Trump und Bannon sind nicht mehr direkte "Arbeitskollegen"

Machtkampf im Weißen Haus – Trump geht auf Distanz zu Bannon

Mittwoch, 12. April 2017 | 18:42 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat indirekt einen Machtkampf unter seinen Top-Beratern Jared Kushner und Stephen Bannon bestätigt. Zugleich ging er auf Distanz zu seinem umstrittenen Chefstrategen Bannon. “Steve ist ein guter Kerl, aber ich habe ihnen gesagt, sie sollen es in Ordnung bringen, oder ich werde es machen”, sagte Trump der “New York Post”.

Er möge Bannon, aber er sei erst spät in seinen Wahlkampf einbezogen gewesen. US-Medien kommentierten, mit diesen Aussagen drohe Bannon ein Abgang aus dem Weißen Haus. Verbündete Bannons hätten überrascht und “verstört” auf den Bericht reagiert, schrieb der politische Newsletter Axios unter Berufung auf Insider.

Vor einer Woche erst hatte der überraschende Abzug Bannons aus dem einflussreichen Nationalen Sicherheitsrat Spekulationen über Machtkämpfe im Weißen Haus ausgelöst. Trump hatte das Gremium umstrukturiert, so dass Bannon ihm nicht mehr angehört.

Bannon ist eine der schillerndsten Figuren in der Machtarchitektur des Weißen Hauses. Als Investmentbanker reich geworden, zog er zunächst als Chef der rechten Webseite Breitbart gegen das Establishment zu Felde, bevor er als Trumps Wahlkampfmanager und später als Chefdenker im Weißen Haus die “Dekonstruktion” des Staates als oberstes Regierungsziel ausgab.

Seit Tagen mehren sich in den USA Berichte, dass sich ein Machtkampf unter Trumps Top-Beratern im Weißen Haus zuspitzt. Dabei gehe es um einen Richtungsstreit zwischen eher liberalen und moderaten Kräften mit Trumps Schwiegersohn Jared Kushner an der Spitze und nationalistischen Kräften um den umstrittenen Bannon. Der 63-Jährige gilt als Verfechter der “America first” (“Amerika zuerst”)-Politik Trumps.

US-Medien hatten bereits über einen bevorstehenden Umbau der Top-Berater-Ebene im Weißen Haus spekuliert. Am vergangenen Freitag sollen sich Bannon und Kushner mit dem Stabschef des Weißen Hauses, Reince Priebus, in Trumps Anwesen in Florida zu Gesprächen getroffen haben.

Vor allem der Einfluss von Trumps Schwiegersohn Kushner scheint in den vergangenen Wochen gestiegen zu sein. Der 36-Jährige Ehemann von Trumps Tochter Ivanka – der wohl engsten Vertrauten des Präsidenten – hat wichtige Aufgaben übernommen. Er berät Trump unter anderem in Fragen des Mittleren Ostens, Israels, Chinas, Mexikos und Kanadas. Kushner verfügt wie Bannon über keine außen- oder sicherheitspolitische Erfahrung. Kushner soll außerdem den Regierungsapparat umkrempeln.

Von: APA/dpa

Kommentare

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5 Kommentare auf "Machtkampf im Weißen Haus – Trump geht auf Distanz zu Bannon"


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speckbrot
speckbrot
Tratscher
12 Tage 7 h

Das geht schief. Trump hat seine Kehrtwende schon beim Angriff nach dem fingierten Giftgasangriff gezeigt. Schade um ihn, wenn er sich jetzt um 180° drehen sollte.

Eppendorf
Eppendorf
Grünschnabel
12 Tage 6 h

Ich würde mal sagen du hast keine Ahnung wessen Geistes Kinde Bannon ist.

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
11 Tage 16 h

oh das arme brot wacht langsam in der Realität auf 🙂 
wurde er schon wieder einmal von einem Rechtpopulisten hinters Licht geführt? 🙂 nun, das ist ja nix neues von dir!
… oh wie großkotzig bist du doch hier noch vor 1 Jahr herumstolziert, und jetzt? Tja, Realpolitik ist dann doch noch etwas anderes als bloßes Herumschreien und bloßen Versprechen … 

Wer ist nun der nächste Heilsbringer? hofer weg, wilders weg, Trump passt auch nicht mehr in dein nationalistisches “Welt”bild … Le Pen vielleicht? 

Eppendorf
Eppendorf
Grünschnabel
12 Tage 6 h

Bannon ist gefährlich, Kushner moderat und akzeptabel. Eine der wenigen guten Entscheidungen, wenn er Bannon zum Teufel schickt.

speckbrot
speckbrot
Tratscher
11 Tage 19 h

Wes Geistes Kinde ist er denn? Rechtsradikaler, Linksradikaler oder mohamedaner (Mischung aus beidem)?

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