Macron nach Trump-Besuch optimistisch bezüglich Klimaabkommen

Macron: Ausstieg der USA aus Klimaabkommen nicht endgültig

Sonntag, 16. Juli 2017 | 07:57 Uhr

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist nach eigenen Angaben optimistisch, dass der Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen nicht endgültig ist. US-Präsident Donald Trump habe ihm gesagt, dass er versuchen werde, “in den kommenden Monaten eine Lösung” für eine mögliche Rückkehr zu finden, sagte Macron der Sonntagszeitung “Journal du Dimanche”.

“Wir haben ausführlich darüber gesprochen, was ihm eine Rückkehr ermöglichen könnte”, fügte Macron hinzu. Trump habe ihm bei ihren Gesprächen in Paris zugehört, sagte Macron weiter. Der US-Präsident habe vor allem seine Ansicht verstanden, wonach es einen Zusammenhang gebe zwischen der Klimaerwärmung und dem Terrorismus. Zudem habe Trump die Mobilisierung in seinem eigenen Land zugunsten eines Verbleibs im Pariser Abkommen gesehen.

Es sei wichtig, “im Gespräch zu bleiben”, fuhr der französische Präsident fort. Der Dialog könne helfen, dass sich die USA letztlich doch wieder dem Kampf gegen den Klimawandel und dem “Spiel des Multilateralismus” anschließen könnten.

Trump war am Donnerstag und Freitag auf Einladung Macrons nach Paris gekommen. Dabei hatte er auf einer Pressekonferenz bereits angedeutet, dass mit Blick auf das Klimaabkommen “etwas passieren könnte”. Konkrete Angaben machte er jedoch nicht. Der US-Präsident hatte Anfang Juni den Austritt seines Landes aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt und damit bei Regierungen und Umweltschützern weltweit für Fassungslosigkeit gesorgt.

Frankreichs Umweltminister Nicolas Hulot mahnte unterdessen “realistische und erfüllbare Szenarien” beim Rückbau der Atomkraft an. Es gebe bisher keine klare Strategie, wie ein Anteil von 50 Prozent Atomstrom am Energie-Mix erreicht werden könne, sagte der frühere Öko-Aktivist der Zeitung “Ouest-France” (Sonntagausgabe).

Seit der Verabschiedung des entsprechenden Gesetzes 2015 sei kaum etwas unternommen worden. Besonders auf sozialer und wirtschaftlicher Ebene müsse nun ein Plan zum weiteren Vorgehen aufgestellt werden. “Atomkraftwerke können nicht geschlossen werden, ohne die Realität der betroffenen Arbeitsplätze zu berücksichtigen”, sagte Hulot dem Blatt.

Frankreich gewinnt gegenwärtig mehr als 75 Prozent seines Stroms aus Atomkraft. Hulot hatte am Montag erklärt, möglicherweise müssten bis zu 17 der 58 Kernkraftwerke des staatlichen Versorgers EDF geschlossen werden. Am Sonntag sagte er dazu, dieser Schritt wäre im Falle einer konsequenten Umsetzung des Gesetzes von 2015 notwendig. Experten haben infrage gestellt, wie die Stromversorgung ohne die 17 AKWs sichergestellt werden könne.

Von: APA/ag.

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz