Theresa May vor ihrem Amtssitz in der Downing Street

May: No-Deal-Ausstieg kann “unmöglich” ausgeschlossen werden

Donnerstag, 17. Januar 2019 | 19:45 Uhr

Die britische Premierministerin Theresa May hat die Forderung von Oppositionsführer Jeremy Corbyn zurückgewiesen, einen harten Brexit ohne eine Vereinbarung mit der EU auszuschließen. Es sei “unmöglich”, ein solches Szenario auszuschließen, ohne den gesamten Austrittsprozess zu stoppen, reagierte May am Donnerstag auf ein Schreiben von Labour-Chef Corbyn.

Damit wies sie Corbyns Vorbedingung für Gespräche über einen Brexit-Kompromiss zurück. May muss am Montag im Unterhaus einen neuen Plan zum Austritt aus der EU präsentieren, nachdem ihr erster dort am Dienstag krachend gescheitert war. Die konservative Regierungschefin traf seit einem am Mittwochabend überstandenen Misstrauensvotum im Unterhaus bereits Vertreter mehrerer Oppositionsparteien. Die Grünen-Abgeordnete Caroline Lucas schrieb anschließend auf Twitter, May sei nicht an einem Kompromiss interessiert.

Corbyn forderte May auch auf, “die roten Linien fallen zu lassen und ernsthafte Vorschläge für die Zukunft” zu machen. Er warnte die Premierministerin davor, “die Abgeordneten mit einem zweiten Versuch zu erpressen, ihren verpfuschten Deal durchzuwinken”. Zu Mays “roten Linien” zählen der Wille, aus der EU-Zollunion auszutreten und die Freizügigkeit von EU-Bürgern einzuschränken. Sie forderte Corbyn am Donnerstag auf, “ohne Vorbedingungen” mit ihr zu sprechen.

Der Labour-Chef schließt nicht aus, ein weiteres Misstrauensvotum gegen May zu beantragen. Sollte sich das Parlament in Sachen Brexit nicht einigen können, droht zum 29. März ein ungeregelter Austritt aus der EU.

Die Organisation eines zweiten Brexit-Referendums würde nach Informationen aus Regierungskreisen länger als ein Jahr dauern. Dies gehe aus einem offiziellen Regierungspapier hervor, das May am Mittwoch Abgeordneten gezeigt habe, hieß es am Donnerstag aus ihrem Büro. Zuvor hatte eine Regierungssprecherin erklärt, dass bei dem Treffen ein einseitiges Dokument vorgelegt worden sei. Darauf seien die Umrisse eines möglichen Brexit-Kurses verzeichnet gewesen, einschließlich der Erklärung, dass es keine zweite Volksabstimmung zum Austritt des Vereinigten Königreiches aus der EU geben werde.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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16 Kommentare auf "May: No-Deal-Ausstieg kann “unmöglich” ausgeschlossen werden"


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Orschgeige
Orschgeige
Universalgelehrter
30 Tage 11 h

Hard Brexit ist wie ein fauler Zahn! Erst nachdem man ihn gezogen hat, kann man etwas neues aufbauen. Und nicht umgekehrt. Die Briten müssen richtig auf die Schnauze fallen, damit sie verstehen, dass sie Europa brauchen, koste es was es wolle! 

Sun
Sun
Superredner
30 Tage 11 h

@Orschgeige dafür ist die Wirtschaft in GB zu stark, wenn die Schaden nehmen spüren wir dies auch und man sollte nicht vergessen, dass die hälfte der Briten EU Befürworter sind.

typisch
typisch
Universalgelehrter
30 Tage 7 h

Klar alle brauchen europa, besonders südtirol in europa

l OneManArmy l
l OneManArmy l
Superredner
30 Tage 6 h

@Sun die wirtschaft war aber auch deshalb stark weil sie eine eigene Währung hatten, aber gleichzeit auch bei der EU. Für Finanzmärkte desshalb so interessant.

Orschgeige
Orschgeige
Universalgelehrter
30 Tage 5 h

GB’s Wirtschaft basiert vorwiegend auf dem Finanz- und Versicherungssektor. Wenn diese den Zugang zur EU verlieren sind die Briten weg vom Fenster. Oder hast Du irgend ein Produkt bei Dir zu hause das In GB hergestellt wird.

Mistermah
Mistermah
Kinig
29 Tage 23 h

Ach die Wirtschaft 😂😂 steht kurz vor dem Zusammenbruch… weltweit, thats it. Danach zählt das Militär…

Mistermah
Mistermah
Kinig
29 Tage 22 h

@orschgeige
Vom englischen finanzsektor wohl null Ahnung? Der finanzsektor liegt in der city, den kanalinseln und der insel of man. Alle drei sind nicht teil bon GB und auch nicht Mitglied der europäischen Union!

Sun
Sun
Superredner
29 Tage 16 h

@….geige, GB hat eine Wirtschaftsleistung wie 20 EU Mitgliedstaaten zuammen. Auch wir Leben vom Konsum der Briten, sind die Geldflüsse gestört hat das indirekte Auswirkungen.

Mistermah
Mistermah
Kinig
29 Tage 11 h

Die Gebiete wo der englische finanzsektor sitz sind nicht teil der Eu. Sie waren es nie und haben eigene Verträge mit der Eu. Ein brexit ändert daran nichts, da sie rechtlich nicht betroffen sind. Wäre das gleiche wenn grtiechenland austreten würde.

denkbar
denkbar
Kinig
30 Tage 15 h

Es bleiben gerade Mal 71 Tage bis zum Austritt und die wissen immer noch nicht wie mit dem Schlamassel umgehen. Ich würde mich nicht wundern, wenn die als letzten Ausweg doch noch die Wähler fragen.

Sun
Sun
Superredner
30 Tage 12 h

Ein 2. Brexitreferendum würde zeigen, dass man die Wähler vor zwei Jahren belogen hätte, deshalb die Zurückhaltung.

typisch
typisch
Universalgelehrter
30 Tage 7 h

Dazu hat die eu gut gesorgt dass bei der 2 wahl alle wieder in die eu wollen, einmal eu immer eu, so wie in einer sekte

Mistermah
Mistermah
Kinig
29 Tage 23 h

Der brexit kommt so oder so. Ein neues Referendum ändert daran nichts

Dublin
Dublin
Kinig
30 Tage 8 h

…einen Plan B kennt wohl nur die Thresl…in der EU hat man noch nichts davon gehört…
😅

l OneManArmy l
l OneManArmy l
Superredner
30 Tage 3 h

Miar reigen ins ibr insre Politiker auf, obr dei sein wirklich inkompetent dasses schun wea tuat

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
29 Tage 15 h

Rücktritt und zweites Referendum. Das Volk, das vor Jahren betrogen wurde, muss entscheiden, diese Politiker sind nicht in der Lage, das Land zu führen, allen voran die schlechte Kopie der eisernen Lady.

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