Die Staatsspitzen packen die feinen Roben aus

May empfing Trump zu Galadinner in Blenheim Palace

Donnerstag, 12. Juli 2018 | 21:51 Uhr

Überschattet von der Regierungskrise in Großbritannien hat die britische Premierministerin Theresa May am Donnerstagabend US-Präsident Donald Trump zu einem Galadinner empfangen. Trump reiste per Hubschrauber aus London an und wurde mit großem Zeremoniell im Hof des Schlosses von einer Kapelle rotuniformierter Gardesoldaten in Empfang genommen.

An dem festlichen Abendessen in Blenheim Palace nahe Oxford nahmen auch zahlreiche Wirtschaftsvertreter teil. May legt viel Wert darauf, die “besondere Beziehung” zwischen London und Washington zu beschwören. Von Trump erhofft sie sich baldige Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen für die Zeit nach dem Brexit.

Trump hatte kurz vor seiner Ankunft für Verstimmung gesorgt, als er Mays neue Brexit-Pläne kritisierte. “Es scheint sich ein wenig in die andere Richtung zu drehen, wo sie zumindest teilweise wieder mit der Europäischen Union zu tun haben werden”, sagte Trump beim NATO-Gipfel in Brüssel, ohne auf Einzelheiten einzugehen.

May ließ sich jedoch nichts anmerken, als sie den US-Präsidenten und First Lady Melania mit ihrem Mann Philip begrüßte. Trumps Besuch fällt für May in eine schwierige Zeit. Erst am Montag waren Außenminister Boris Johnson und Brexit-Minister David Davis im Streit um ihren neuen Brexit-Kurs zurückgetreten.

Trump ist bekanntermaßen ein Freund pompösen Zeremoniells. May hatte ihn bereits kurz nach seiner Amtseinführung als Präsident zu einem Staatsbesuch mit der Queen in London eingeladen. Wohl aus Angst vor Protesten wurde das aber auf einen Arbeitsbesuch reduziert. Der Empfang in Blenheim Palace dürfte ein Versuch sein, Trump etwas zu entschädigen.

Trump hält sich für mehrere Tage in Großbritannien auf. Blenheim Palace ist der Geburtsort von Kriegspremier Winston Churchill. Ausgewählt wurde der Ort aber wohl auch, weil er inmitten eines riesigen abgeschirmten Geländes liegt.

Mehrere hundert Menschen haben indes am Donnerstagabend in London lautstark gegen den Großbritannien-Besuch von Trump demonstriert. “Donald Trump ist nicht willkommen”, skandierten die Teilnehmer, die sich nahe der Residenz des US-Botschafters im hundert Menschen haben indes am Donnerstagabend in London lautstark gegen den Großbritannien-Besuch von Trump demonstriert. “Donald Trump ist nicht willkommen”, skandierten die Teilnehmer, die sich nahe der Residenz des US-Botschafters im Donnerstagabend in London lautstark gegen den Großbritannien-Besuch von Trump demonstriert. “Donald Trump ist nicht willkommen”, skandierten die Teilnehmer, die sich nahe der Residenz des US-Botschafters im Regent’s Park versammelt hatten.

Der US-Präsident war am Donnerstag vom Brüsseler NATO-Gipfel kommend mit Ehefrau Melania in London eingetroffen. In der Botschafter-Residenz in London werden die Trumps die Nacht auf Freitag verbringen. Danach werden sie die britische Hauptstadt bereits wieder verlassen: Am Freitag wird May Trump auf ihrem Landsitz Chequers empfangen, anschließend ist ein Besuch bei Königin Elizabeth II. auf Schloss Windsor geplant. Von Freitagabend bis Sonntag werden die Trumps in Schottland sein – vermutlich in ihrem Luxus-Golfclub Turnberry.

Der Trump-Besuch wird von mehreren Demonstrationen begleitet. Die größte davon dürfte am Freitag am Londoner Trafalgar Square stattfinden, dort werden zehntausende Teilnehmer erwartet. Auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan hat seine Teilnahme angekündigt. Er betonte, dass die Demonstration alles andere als antiamerikanisch sei. “Die meisten, die demonstrieren werden, lieben die USA, so wie ich”, erklärte er. Aber eine besondere Beziehung zu unterhalten, bedeute auch, zu sagen, wenn “wichtige Werte in Gefahr” seien.

Von: APA/dpa