Die Regierung sprach nun von rund 35 Todesopfern, darunter 24 Kinder

Laut Regierung deutlich weniger Opfer bei “Blutbad in Mali”

Dienstag, 11. Juni 2019 | 23:09 Uhr

Einen Tag nach einem Angriff auf ein Dorf im Zentrum Malis hat die Regierung von einer deutlich geringeren Opferzahl gesprochen. Rund 35 Menschen, darunter 24 Kinder, seien bei der brutalen Attacke ums Leben gekommen, erklärte Premierminister Boubou Cisse am Dienstagabend nach einem Ortsbesuch. Am Montag hatte die Regierung noch von mindestens 95 Toten gesprochen.

Es gab zunächst keine schlüssige Erklärung für die große Differenz. “Kinder wurden hier hinterrücks erschossen”, sagte Cisse nach dem Besuch des Ortes auf dem Gebiet der Gemeinde Sangha in der Provinz Mopti. “Es ist entsetzlich, was wir hier gesehen haben.” Das Dorf war von Menschen der Volksgruppe der Dogon bewohnt.

Bisher war unklar, wer hinter dem Angriff steckte. Die Regierung hatte zunächst von Terroristen gesprochen, einiges deutete aber darauf hin, dass es sich eher um ethnisch motivierte Gewalt handelte. Häufig spielt dabei auch der Kampf um die wenigen Weidegründe und Äcker in der trockenen Sahelzone eine Rolle.

Im März waren bei einem Angriff auf ein anderes Dorf im Zentrum des Landes mindestens 130 Menschen getötet worden. Mali gehört einem UN-Index zufolge zu den zehn ärmsten Ländern der Welt.

Von: APA/dpa