Verteidigungsminister Williamson kritisierte Russland scharf

London wirft russischem Geheimdienst Hackerangriffe vor

Donnerstag, 04. Oktober 2018 | 15:14 Uhr

Großbritannien und Australien haben dem russischen Militärgeheimdienst GRU vorgeworfen, großangelegte Cyberattacken in aller Welt auszuführen. Der Geheimdienst sei nachweisbar verantwortlich für Hackerangriffe auf politische Institutionen, Unternehmen, Medien und Sportinstitutionen weltweit, erklärte der britische Außenminister Jeremy Hunt am Donnerstag.

Der GRU missachte dabei internationales Recht. Verteidigungsminister Gavin Williamson kritisierte, Russland verhalte sich wie ein “Pariastaat”.Großbritannien und seine Verbündeten würden sich den russischen Versuchen entgegenstellen, “die internationale Stabilität zu schwächen”, erklärte auch Hunt. Demnach konnte die britische Agentur für Cybersicherheit (NCSC) GRU-Mitarbeiter als Verantwortliche für eine Reihe großangelegter Computerattacken ausmachen.

Viele der Angriffe waren bereits mit Russland in Verbindung gebracht worden – etwa die Erpressersoftware “BadRabbit”, die 2017 unter anderem den Flughafen von Odessa in der Ukraine sowie russische Medien zum Ziel hatte, ein Cyberangriff auf die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) in der Schweiz oder Cyberattacken auf die Demokratische Partei in den USA vor der Präsidentschaftswahl 2016. Die britische Regierung geht davon aus, dass letztlich der Kreml für die Attacken verantwortlich ist.

Williamson kündigte bei einem Treffen der NATO-Verteidigungsminister in Brüssel ein gemeinsames Vorgehen mit Großbritanniens Alliierten an. Zusammen mit seinen Verbündeten sei es das Ziel Großbritanniens, Russland zu “isolieren” und seine “rücksichtslose” Vorgehensweise offenzulegen. Russlands Handeln sei einer Großmacht nicht würdig. Neben den Cyberattacken verwies er auch auf den Giftanschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal im südenglischen Salisbury, für den London Moskau verantwortlich macht.

Zudem hält Hunt eine Ausweitung von Sanktionen gegen Russland für möglich. Die australische Regierung schloss sich den Vorwürfen aus London an. “Die russischen Streitkräfte und ihr Geheimdienst-Arm GRU sind verantwortlich für dieses Muster von niederträchtiger Cyberaktivität”, erklärten Premierminister Scott Morrison und Außenministerin Marise Payne. Das russische Vorgehen sei “inakzeptabel”.

Russland verstoße auch gegen Normen, die es selbst mit vereinbart habe, fügten Morrison und Payne hinzu. “Der Cyberspace ist nicht der Wilde Westen. Die internationale Gemeinschaft – einschließlich Russlands – ist sich einig, dass internationale Gesetze und Normen für verantwortliches staatliches Handeln auch im Cyberspace gelten”.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hatte am Mittwoch angekündigt, die NATO wolle bei Cyber-Angriffen fortan auch in der Lage sein zurückzuschlagen. Großbritannien und Dänemark haben demnach bereits zugesagt, dem Bündnis ihre offensiven Cyber-Fähigkeiten für Gegenschläge zur Verfügung zu stellen. In der Allianz wurde erwartet, dass dies nun auch die USA tun werden.

Von: APA/ag.

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

1 Kommentar auf "London wirft russischem Geheimdienst Hackerangriffe vor"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
m69
m69
Universalgelehrter
15 Tage 17 h

Macht das nicht jede führende Nation?

wpDiscuz