Shamima Begum würde gerne mit ihrer Tochter zurück

London entzieht IS-Anhängerin Staatsbürgerschaft

Mittwoch, 20. Februar 2019 | 16:28 Uhr

Großbritannien hat einer jungen Britin die Staatsbürgerschaft entzogen, nachdem sie sich 2015 der Terrormiliz “Islamischer Staat” in Syrien angeschlossen hatte. Die Bitte von Shamima Begum nach einer Rückkehr in ihre Heimat schmetterte die britische Regierung in London nach tagelanger Debatte damit ab. Die 19-Jährige selbst zeigte sich “schockiert”.

“Um dieses Land zu schützen”, habe das Innenministerium die Befugnis, jemandem die britische Staatsbürgerschaft abzusprechen, wenn die Person nicht in die Staatenlosigkeit entlassen werde, zitierte die britische Nachrichtenagentur Press Association das Innenministerium. Da Shamima Begums Familie ursprünglich aus Bangladesch stammt hat sie laut Medienberichten Anspruch auf die Staatsbürgerschaft des südostasiatischen Landes und wäre somit nicht staatenlos, auch bei einem Verlust der britischen Staatsbürgerschaft.

“Ich finde das ungerecht für mich und meinen Sohn”, sagte die junge Mutter dem Sender ITV in Nordsyrien. Möglicherweise beantrage sie nun die Staatsbürgerschaft der Niederlande, erklärte die Frau. 2015 war sie mit einem IS-Kämpfer aus den Niederlanden verheiratet worden.

Shamima Begum hatte sich im Alter von 15 Jahren – im Jahr 2015 – gemeinsam mit Mitschülerinnen der Terrororganisation IS angeschlossen. Vier Jahre später will sie nun heimkehren, um die Überlebenschancen ihres neugeborenen Kindes zu erhöhen. Ihr Fall sorgt seit Tagen in Großbritannien für Debatten.

Angeheizt wurde diese durch den Aufruf von US-Präsident Donald Trump an europäische Länder, ihre Staatsbürger aus Syrien zurückzunehmen und in Europa vor Gericht zu stellen – und machte die EU auf ein ungelöstes Problem im Syrien-Krieg aufmerksam. Falls die Verbündeten nicht reagierten, seien die USA gezwungen, die mehr als 800 in Kämpfer auf freien Fuß zu setzen, drohte Trump am Wochenende via Twitter. Ein Großteil dieser befindet sich jedoch nicht in US-Gewahrsam, sondern in der Gewalt kurdischer Kräfte.

Aus Österreich befinden sich derzeit rund 100 Kämpfer in Syrien und dem Irak, rund 30 Prozent davon besitzen laut Innenministerium die österreichische Staatsbürgerschaft. Zwar lehnt das Innenministerium die Rücknahme der IS-Kämpfer klar ab, grundsätzlich ist Österreich aber rechtlich verpflichtet, seine Staatsbürger zurückzunehmen. Ähnlich wie in Großbritannien darf die Staatsbürgerschaft nicht aberkannt werden, wenn die Person damit staatenlos werden würde.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), der heute Abend von Trump im Weißen Haus empfangen wird rechnet nach eigenen Angaben damit, dass die US-Seite die Frage der Rückführung von europäischen IS-Kämpfern aus Syrien während des einstündigen Gespräches im Oval Office ansprechen wird. Österreich sei diesbezüglich zurückhaltend, weil der Schutz der einheimischen Bevölkerung Priorität habe, so Kurz im Vorfeld seines Washington-Besuches.

Außenministerin Karin Kneissl reagierte auf Trumps Aufforderung zu Wochenbeginn ebenfalls zurückhaltend. “Jede einzelne Biografie” müsse klar geprüft werden. Bisher gibt es nach Aussagen des Außenamtes in Österreich einen bekannten Fall, wo es um die Rückholung österreichischer Staatsbürger gehe. Es handelt sich dabei um eine junge Wienerin und ihren eineinhalbjährigen Sohn, die sich derzeit in kurdischer Haft befindet, aber ausreisen möchte. Kneissl verwies auf die “konsularischen Schutzpflicht” und teilte mit, dass derzeit “praktische Möglichkeiten einer Rückholung” geprüft würden.

