bozen hat den Vorschlag des Südtiroler Heimatbundes, eine Erinnerungstafel zum Gedenken an die Besetzung der damaligen Kaiserin Elisabet Schule anzubringen, umgesetzt. Dies stellt der Obmann des Südtiroler Heimatbundes (SHB), Roland Lang, zufrieden fest. Allerdings sei der Teil des Textes, der sich mit dem Faschistenüberfall befasst, äußerst dürftig, so der SHB.

Auf der Tafel, die heute Abend eingeweiht wird und deren Text dem SHB bereits vorliegt, erinnern nur zwei Zeilen an die Besetzung der Schule durch die faschistischen Schläger eines insgesamt 20 Zeilen umfassenden Textes. „Ein Suchspiel!“, findet der Heimatbund.

„Am 1. Oktober wurde die ‚Kaiserin-Elisabeth-Schule‘ von den faschistischen Truppen besetzt“ ist auf der dreisprachigen Tafel zu lesen. Mit keinem Wort werde daran erinnert, dass 700 Schüler und die Lehrpersonen an diesem Tag aus der Schule verjagt wurden.

„Wer bitte waren die ‚faschistischen Truppen‘? Oder gehörten die faschistischen Schwarzhemden laut Geschichtsverständnis von Renzo Bürgermeister Caramaschi damals bereits zum italienischen Militär“, fragt der SHB.

Der SHB begrüße das Anbringen der Gedenktafel, die von uns bereits am 30. Jänner 2022 in einem Brief an Bürgermeister Caramaschi vorgeschlagen wurde, so Obmann Lang in einer Aussendung. Allerdings würden, wie befürchtet, wieder einmal die geschichtlichen Ereignisse nicht richtig wiedergegeben, sondern dem politischen Zeitgeist angepasst, bemängelt Lang.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare
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Paladin
Paladin
Superredner
2 Monate 5 Tage

Ja mal wieder ein Beispiel, derer gibt es viele, dafür das Caramaschi überfordert ist. Überfordert mit Geschichtsverständnis, überfordert mit der aktuellen Situation in Bozen, einfach überfordert. Dann kommt es eben zu Sprüchen wie, ausländische Kennzeichen bei Regen nicht nach Bozen lassen und Kulturveranstaltungen am Museon nicht zuzulassen. Da fehlt das Verständnis und die (politische) Weitsicht, ebenso wie im aktuellen Beispiel.

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