566 Teststationen, auch mobile Testeinheiten

Massentests: Platter sieht “idealen Termin”, hofft auf rege Teilnahme

Donnerstag, 26. November 2020 | 07:35 Uhr

In Tirol finden freiwillige, flächendeckende Corona-Massentests bereits von 4. bis 6. Dezember statt. So könne man, meinte LH Günther Platter (ÖVP) in einer Pressekonferenz am Mittwoch, die Tests noch während des Lockdowns abschließen. Zudem erspare man positiv Getesteten über Weihnachten in Quarantäne zu müssen. Ablaufen solle die Aktion “Tirol testet” ähnlich wie Wahlen. Getestet werde ortsnah an 566 teils mobilen Stationen.

In der landesweiten Aktion “Tirol testet” werden von 4. bis 6. Dezember alle in Tirol gemeldeten, symptomfreien Personen zum freiwilligen und kostenlosen Antigentest aufgerufen. Dadurch erhoffe man sich, so Landeshauptmann Platter, unbekannte und oft unbemerkte Corona-Infektionen ausfindig zu machen und dadurch mögliche Infektionsketten frühzeitig einzudämmen. Ziel sei es, trotz Pandemie “halbwegs normale Weihnachten” zu verbringen, appellierte Platter bei der Pressekonferenz im Innsbrucker Landhaus an die Bevölkerung.

“Die Tests stellen eine enorme logistische Herausforderung dar, die es so in dieser Dimension noch nie gegeben hat”, stellte der Landeschef fest. Er habe gemeinsam mit dem Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) bei der Videokonferenz mit der Bundesregierung am Montag dafür plädiert, die Massentests bereits am ersten Dezemberwochenende durchzuführen, erklärte Platter und begründete dies unter anderem damit, dass viele Menschen eine häusliche Quarantäne während der Weihnachtsfeiertage befürchteten.

Damit die Tests “maximale Wirkung” entfalten könnten, sollten möglichst viele Tiroler und Tiroler daran teilnehmen, appellierte Platter: “Damit übernehmen wir Verantwortung für uns selbst, unsere Familien, Freunde und die gesamte Gesellschaft. Machen wir ‘Tirol testet’ zu einer gemeinsamen Solidaritätsaktion”.

Rund 566 Teststationen würden landesweit eingerichtet, erklärte Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP) die geplanten Aktion, darunter auch mobile Testeinheiten für kleine Ortschaften. Der Ablauf sei ähnlich wie bei Wahlen, an der genauen Platzierung der Teststationen werde aber noch gefeilt. Die Vorbereitungen laufen jedenfalls auf Hochtouren, über Details werde in den kommenden Tagen beraten, erklärte Tilg.

Die Organisation an Ort und Stelle wolle man soweit möglich den Gemeindevorstehern überlassen, erklärte Elmar Rizzoli, der gemeinsam mit Landesamtsdirektor Herbert Forster die Aktion “Tirol testet” leitet. Dabei orientiere man sich an Südtirol. “Wir gehen mit den Testörtlichkeiten zu den Menschen”, sagte Rizzoli.

Getestet werde die Bevölkerung mit den Antigen-Schnelltests, die innerhalb von 20 Minuten ein Ergebnis bringen. Ist dieses positiv, müssen betroffene Personen einen PCR-Test machen. Erst wenn dieser ebenfalls positiv ist, folge eine zehntägige Quarantäne. Um abermalige PCR-Tests für positiv Getestete schnellstmöglich abzuwickeln, hätten die Screeningstraßen am Testwochenende verlängerte Öffnungszeiten, versicherte Projektleiter Rizzoli. Zur Organisation vor Ort gäbe es eine österreichweit einheitliche IT-Lösung, die die großen Datenmengen bundesweit erfasst. Das Ergebnis der Antigentests würde, soweit möglich, den Getesteten elektronisch zugestellt.

Die Ärztliche Direktorin der Innsbrucker Klinik, Alexandra Kofler spielte ebenfalls auf die Wichtigkeit einer regen Teilnahme an: “Die Aktion macht dann Sinn, wenn wir sie tatsächlich zum Massentest machen”. Es gehe darum “symptomfreie Covid-20-positive Personen herauszufischen”.

Ernst Schöpf, Präsident des Tiroler Gemeindeverbandes, hegte “keinen Zweifel, dass wir das hinbekommen”. Die Gemeinden “fühlen sich verpflichtet”, man werde “im guten Tiroler Geiste zusammenstehen”. Er sei nicht nur mit den Gemeinden, sondern auch mit Südtirols Gemeindeverband in Kontakt und wolle aus deren Erfahrungen lernen. Stundenlange Wartezeiten werde es auch bei uns nicht geben, zeigte sich Schöpf zuversichtlich.

Sämtliche Verantwortliche verwiesen im Rahmen der Pressekonferenz auf die Tatsache, dass es sich bei den Testergebnissen um eine Momentaufnahme handle. “Massentests sind kein Allheilmittel und kein Freibrief”, betonte Landeshauptmann Platter. “Erfolgreich und zielführend” könne der Massentest nur sein, wenn sich die Bürger auch danach “achtsam und rücksichtsvoll verhalten”, fügte Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) hinzu. Sie sprach von einem “großen Kraftakt” der bevorstehe sowie einem “sportlichen Zeitplan”.

Von: apa