Platter hält von Aigners Vorschlag wenig

Lkw-Nachtfahrverbot auf Brenner-Transitstrecke polarisiert

Sonntag, 10. Juni 2018 | 07:55 Uhr

Angesichts des dichten Lastwagenverkehrs auf der Brenner-Transitstrecke hat Bayerns Verkehrsministerin Ilse Aigner eine Lockerung des Nachtfahrverbots für Lastwagen in Tirol ins Spiel gebracht. Damit könnte eine bessere Verteilung des Lkw-Verkehrsaufkommens rund um die Uhr ermöglicht werden, erläuterte ihr Ministerium. Für Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) ist dies “inakzeptabel”.

Platter hält am seit 1989 bestehende Nachtfahrverbot für Lastwagen in Tirol fest. “Jetzt über eine Aufweichung des Nachtfahrverbots nachzudenken, die unweigerlich dazu führen würde, dass noch mehr Lkw den Weg durch Tirol nehmen, ist für uns inakzeptabel”, sagte der ÖVP-Politiker.

Im Rahmen des Brenner-Gipfels wollen Vertreter Deutschlands, Österreichs und Italiens am Dienstag im norditalienischen Bozen beraten, wie der zunehmende Transitverkehr in der Region eingedämmt und stärker auf die Schiene gebracht werden kann. Als langfristige Lösung müsse es allerdings darum gehen, mehr Güter mit der Bahn zu transportieren, betonte Aigners Ministerium. Nur wenn der Schienengüterverkehr leistungsfähiger und attraktiver werde, könnten Transporte von der Straße auf die Schiene verlagert werden.

Wie beim ersten Brenner-Gipfel im Februar in München vereinbart, habe Bayern inzwischen als kurzfristige Lösung die sogenannte rollende Landstraße reaktiviert, bei der Lastwagen auf Zügen transportiert werden. Das Terminal in Regensburg für die Verladung Richtung Italien stehe zur Verfügung. Die rollende Landstraße sei aber nur eine Zwischenlösung, Bayern favorisiere den Transport der Güter ohne Lkw-Zugmaschine.

Von: APA/dpa

Bezirk: Bozen, Wipptal