Macron: "Unstimmigkeiten" beim Brexit und der Wirtschaftspolitik

Macron und Merkel räumen Differenzen ein

Freitag, 26. April 2019 | 19:39 Uhr

Einen Monat vor der Europawahl haben Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel Differenzen in zentralen Fragen eingeräumt. Aus Berlin wurde am Freitag gemeldet, es gebe “gelegentliche Meinungsverschiedenheiten”. Macron sprach von “Unstimmigkeiten” mit Merkel unter anderem beim Brexit und der Wirtschaftspolitik.

Macron hatte am Donnerstagabend bei einer Pressekonferenz zu den Sozialprotesten in Frankreich gesagt, er sei mit Merkel bei zentralen Fragen wie dem Brexit, der Klimapolitik und der internationalen Wirtschaftspolitik nicht auf einer Linie.

“Macron versteckt seine Ungeduld gegenüber Deutschland nicht mehr”, sagte Claire Demesmay von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin der Nachrichtenagentur AFP. Ein französischer Diplomat sprach von einer “Enttäuschung über Deutschland” in Paris.

Die Differenzen zwischen dem französischen Präsidenten und der Kanzlerin waren zuletzt beim EU-Sondergipfel am 10. April zutage getreten. Während Merkel einen längeren Brexit-Aufschub befürwortete, sprach sich Macron dagegen aus.

Macron rügte bei seinem Pariser Auftritt nun auch das “deutsche Wachstumsmodell”, das “stark von dem Ungleichgewicht in der Eurozone profitiert” habe. Es sei “das Gegenteil des Sozialmodells”, das er für Europa anstrebe, betonte der 41-jährige Staatschef. Macron fordert unter anderem einen europaweiten Mindestlohn, was bei den deutschen Unionsparteien aber auf Ablehnung stößt.

Macrons EU-Reformvorschläge rührten an “Tabus der deutschen politischen Kultur”, sagte der Deutschlandexperte des Instituts für Internationale und Strategische Beziehungen (Iris) in Paris, Rémi Bourgeot. Dies gelte insbesondere für seinen Vorstoß eines milliardenschweren Investitionsbudgets für die Eurozone, das in Berlin Befürchtungen vor einer Transferunion geweckt habe.

Die Harmonie zwischen Merkel und Macron sei verpufft, sagte Bourgeot. Zuletzt hätten die beiden Politiker sie bei den Feierlichkeiten zu hundert Jahren Ende des Ersten Weltkriegs in Paris im November und bei der Unterzeichnung des Aachener Freundschaftsvertrags demonstriert.

Im eigenen Land konnte Macron indes mit seinen neuen Ankündigungen die Protestbewegung der “Gelbwesten” und eine Mehrheit der Bürger nicht überzeugen. Aktivisten der “Gelbwesten” kritisierten am Freitag, Macrons Vorstöße zu Steuersenkungen und mehr direkter Demokratie trügen nicht dazu bei, die Not im Land zu lindern.

Von: APA/ag.

Kommentare

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7 Kommentare auf "Macron und Merkel räumen Differenzen ein"


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sakrihittn
sakrihittn
Universalgelehrter
24 Tage 3 h

Macron ist nichts weiter als eine Marionette der reichen Eliten und Banken. Es geht immer nur um die Ausbeutung derer die mit Arbeit etwas leisten und um derer Einkommen mit Steuern zu belasten bis zum geht nicht mehr. Davon profitieren ultrareiche Schmarotzer sowie Sozialschmarotzer gleichermaßen.

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Superredner
23 Tage 3 h

1A perfekt komentiert!!👌👌👏👏

andr
andr
Superredner
23 Tage 13 h

sollte Italien auch Mal probieren und nicht den ganzen senatsaparat mit superpensionen finanzieren

sakrihittn
sakrihittn
Universalgelehrter
23 Tage 12 h

das wird nicht reichen, es haben so viele ihre Finger im Steuertopf das einem die Haare zu Berge stehen.

MickyMouse
23 Tage 17 h

Wann kommen eigentlich Entlastungen für Pensionisten in Südtirol?? Herr Landeshauptmann und CO!😂

m69
m69
Kinig
23 Tage 16 h

Komisch, dass sich Linke nicht aufregen, mir kommt vor das dieser Herr, zumindest ein wenig zum Schaumschläger tendiert!

m69
m69
Kinig
23 Tage 14 h

Art. (…)
Frankreich will Steuersenkungen durch Einsparung finanzieren

wer glaubt, dass dieser Macron bei den Reichen zu sparen anfangen will/ möchte, der glaubt auch an den Weihnachtsmann!

Ps. das einzig richtige was dort steht ist folgendes:

…Steuersenkungen sollen durch Ausgabenkürzungen gegenfinanziert werden …
wie sollte es anders gehen? mit Kaffe und Kuchen?

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