Sigrid Maurer war immer wieder Hasspostings ausgesetzt

Maurer wirft Hofer “Bespielen des Hasses” vor

Mittwoch, 16. Oktober 2019 | 15:32 Uhr

Vor Beginn möglicher Verhandlungen mit der ÖVP hat die künftige Grüne Abgeordnete Sigrid Maurer FPÖ-Chef Norbert Hofer kritisiert. Bezüglich der Warnungen vor einer Innenministerin Maurer sagte sie in der Gratiszeitung “Heute”: “Kurz und Hofer bespielen damit den bestehenden Hass, der immer wieder auf mich hereinbricht.” Wenig später stellte sie klar, dass das Zitat ein “Missverständnis” sei.

Sie habe damit nicht Kurz gemeint, sondern nur Hofer und die FPÖ, erläuterte Maurer. “Den (Hass, Anm.) weiter anzufeuern ist offensichtlich das Ziel”, meinte Maurer. Die künftige Grüne Abgeordnete war in den sozialen Medien immer wieder Hasspostings ausgesetzt. So war sie von einem Lokalbetreiber geklagt worden, weil sie Facebook-Nachrichten mit obszönem Inhalt veröffentlicht hatte. Allerdings behauptete der Lokalbetreiber, die Nachricht nicht selbst geschrieben zu haben. In erster Instanz war Maurer verurteilt worden, die Wiederholung des Verfahrens ist noch nicht abgeschlossen.

Weil die FPÖ schon im Wahlkampf vor Maurer als Innenministerin gewarnt hatte, hatte Kurz dies bereits vor der Wahl als “ausgeschlossen” bezeichnet. Erst am gestrigen Dienstag hatte Hofer in einer Pressekonferenz jedoch neuerlich vor einer Innenministerin Maurer gewarnt.

Dass Hofer auch nach dem “absolut widerlichen Posting” des Linzer FPÖ-Vizebürgermeisters Makus Hein immer noch so weiter mache, findet Maurer “absolut ekelhaft”. Hein hatte in einer Fotomontage unterstellt, dass eine Innenministerin Maurer zu mehr Messerattacken durch Ausländern führen würde. Ein Ministeramt für sie im Innenressort sei jedenfalls nie ein Thema für die Grünen gewesen, versicherte Maurer.

“Heute”-Chefredakteur Christian Nusser betonte, dass seine Zeitung das Zitat, wonach FPÖ-Chef Norbert Hofer und ÖVP-Obmann Sebastian Kurz den bestehenden Hass gegen die künftige Grün-Abgeordnete Sigrid Maurer “bespielen” würden, richtig wiedergegeben habe. “Da wurde nix falsch zitiert, sondern das wurde so freigegeben, von Ihrer Pressesprecherin und von Ihnen persönlich. Darüber gibt es einen Mailverkehr”, schrieb Nusser auf Twitter.

Maurers Pressesprecherin erklärte dazu auf Anfrage der APA, sie bestreite das nicht. “Aber es war ein Missverständnis, Kurz war nicht gemeint.”

Mit Häme reagierte die FPÖ auf die Klarstellung der künftigen Grün-Abgeordneten Sigrid Maurer, wonach sie mit ihrer Kritik nicht ÖVP-Obmann Sebastian Kurz, sondern nur Norbert Hofer und dessen FPÖ gemeint habe. Noch nie sei es jemandem gelungen, “ein Opfer der ‘Message Control’ einer anderen Partei zu werden, noch bevor mit dieser Partei Koalitionsverhandlungen starten”, sagte FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker.

“Dieses Verhalten bringt Sigrid Maurer einen Eintrag ins Guiness-Buch der Grünen Rekorde”, meinte Hafenecker in einer Aussendung. Außerdem meinte Hafenecker, die Warnung vor Maurer als Innenministerin habe “nichts mit Hass zu tun, sondern mit dem Schutz der Österreicherinnen und Österreicher vor einer katastrophalen Regierungspolitik”. Außerdem bezeichnete Hafenecker Maurer als “rücktrittsreif”, weil sie die Öffentlichkeit “belogen” habe.

Von: apa

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