Unterdessen konnten am Mittwoch zahlreiche Zivilisten und Familienangehörige aus der letzten IS-Bastion in Syrien gebracht werden. Auf rund 30 Lastwagen, die die belagerte Stadt Baghouz verließen, befanden sich hauptsächlich Frauen, Kinder und andere Zivilisten. Bereits am Dienstag hatten rund 30 Personen das noch von den IS-Kämpfern gehaltene Gebiet verlassen können. Die Syrischen Demokratischen Kräfte, die das Dorf an der irakischen Grenze seit Wochen belagern, erklärten, dass sie zunächst die Zivilisten herausholen wollten, bevor sie einen Angriff starten.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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17 Kommentare auf "London entzieht IS-Anhängerin Staatsbürgerschaft"


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Savonarola
Savonarola
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

die Ratten verlassen das sinkende Schiff und verlangen jetzt jene Gnade, die sie mit ihren Geiseln nicht hatten. Bleibt dort Sand fressen.

luis p
luis p
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

sie zeigt nicht mal Reue also sie da bleiben wo sie ist.

Seidentatz
Seidentatz
Tratscher
1 Monat 6 Tage

Ich wär für eine Rückführung nach Großbritannien. Mit 15 Jahren sind diese Jugendlichen zum Leidwesen ihrer Eltern einfach nur instrumentalisiert worden. Wer kann schon von sich behaupten dass er mit 15 Jahren immer Ursache und Wirkung seines Handelns vorausbeurteilen konnte.

NanuNana
NanuNana
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

Und sel entschuldigt de Gräueltaten? De bereuen des meistns net amol!!! Solln bleibm wose sein!!! Egal ob 15 odo net. Sel entschuldigt net jedes Voholtn!!

Waltraud
Waltraud
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Seidentanz
Dann müsste sie aber jetzt soviel Verstand haben, um zu sagen: es war falsch, was ich gemacht habe. Aber sie hatte ja eine gute Zeit. Von Einsicht keine Spur. Die Annehmlichkeiten hier gerne in Anspruch nehmen, aber weiterhin solche krankhaften Taten in Ordnung finden, das geht nicht.

Anduril61
Anduril61
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

Kann mir vorstellen dass diese Frauen nicht mehr richtig ticken und wahrscheinlich lebende Zeitbomben wären, glaube nicht dass die NL sie willkommen heissen, auch dort weht inzwischen ein eher rauher rechter Wind….naja sie hat sicher auch noch Verwandte in Bangladesh die sie gerne aufnehmen werden….

aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

wohl das mindeste.und jetzt, ab in den knast

zombie1969
zombie1969
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

Passentzug/Aberkennung der Staatsbürgerschaft
Für eine brachiale Message: 
Wenn sich Leute einer brutalen Terroristenbande wie des Daesh (IS) anschliessen, die den grössten Spass am brutalsten abschlachten von “Ungläubigen” hat und dies auch noch für ihre Propagandazwecke filmt, dann ist die Staatenlosigkeit noch die geringste Konsequenz, die diese Personen zu fürchten haben sollten. 
Die sollten sich gar nicht trauen “heimzukehren” bzw. in Europa um Asyl anzusuchen.

Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

zombi, ich bin ganz deiner Meinung.

falschauer
falschauer
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

das ist wohl das mindeste…..

Storch24
Storch24
Superredner
1 Monat 5 Tage

…Überlebenschance für ihr Kind. Hätte sie vorher denken sollen, was Sie tut. Sie tut es NUR für ihr Kind. Sie selbst hat ja nie bereut was sie getan hat. Habe Angst wir sitzen irgendwann auf einer Bombe. Ich habe Angst,

werner66
werner66
Superredner
1 Monat 5 Tage

So langsam wird klar, woher diese ganzen Halsabschneider kommen.
Jetzt wissen wir auch, dass das kein Bürgerkrieg war, wie uns ständig vorgelogen wurde.

sakrihittn
sakrihittn
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Richtig so, diesen Heuchlern gehört alle die Staatsbürgerschaft genommen, und vor allem denjenigen die sie noch verteidigen.

zombie1969
zombie1969
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Shamima Begum im Interwiev: „Ich hatte da eine gute Zeit“
Ja sicher, Köpfe rollen lassen ist so entspannend. 
Die hätte MEINE Strafe verdient… Und noch etwas: (Beleidigung)

Einheimischer
Einheimischer
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

Für solche Leute ist auf dieser Welt kein Platz mehr…

Jony
Jony
Neuling
1 Monat 5 Tage

Jetzt kommen die vor denen die anderen geflüchtet sind,… halloooo!!!

Guri
Guri
Tratscher
1 Monat 5 Tage

die Gefängnisse in Europa sind wie Luxus Hotels , im Vergleich zum nahen Osten , Syrien, Türkei . nicht Heim holen ..ein Exempel statuieren , sonst geht das in paar Jahren wieder los

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