Im Juni war die Welt zwischen Morrison und Macron noch in Ordnung.

Macron: Australiens Premier hat mich bei U-Boot-Deal belogen

Montag, 01. November 2021 | 07:28 Uhr

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat Journalisten beim G20-Gipfel in Rom gesagt, der australische Premierminister Scott Morrison habe ihn über die Annullierung eines Milliardenvertrags für den Kauf von U-Booten im September belogen. Macron und Morrison waren dieses Wochenende in Rom zum ersten Mal seit dem Vorfall zusammengekommen. Als Journalisten Macron fragten, ob er glaube, das Morrison ihn belogen habe, sagte Macron: “Ich glaube das nicht, ich weiß es.”

Er habe großen Respekt und viel Freundschaft für das australische Volk. Wenn man mit Respekt miteinander umgehe, heiße dies jedoch auch dass man ehrlich zueinander sein müsse. Der australische Premierminister erklärte auf einer Pressekonferenz am selben Tag, dass er nicht gelogen habe. Er habe Macron gesagt, dass konventionelle U-Boote Australiens Bedarf nicht mehr decken würden. Man habe damit begonnen die Beziehungen zwischen den beiden Ländern wiederherzustellen.

Der stellvertretende australische Premier Barnaby Joyce zeigte in Australien Unverständnis für Macrons Einstellung. “Wir haben keine Insel gestohlen, wir haben nicht den Eiffelturm verunstaltet. Es war ein Vertrag”, sagte Joyce vor Reportern. “Verträge haben Bedingungen und Konditionen, und eine dieser Bedingungen ist, dass man aus dem Vertrag aussteigen kann.”

Zu dem Streit nicht nur zwischen Frankreich und Australien, sondern mit weiteren NATO-Partnern war es gekommen, als die USA im September mit Großbritannien und Australien ein neues Sicherheitsbündnis für den Indo-Pazifik bekannt gaben. Demnach soll Australien Zugang zur US-Technik für Bau und Betrieb von Atom-U-Booten gegeben werden. Das bedeutete, dass Frankreich das milliardenschwere Geschäft für U-Boote mit Dieselantrieb für Australien verlor. Das hatte in Paris zu wütenden Reaktionen geführt und Zweifel an der Verlässlichkeit der transatlantischen Partnerschaft genährt. Frankreich hatte daraufhin sogar zeitweise seine Botschafter in den Partnerländern abgezogen.

Von: APA/Reuters

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

5 Kommentare auf "Macron: Australiens Premier hat mich bei U-Boot-Deal belogen"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
fritzol
fritzol
Superredner
1 Monat 2 Tage

armer macron geh heim zu mamma weinen

netsowichtig
netsowichtig
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

@fritzol Hast alles verstanden… in der Pazifikregion zeigt gerade China seine Muskeln. Frankreich, und damit die EU, haben dort Überseegebiete und selbst militärische Interessen. Und auf einmal machen andere NATO-Länder untereinander neue Abmachungen aus, gründen ein neues Bündnis und reden nicht einmal mehr mit den bisherigen Partnern. USA, Großbritannien und Australien fallen der NATO in den Rücken, geopolitisch eine ziemliche Katastrophe für Europa. Und China lacht sich tot…
Die Milliarden, die Frankreich nicht mehr bekommt, sind völlig unwichtig im Vergleich.

DontbealooserbeaSchmuser
1 Monat 1 Tag

USA fällt der NATO in den Rücken? 🤦🏼‍♀️🤦🏼‍♀️🤦🏼‍♀️

Die Nato ist die USA ☝🏻

Mikeman
Mikeman
Kinig
1 Monat 2 Tage

Hat der gute Mann nicht geknackt dass Politiker die nicht lügen kaum überleben 😀

vitus
vitus
Superredner
1 Monat 2 Tage

… viele Politiker versprechen das Blaue vom Himmel und später kommt die bittere Wahrheit ans Licht. Das ist nicht nur hier in Italien und Südtirol so!

wpDiscuz