Türkisches Militär will weiter gegen Kurden in Syrien vorgehen

Lawrow: Kontrolle über Nordsyrien für syrische Regierung

Mittwoch, 16. Januar 2019 | 13:16 Uhr

Nach dem Vorschlag der USA zur Einrichtung einer “Sicherheitszone” im Norden Syriens hat sich Russlands Außenminister Sergej Lawrow dafür ausgesprochen, “diese Gebiete der Kontrolle der syrischen Regierung, der syrischen Sicherheitskräfte und Verwaltungsstrukturen” zu übergeben. Russland sei davon überzeugt, dass es “die beste und einzige Lösung” sei, sagte Lawrow am Mittwoch in Moskau.

Russland unterstütze “die Kontakte, welche Vertreter der Kurden und die syrischen Behörden aufgenommen haben, damit sie zu ihrem Leben unter einer einzigen Regierung ohne Einmischung von außen zurückkehren können”, erklärte der Außenminister bei einer Pressekonferenz weiters. Es gebe Fortschritte im Syrien-Krieg, sagte Lawrow. Der Fokus solle weiterhin auf der nordwestlichen Provinz Idlib liegen. Die Provinz war vor einigen Tagen von dem Jihadistenbündnis Hayat Tahrir al-Sham (HTS, Komitee zur Befreiung Großsyriens/Levante) vollständig erobert worden.

Die Türkei hatte in den vergangenen Wochen zusätzliche Truppen an der Grenze zu Syrien zusammengezogen und mit einer Offensive gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG gedroht. US-Präsident Donald Trump brachte eine “Sicherheitszone” von 20 Meilen (rund 30 Kilometer) ins Gespräch, äußerte sich aber weder dazu, wo sie geschaffen, noch von wem sie durchgesetzt werden sollte.

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan sagte am Dienstag, er habe mit Trump vereinbart, dass die Türkei die “Sicherheitszone” entlang der türkischen Grenze einrichten werde. Die Kurden erklärten jedoch am Mittwoch, eine “Sicherheitszone” unter Kontrolle der Türkei in Nordsyrien nicht zu akzeptieren. Die Türkei sei nicht neutral und “kann kein Garant für die Sicherheit sein”, sagte der ranghohe Politiker Aldar Khalil den Medien am Mittwoch. Lediglich eine von UN-Truppen überwachte Demarkationslinie zwischen der Türkei und Nordsyrien sei akzeptabel. Andere Optionen seien “inakzeptabel, da sie die Souveränität Syriens und die Souveränität unserer autonomen Region verletzen”, sagte Khalil.

Russland unterstützt seit langem den syrischen Machthaber Bashar al-Assad. Lawrow sagte, die Zukunft der Kurden könne unter Kontrolle der Regierung in Damaskus gesichert werden.

Von: APA/ag.

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

1 Kommentar auf "Lawrow: Kontrolle über Nordsyrien für syrische Regierung"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
denkbar
denkbar
Kinig
1 Monat 13 h

Das ist gut nachvollziehbar. Ich würde Erdogan auch nicht vertrauen. Zu oft würden sie schon enttäuscht und hereingelegt.

wpDiscuz