Großbritannien war am 31. Jänner aus der EU ausgetreten

London und Brüssel verhandeln über Zeit nach Brexit

Montag, 11. Mai 2020 | 18:34 Uhr

Großbritannien und die EU haben die dritte Runde ihrer Gespräche über die künftigen Beziehungen nach dem Brexit begonnen. Die einwöchigen Verhandlungen mit seinem britischen Gegenüber David Frost und dessen Team seien angelaufen, so EU-Chefunterhändler Michel Barnier am Montag. Nachdem die bisherigen Gesprächsrunden kaum Fortschritte gebracht hatten, sind die Erwartungen allerdings niedrig.

Großbritannien ist am 31. Jänner aus der EU ausgetreten. In der Übergangsphase bis Jahresende bleibt das Land noch im EU-Binnenmarkt und in der Zollunion. In dieser Zeit wollen beide Seiten insbesondere ein Handelsabkommen vereinbaren.

“Wir brauchen greifbare Fortschritte in allen Bereichen, einschließlich Standards für offenen und fairen Wettbewerb”, erklärte Barnier. Brüssel hatte London zuletzt vorgeworfen, bei Kernanliegen der EU wie der gegenseitigen Anerkennung von Standards und dem Zugang zu britischen Hoheitsgewässern für EU-Fischer Fortschritte zu blockieren.

Eine Einigung bis Jahresende scheint schwieriger denn je. Eine mögliche Verlängerung der Verhandlungsphase über das Jahresende hinaus lehnt London aber nach wie vor strikt ab. Darüber müsste bis Ende Juni entschieden werden. Über die Woche verteilt finden die Gespräche zu verschiedenen Themen auf Expertenebene statt. Über die Ergebnisse soll am Freitag berichtet werden.

In Brüssel wird mittlerweile davon ausgegangen, dass sich Fortschritte erst kurz vor Ablauf der Frist einstellen werden. London könnte die Auswirkungen der Corona-Krise nutzen, um eine plötzliche Verschiebung roter Linien zu rechtfertigen, hieß es aus EU-Kreisen.

Ohne Abkommen bis zum 31. Dezember müssten von einem auf den anderen Tag Zölle, Grenzkontrollen und andere Einfuhrbeschränkungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU eingeführt werden. Befürchtet wird, dass ein solcher Chaos-Brexit die tiefe Rezession infolge der Corona-Pandemie auf beiden Seiten des Ärmelkanals noch verschlimmern würde.

Die deutsche Wirtschaft warnt vor einem Scheitern der Verhandlungen über ein Handelsabkommen der EU mit Großbritannien. “Der bisherige Verhandlungsfortschritt ist absolut unzureichend”, kritisierte der Bundesverband der Deutschen Industrie am Montag zum Start der dritten einwöchigen Verhandlungsrunde beider Seiten. “Leider ist es realistisch, dass die Verhandlungsführer am Ende dieser Woche abermals mit leeren Händen dastehen.”

Von: APA/ag.

Kommentare

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7 Kommentare auf "London und Brüssel verhandeln über Zeit nach Brexit"


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Jefe
Jefe
Superredner
19 Tage 12 h

….ja….vielleicht hätten die Briten doch noch ein bischen warten sollen….jetzt auch noch mit Covid19…..

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
19 Tage 10 h

Die hätten es gleich bleiben lassen sollen. Die Mitgliedsstaaten bekommen kräftige Corona Hilfe und die Briten rauchen ab.

https://www.cash.ch/news/politik/krise-der-weltwirtschaft-die-bank-england-erwartet-die-tiefste-rezession-seit-325-jahren-1540500

Jefe
Jefe
Superredner
19 Tage 9 h

@Faktenchecker
….dumm gelaufen….
ich sag auch immer…..
z.B. wenn die Leute alles auf Raten kaufen….wie ja heute alles angeboten wird…..
….aber wenn dann sowas kommt…🤔…dann gibt es auch Probleme mit dem zurück zahlen, der Raten…

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
19 Tage 10 h

In diesem Fall heißt es wohl : wer zuerst kommt, den bestraft das Leben. Oder wie der bekannte ehemalige Kicker u. Philosoph Lothar Matthäus sagte : Wäre, wäre – Fahrradkette

Maurus
Maurus
Tratscher
19 Tage 11 h

Brauchts ja nicht.

Dublin
Dublin
Kinig
19 Tage 4 h

…jo gebt’s de Briten an Tritt und tschüss…
😛

M_Kofler
M_Kofler
Superredner
18 Tage 13 h

Tja, jetzt haben die lieben Briten den Salat. 
Ein Gesundheitssystem, das sogar noch kaputter gespart wurde, als das italienische; eine Wirtschaft, die so stark auf Importe in vor allem veredelten Produkten angewiesen ist …. 

Grundsätzlich finde ich es sehr gut, dass solche Fragen in einem Land gestellt werden, ob EU ja oder nein. Ein Schnellschuss + Rechtspopulisten bringen dann halt dieses Ergebnis. 
Johnson hat es begonnen, er kann ja gerne noch Farage als Außenminister holen und sie können dann endlich ihr Commonwealth retten, ich bin gespannt was die “Heilsbringer” nun liefern. Sie sind an der Reihe.

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